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Steuersenkungspläne : Trump trifft Schweizer Banken

Schweizer Großbanken werden die amerikanische Steuerreform in den Bilanzen zu spüren bekommen. Bild: Reuters

Kommt die amerikanische Steuerreform wie geplant, wird sie deutliche Spuren in den Bilanzen der Schweizer Großbanken Credit Suisse und UBS hinterlassen. Ihnen drohen milliardenschwere Abschreibungen.

          Die Steuersenkungspläne in den Vereinigten Staaten könnten erhebliche Folgen haben für die Bilanzen der beiden Schweizer Großbanken Credit Suisse (CS) und UBS. Wie berichtet, will die amerikanische Regierung die Steuersätze für Unternehmensgewinne von derzeit 35 Prozent auf 20 Prozent senken. Noch ist diese Reform nicht in Kraft. Aber falls es tatsächlich so kommt wie geplant, wären CS und UBS schlagartig zu enormen Abschreibungen gezwungen.

          Johannes Ritter

          Korrespondent für Politik und Wirtschaft in der Schweiz.

          Und das kommt so: Beide Banken haben mit ihren Geschäften in Übersee in früheren Jahren hohe Verluste eingefahren, sei es infolge der Immobilien- und Finanzkrise, sei es wegen der gezielten Schrumpfung des Kapitalmarktgeschäft. Diese Verluste führen in den Bilanzen zu sogenannten steuerlichen Verlustvorträgen, welche die tatsächlichen Steuerlasten in den Folgejahren minderten respektive in der Zukunft noch mindern.

          Wenn jedoch die Steuerbelastung in den Vereinigten Staaten sinkt, reduziert sich auch der Wert der noch bestehenden Verlustvorträge. Folglich drohen happige Abschreibungen. Die UBS hat ausgerechnet, dass für jeden Prozentpunkt an Steuersenkungen Abschreibungen von 200 Millionen Franken fällig würden. Folglich drohen der größten Schweizer Bank in Summe Abschreibungen von 3 Milliarden Franken. Dies dürfte den größten Teil des in diesem Jahr erwarteten Gewinns wegradieren.

          Der Credit Suisse droht nach eigenen Angaben eine Wertminderung ihrer Verlustvorträge von 2,1 Milliarden Franken. Dies würde der Bank 2017 (und damit im dritten Jahr in Folge) einen Verlust bescheren. Denn die CS ist deutlich ertragsschwächer als die UBS und hat in den ersten neun Monaten dieses Jahres lediglich einen Gewinn von 1,1 Milliarden Franken erwirtschaftet. Auf die Eigenkapitalquoten haben diese bilanziellen Korrekturen keinen Einfluss. Folglich dürften sie auch die Dividendenpolitik der Banken nicht tangieren.

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