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Groß angekündigt : Elon Musks Tunnelbohrer bohrt jetzt

Musks erste Tunnelbaumaschine „Godot“ Bild: Instagram / The Boring Company

Der Tesla-Chef hat große Pläne mit seinem Raumfahrtprojekt, und er will Gehirne mit Computern verbinden. Mit seiner Tunnelbaufirma vermeldet er nun den ersten Erfolg.

          Auch Elon Musk steht offenbar nicht gerne im Stau. Der Straßenverkehr mache ihn wahnsinnig, twitterte er Ende des vergangenen Jahres und präsentierte sogleich seine Lösung dieses Problems: Einfach eine Tunnelbohrmaschine bauen und graben.

          Benjamin Fischer

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Dass er dieses Vorhaben tatsächlich umsetzen will, war schon nach den folgenden Tweets offensichtlich. Denn da verkündete er gleich den Namen seiner nächsten Firma, nicht ohne einen wohlkalkulierten Wortwitz: The Boring Company - also, schlicht Bohr- oder eben „langweilige“ (boring) Firma.

          Schon im Februar dieses Jahres begannen die Vorbereitungen für die ersten Testbohrungen auf dem Parkplatz von SpaceX, dem privaten Raumfahrtunternehmen von Musk. Das Ziel des schillernden Unternehmensgründers ist (wie immer) ambitioniert: Musk will die vielbefahrene und entsprechend oft verstopfte Interstate 105 in Los Angeles mit bis zu 30 Röhren untertunneln. In diesen sollen Autos auf elektrischen Schlitten befestigt werden, die sie dann mit bis zu 200 Stundenkilometern befördern.

          Problem mit Genehmigungen

          Auch ein weiteres Musk-Projekt könnte in das Tunnelsystem integriert werden, der Hyperloop. Das ist eine Art Vakuum-Hochgeschwindigkeitsröhre, in der Menschen und Waren in Kapseln mit bis zu 1200 Stundenkilometern transportiert werden sollen. Mitte Mai zeigte der Tesla-Chef und Technik-Milliardär auf Instagram dann erstmals ein Bild einer Tunnelbohrmaschine. Mit „Godot“ lieferte er deren Namen gleich mit.

          Einen entscheidenden Haken gibt es allerdings noch: Das Unternehmen braucht die Genehmigung der Stadt Los Angeles, um überhaupt über die Grenzen des SpaceX-Geländes hinaus bohren zu können. Und die Verhandlungen in dieser Sache scheinen nicht ganz einfach zu sein.

          Mitte Juni schrieb Musk zwar, er habe vielversprechende Gespräche mit Eric Garcetti, dem Bürgermeister von Los Angeles, geführt. Doch schob er nach: Die Genehmigungen zu erhalten sei komplizierter, als die Bohr-Technik zu entwickeln.

          An diesem Donnerstag verkündete Musk via Twitter dann aber den ersten Erfolg. „Das Warten auf Godot hat ein Ende“ schrieb er mit Verweis auf das gleichnamige Theaterstück von Samuel Beckett. Die Maschine habe das erste Segment eines Tunnels unter Los Angeles vollendet. Wo dieser sich befindet, also ob der entstehende Tunnel möglicherweise „nur“ zwei Gebäude auf dem SpaceX-Gelände verbinden wird, verschwieg Musk ebenso wie die Länge und Tiefe des Teilstücks.

          Die Stadtoberen von Los Angeles verfolgen das Projekt jedenfalls mit Interesse. So gibt es Überlegungen, den Flughafen der Stadt und den Bahnhof Union Station mit einem zusätzlichen Expresszug zu verbinden. Dafür ziehen sie offenbar auch Musks Tunnelidee in Betracht und auch Chicago zeigt sich interessiert. Bürgermeister Rahm Emanuel hat schon erste Gespräche mit Musk geführt und will prüfen lassen, ob ein Tunnel zwischen Innenstadt und Flughafen Sinn macht.

          Bis der erste Tunnel der Boring Company fertig ist, dürfte jedoch noch einige Zeit vergehen. Daraus macht auch Musk keinen Hehl. „Godot“ bewege sich immer noch deutlich langsamer voran als eine Schnecke, schrieb er. Zwar hat Musk schon zu Beginn des Jahres verkündet, seine Mitarbeiter arbeiteten daran, die Bohrgeschwindigkeit erheblich zu erhöhen - eine Fahrt ohne Verkehrsstau durch Los Angeles ist nicht nur für ihn aber wohl noch weit entfernt.

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