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Traditionsunternehmen Unterwäsche-Firma Schiesser stellt Insolvenzantrag

09.02.2009 ·  Der Wäschehersteller Schiesser hat Insolvenzantrag gestellt. Das 1875 gegründete Traditionsunternehmen strebt die Sanierung durch ein Insolvenzplanverfahren an. Und das, obwohl das operative Geschäft eigentlich gut läuft.

Von Susanne Preuß, Stuttgart
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Der Wäschehersteller Schiesser hat Insolvenzantrag gestellt. Das 1875 gegründete Traditionsunternehmen strebt die Sanierung im Wege des Insolvenzplanverfahrens an. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde Volker Grub bestellt. Der 71 Jahre alte Stuttgarter Anwalt gilt als Spezialist für die Fortführung insolventer Gesellschaften. Zugleich hat er einige Erfahrung in der Textilbranche.

Schiesser sei hoch verschuldet, sagte Grub gegenüber dieser Zeitung. Bei einem Umsatz von 175 Millionen Euro in der Gruppe habe Schiesser Bankschulden von 65 Millionen Euro angehäuft. Ein Teil davon resultiere aus Lizenzgeschäften, die Schiesser in den vergangenen Jahren betrieben habe, die aber verlustreich gewesen seien.

Operatives Geschäft bietet Hoffnung

Außerdem drückten Schiesser Verbindlichkeiten für die Altersversorgung im Volumen von 20 Millionen Euro. Ein Teil der Bankkredite sei im Januar ausgelaufen und habe nicht mehr verlängert werden könnten, sagte Grub. Er wolle der Bank aber keinesfalls die Schuld für die Insolvenz geben.

Das operative Geschäft indes bietet dem Vorstand der Schiesser AG offenbar Hoffnung. Allein im Januar 2009 sei der Umsatz um ein Fünftel gesteigert worden und auch die Vororder für die Herbst-Winter-Kollektion sei um 8 Prozent besser abgeschlossen worden als vor Jahresfrist. Im vergangenen Jahr hat die Schiesser-Gruppe mit 2300 Mitarbeitern einen Umsatz von 175 Millionen Euro erzielt. Das Unternehmen gehört der Schweizer Familie Bechtler, die nach Grubs Angaben bereit ist, weiter in die Zukunft von Schiesser zu investieren.

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