Home
http://www.faz.net/-gqe-79nxl
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Veröffentlicht: 04.06.2013, 10:08 Uhr

Türkeiurlauber Reiseveranstalter GTI Travel ist insolvent

Der auf Reisen in die Türkei spezialisierte Anbieter GTI Travel hat Insolvenz angemeldet. Für Reisende, die an ihrem Urlaubsort gestrandet sind, sei ein Krisenstab eingerichtet worden.

© F.A.Z. Touristen in Antalya

Der auf Urlaub in der Türkei spezialisierte Reiseveranstalter GTI Travel hat Insolvenz angemeldet. Das bestätigte eine Sprecherin des Deutschen Reiseverbands (DRV). Von GTI Travel war zunächst niemand für eine Stellungnahme zu erreichen.

Monika Ganster Folgen:

Offenbar sind derzeit bis zu 300 GTI-Kunden in der Türkei gestrandet. Zum Teil wurden sie schon bei ihrer Ankunft von der Pleite des Veranstalters informiert und in anderen Hotels als den gebuchten untergebracht. Derzeit muss ihre Rückreise organisiert werden, da auch die Fluggesellschaft Sky Airlines, die Gäste von GTI in die Türkei fliegt, den Betrieb eingestellt hat. Sky Airlines und GTI Travel gehören der gleichen Muttergesellschaft, der türkischen Kayi Group.

Die Kundengelder von GTI sind über den Hamburger Insolvenzversicherer Tourvers abgesichert. Das gilt auch für Urlauber, deren GTI-Reise noch bevorsteht. Damit sind Pauschalurlauber laut DRV-Sprecherin Sibylle Zeuch besser abgesichert als Kunden, die nur Flugtickets bei Sky Airlines gekauft haben. Da es keine Insolvenzversicherung für Fluggesellschaften gibt, ist dort die Lage unklar.

Die Konkurrenz reagiert ebenfalls: Der Türkeispezialist Bentour Swiss bietet in der Türkei gestrandeten Gästen von GTI, Buchmal und Sky seine Hilfe an. GTI Gäste können sich jederzeit vor Ort an die Bentour Swiss Reiseleitung in den Hotels und am Flughafen wenden. Der Türkeispezialist will bei Bedarf im Rahmen der verfügbaren Kapazitäten auch mit Flugplätzen aushelfen.

Noch ist jedoch unklar, was mit jenen Urlaubern passiert, die ihren bevorstehenden Sommerurlaub bei GTI Travel gebucht haben. GTI hatte neben Türkeireisen auch Urlaub in Ägypten und Spanien im Angebot.

Laut Branchenmagazin Touristik Aktuell war nicht schlechtes Wirtschaften bei GTI selbst, sondern im Mutterunternehmen Kayi Group Auslöser der Pleite. Vor allem das Airline-Geschäft hatte dort zuletzt Millionenlöcher gerissen. Sowohl der Versuch, im Inlandsverkehr mit Sky Airlines Fuß zu fassen als auch die missglückte Gründung von German Sky sorgten für gewaltige Verluste. Am gestrigen Montag zogen türkische Banken dann die Reißleine – und überraschten damit auch die deutsche Tochter GTI.

Quelle: FAZ.NET

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Nach Terror-Anschlägen Weniger Urlauber für die Türkei

Die Anschläge von Istanbul haben die deutschen Urlauber verunsichert. Nachdem die Türkei in den vergangenen Jahren zu den Gewinnern des Tourismus zählte, ändern die Veranstalter nun ihr Programm. Mehr

09.02.2016, 08:01 Uhr | Wirtschaft
Nach Terroranschlag Gedämpfte Stimmung bei deutschen Touristen in Istanbul

Nach dem Selbstmordattentat vom Dienstag besuchen Urlauber den Ort des Anschlags nahe der Hagia Sophia. Bei dem Anschlag auf eine Reisegruppe sind zehn Menschen ums Leben gekommen. Mehr

15.01.2016, 10:09 Uhr | Politik
Nach Brand im Gästehaus Gericht verurteilt Veranstalter

Bei einem Brand in einem Bauernhaus starben vor einem Jahr sechs Mitarbeiter einer Baufirma, die während eines Betriebsausflugs dort übernachteten. Nun hat das Gericht den Pächter des Gebäudes verurteilt. Mehr

05.02.2016, 10:33 Uhr | Gesellschaft
Untersuchung Gestrandete Wale werden zerlegt

Die Untersuchung der jüngst in der Nordsee verendeten Pottwale soll Aufschluss über die Ursache der Strandungen geben. Mehr

16.01.2016, 10:45 Uhr | Gesellschaft
Sicherheitskonferenz Wer kommt, wer fernbleibt

Die Lage in Syrien, die Flüchtlingskrise und der Kampf gegen den Terror werden in diesem Jahr die Münchner Sicherheitskonferenz dominieren. Dem entsprechend entsenden besonders die westlichen Staaten ranghohe Vertreter. Mehr

11.02.2016, 15:39 Uhr | Politik

Das Syriza-Virus

Von Leo Wieland, Lissabon

Wie in Griechenland gefährdet in Portugal und Spanien die Politik die wirtschaftliche Erholung. Portugals Ministerpräsident sagt das Richtige, tut dann aber das Falsche. Mehr 19 22


Die Börse
Name Kurs Änderung
  Dax --  --
  F.A.Z.-Index --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --

Abonnieren Sie den Newsletter „Wirtschaft“

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden

Grafik des Tages Keine Ahnung - aber Meinung

Wenn es um China geht, sind die meisten Deutschen einer Umfrage zufolge in Sorge. Ebenfalls die meisten sagen aber auch, eigentlich nichts darüber zu wissen. Mehr 4