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Traditionsbank in der Krise : Faule Kredite brocken Monte dei Paschi Milliardenverlust ein

  • Aktualisiert am

Schöne Aussichten, von außen zumindest: Die Bank Monte dei Paschi di Siena im italienischen Siena Bild: dpa

3,4 Milliarden Euro Verlust bei einer Kernkapitalquote von gerade mal acht Prozent: Der Traditionsbank Monte dei Paschi wird der italienische Staat zu Hilfe kommen müssen.

          Faule Kredite haben der italienischen Bank Monte dei Paschi di Siena im vergangenen Jahr einen milliardenschweren Verlust eingebrockt. Unter dem Strich habe ein Minus von 3,4 Milliarden Euro gestanden, teilte das Geldhaus am Donnerstag mit. Die langjährige Wirtschaftsflaute in Italien hat nicht nur bei Monte Paschi dafür gesorgt, dass viele Kredite geplatzt sind. Die harte Kernkapitalquote des Instituts betrug Ende Dezember lediglich acht Prozent. Dies liegt nicht nur weit unter den Werten der europäischen Konkurrenz, sondern auch unter den Vorgaben der Europäischen Zentralbank.

          Das Institut muss dringend seine Kapitaldecke verstärken. Die Regierung in Rom hatte kürzlich beschlossen, das Kriseninstitut mit einer Milliardenspritze zu retten. Weil die 1472 gegründete Bank nicht genügend Geld bei privaten Investoren auftreiben konnte, wird damit gerechnet, dass die Regierung rund 6,6 Milliarden Euro zuschießen muss und dafür 70 Prozent übernimmt.

          Ebenfalls wegen fauler Kredite wies die italienische Bank UniCredit für das Schlussquartal 2016 einen Nettoverlust von 13,6 Milliarden Euro aus. Der Konzern musste deshalb für Abschreibungen und Rückstellungen fast zehn Milliarden Euro in die Hand nehmen, wie die Mutter der Münchner HypoVereinsbank mitteilte. Im Gesamtjahr schlug das Minus noch mit 11,8 Milliarden Euro zu Buche.

          Quelle: hepo./Reuters

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