15.02.2008 · Auch die Postbank hat im Schlussquartal 2007 wegen der Immobilienkrise in den Vereinigten Staaten einen Gewinneinbruch erlitten. Doch schneidet sie besser ab als viele Wettbewerber. Und erfreut sich großer Begehrtheit: Zwischen Commerzbank und Deutscher Bank zeichnet sich ein Bieterstreit ab.
Die Postbank hat die Finanzmarktkrise trotz eines Gewinneinbruchs im Schlussquartal bislang besser weggesteckt als mancher Wettbewerber und 2007 deutlich mehr verdient als im Vorjahr. Der Überschuss sei dank eines starken Zinsgeschäfts, aber auch dank positiver Effekte aus der Unternehmenssteuerreform von 695 Millionen Euro auf 870 Millionen Euro gestiegen, teilte die Post-Tochter am Freitag in Bonn mit. Im Zusammenhang mit der amerikanischen Immobilienkrise verzeichnete das Institut vergleichsweise geringe Wertminderungen in Höhe von insgesamt 112 Millionen Euro - 61 Millionen davon waren schon im dritten Quartal angefallen.
Die zusätzlichen Belastungen machten sich im vierten Quartal bemerkbar: Hier fiel der Überschuss um knapp 39 Prozent auf 169 Millionen Euro. Vor Steuern sank der Gewinn um knapp ein Drittel auf 198 Millionen Euro. Im Gesamtjahr überschritt die Postbank allerdings vor Steuern wie bereits vorab bekanntgegeben erstmals die Milliardengrenze und steigerte den Gewinn um 6,7 Prozent auf 1,004 Milliarden Euro. Für das Jahr 2008 peilt die Postbank vor Steuern unverändert einen Gewinn von 1,22 Milliarden Euro an.
Wertberichtigungen, aber auch Verkaufsgewinne
Niedriger als erwartet waren die Rückstellungen im Kreditgeschäft: Die Risikovorsorge blieb trotz eines um 12,8 Prozent höheren Kundenkreditbestands mit 338 Millionen Euro auf Vorjahresniveau, die Experten hatten einen Anstieg um knapp sieben Prozent prognostiziert. Stark verbesserte sich trotz des harten Wettbewerbs im Privatkundengeschäft der Zinsüberschuss mit einem Plus von vier Prozent auf 2,24 Milliarden Euro.
Im Provisionsgeschäft legte die Postbank um 1,6 Prozent auf 1,43 Milliarden Euro zu. Das Handelsergebnis lag mit 290 Millionen 9,8 Prozent über dem Vorjahreswert. Im Ergebnis aus Finanzanlagen spiegeln sich die Wertberichtigungen im Zusammenhang mit der Krise wider, aber auch Verkaufsgewinne: Es blieb mit 294 (292) Millionen Euro auf Vorjahreshöhe.
Commerzbank mit Interesse an der Postbank
Einen Tag vor Bekanntgabe der Postbank-Zahlen hatte die zweite deutsche Großbank ihren Hut für die Postbank in den Ring geworfen: Die Commerzbank hatte am Donnerstag bekundet, dass sie sich vorstellen könnte die Postbank zu übernehmen. „Wir haben ein deutliches und nachhaltiges Interesse an der Postbank“, sagte der scheidende Commerzbank-Vorstandssprecher Klaus-Peter Müller anlässlich der Vorlage der innerhalb der Markterwartungen liegenden Zahlen für das Geschäftsjahr 2007. Müller war zugleich bemüht, Zweifel an der ausreichenden Kapitalstärke der Bank für einen entsprechenden Zukauf zu zerstreuen. „Ich bin zuversichtlich, dass wir das wuppen können.“ Die Bank könne eine derartige Übernahme auch ohne Kapitalerhöhung stemmen.
Damit zeichnet sich ein heftiger Bieterstreit ab, sollte die Deutsche Post in den kommenden Monaten ihre hälftige Beteiligung an der Postbank zum Verkauf stellen. Denn in der vergangenen Woche hatte schon der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank, Josef Ackermann, nachdrückliches Interesse an der Postbank bekundet. Den schwer angeschlagenen Düsseldorfer Mittelstandsfinanzierer IKB will die Commerzbank nicht übernehmen. „Wir sind an einem Erwerb der IKB nicht interessiert“, sagte Müller. Zukäufe im Ausland hält der Vorstandssprecher für denkbar. „Es gibt Adressen in Europa, die wir auf dem Radarschirm haben.“
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.372,92 | −1,52% |
| Dow Jones | 12.443,30 | −1,09% |
| EUR/USD | 1,2421 | −0,54% |
| Rohöl Brent Crude | 103,93 $ | −2,73% |
| Gold | 1.579,50 $ | 0,00% |
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