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Touristik Thomas Cook: „Sanierung 2005 abgeschlossen“

09.06.2005 ·  Europas zweitgrößter Touristikkonzern kommt mit der Sanierung schneller voran als geplant. Die Touristiktochter von Lufthansa und Karstadt-Quelle bleibt dabei: In diesem Jahr wird Gewinn gemacht.

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Europas zweitgrößter Touristikkonzern Thomas Cook kommt mit der Sanierung schneller voran als geplant. Die Touristiktochter von Lufthansa und Karstadt-Quelle reduzierte im Winterhalbjahr die Verluste trotz gestiegener Kerosinkosten stärker als erwartet.

Während der Umsatz fast stagnierte und die Gästezahlen sogar rückläufig waren, stieg der durchschnittliche Reisepreis und damit auch der Ertrag pro Urlauber. Für die bevorstehende Sommersaison erwartet der Cook-Konzern auf Grund der aktuell um gut fünf Prozent höheren Buchungen als im Vorjahr sehr gute Ergebnisse.

Sanierung soll bis zum Jahresende abgeschlossen sein

Finanzvorstand Ludger Heuberg bekräftigte deshalb am Donnerstag für das Geschäftsjahr 2004/2005 das Ziel, erstmals seit vier Jahren wieder Gewinn zu machen. „Wir liegen nicht nur deutlich besser als im Vorjahr, wir kommen auch schneller voran, als wir selbst ursprünglich geplant hatten“, sagte Heuberg in Frankfurt. Die Anfang 2004 begonnene Sanierung des damals am Rande der Zahlungsunfähigkeit stehenden Reisekonzerns werde bis zum Jahresende abgeschlossen sein.

In den ersten sechs Geschäftsmonaten von November bis April sei der operative Verlust vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebita) um 28 Prozent auf 217 Millionen Euro gesunken, der Vorsteuerverlust um 37 Prozent auf 244 Millionen Euro, teilte der Konzern mit. Der Umsatz stieg lediglich 0,7 Prozent auf 2,4 Milliarden Euro, die Zahl der Gäste dagegen sank um ein Prozent auf 3,27 Millionen. In Deutschland, dem größten Reisemarkt in Europa, büßte Cook sogar fast fünf Prozent Umsatz ein.

Durchschnittlicher Reisepreis gestiegen

“Wir haben im Winterhalbjahr ganz bewußt Ertragskraft vor Wachstum gestellt. Gerade in Deutschland war der Umsatzrückgang auch einkalkuliert. Wir haben Kapazitäten reduziert“, sagte Heuberg. Wichtig sei, daß der durchschnittliche Reisepreis konzernweit um fast zwei Prozent auf 570 Euro gestiegen sei. Gleichzeitig habe Cook die Kosten weiter gesenkt. Eine Reihe von Sanierungsmaßnahmen werde sich erst in der zweiten Jahreshälfte voll auswirken, fügte er hinzu.

Gästezuwachs in Deutschland knapp zehn Prozent

Für die im Reisegeschäft entscheidenden Sommermonate zeigte sich Cook ähnlich wie kürzlich bereits Marktführer TUI optimistisch. Derzeit liege die Zahl der Buchungen konzernweit 5,2 Prozent über dem Vorjahr. Auch für den Umsatz bedeute dies einen Zuwachs zwischen fünf und sechs Prozent. Der Gästezuwachs in Deutschland betrage derzeit sogar knapp zehn Prozent.

Damit werde Thomas Cook in dem am 31. Oktober endenden Geschäftsjahr vor und nach Steuern einen Gewinn ausweisen. „Wir rechnen damit, daß wir an die Ertragsqualität des Jahres 2000/2001 anschließen“, sagte Heuberg. In seinem letzten Geschäftsjahr mit schwarzen Zahlen hatte Cook 59 Millionen Euro Vorsteuergewinn und 20 Millionen Euro Reingewinn gemacht. „Wenn der Eindruck entsteht, daß es auch mehr werden könnte, dann ist der Eindruck nicht falsch“, ergänzte er auf Nachfrage.

Auch Condor soll in diesem Geschäftsjahr Gewinn machen

Alle Konzernbereiche hätten sich im ersten Halbjahr operativ verbessert. Auch die vor zwei Jahren stark defizitäre Flugtochter Condor werde 2004/2005 wie geplant Gewinn machen. Nennenswerte Sondererträge seien nicht angefallen.

Zu geplanten Verkäufen und zur strategischen Zukunft des Cook-Konzerns äußerte sich Heuberg nicht. Derzeit laufen Verkaufsgespräche für die verlustreiche Clubreisetochter Aldiana mit dem amerikanischen Finanzinvestor Advent. In den vergangenen Monaten wurde in der Branche über einen möglichen Verkauf oder eine Zerteilung des Cook-Konzerns spekuliert. Die Berufung des ehemaligen T-Online-Chefs Thomas Holtrop zum Nachfolger von Cook-Chef Wolfgang Beeser, der im November abtritt, hatten beide Gesellschafter als Zeichen für Kontinuität bei Cook bezeichnet.

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