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TK-Chef Norbert Klusen „Die Krankenkassen sollten privatisiert werden“

 ·  Wird zu viel über das Gesundheitssystem gejammert? Zumindest der Chef der Techniker Krankenkasse sagt: „Wenn, dann möchte ich am liebsten in Deutschland krank sein.“ Im Gespräch mit der F.A.S. spricht er auch über Prämienausschüttungen und den Abschied nach 20 Jahren im Dienst.

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (13)

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Dr. Michael Menzel

"Schauen Sie in andere Länder, da ist es viel schlimmer."

Weit sind wir gekommen, wie dieses Argument beweist.
Wie wäre es, wenn wir dieses abgewrackte Ausbeutersystem mit den goldenen Verhältnissen der 50er bis 90er Jahre vergleichen würden? Die staatlich verordnete Rationierung treibt die irrsinnigsten Blüten. Früher war es noch Spaß, in Deutschland zu sagen, wen Du arm bist, mußt du früher sterben. Heute ist es Realität!
Die gängigste Redewendungen in den Arztpraxen der Republik sind: "Sind Sie privat oder Kassen versichert", "Haben Sie ihre Karte dabei", "Dann bekomme ich 10 Euro", "Das dürfen wir Ihnen leider nicht aufschreiben, das bezahlt die Kasse nicht", "Da wäre noch ein Medikament, das wäre besser geeignet, aber das müssen Sie leider selbst bezahlen", "Sie fühlen sich nicht gut?; da hätten wir noch einen Termin im ersten Quartal nächsten Jahres."
Millionen Menschen müssen überlegen, ob sie ein Medikament in der Apotheke einschließlich Rezeptgebühr und Aufzahlung leisten können, oder ob sie sich etwas zu Essen kaufen.

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Andreas Paul  Nowack
Andreas Paul Nowack (APNO) - 10.06.2012 22:16 Uhr

So nicht!

Historisch betrachtet, zahlen die gesetzlichen Krankenkassen nur einen Dumpingbetrag für ärztliche Leistungen. Eine nach betriebswirtschaftlichen Maßtäben erstellte Gebührenordnung gibt es nur im privaten Bereich. Hier hat allerdings seit über 20 Jahren nicht mal ein Inflationsausgleich stattgefunden. Damit Ärzte als Kassenärzte arbeiten können, und 90% der Patienten behandeln dürfen, verzichten sie auf einen großen Teil ihres Ihnen eigentlich zustehenden Honorars. Von den 30 Euro, die man zB als HNO Arzt im Quartal (3 Monate) pro Patienten für eine "Behandlungsflatrate" bekommt, können viele Ärzte ihre Praxiskosten grade eben decken. Wenn dann ein hochbezahlter Krankenkassenbürokrat meint, die privaten Kankenkassen abschaffen zu wollen, dann bitte eine faire Gebührenordnung für alle, ohne Budgetierung und mit einem kalkulatorischen Arztlohn, den nicht jede illegale Raumpflegerin verschmähen würde. Und dann brauchen wir nur noch eine Krankenkasse für alle, mit nur einem Vorstand.

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Chris Frank
Chris Frank (Chris_55) - 10.06.2012 20:56 Uhr

Andere Lösung

Wie wäre es damit. Die GKV garantiert die Grundversorgung. Hier ist jeder zwangsweise Mitglied, auch Beamte. Und alle Einküfte incl. Kapitaleinkühnfte zahlen ein (wie auch in die Rentenvesicherung). Und alle bekommen die selben Leistungen. Und man wird sehen: Keine Arztpraxis wird pleite gehen.

Darüber hinaus kann jeder private Versicherungen abschließen oder private Leistungen bezahlen. Chefarzt, Goldkronen,... Und jeder! Arzt muß gesetzliche Patienten behandeln und die Katalogleistungen der GKV erbringen. Oder er darf in D nicht praktizieren.

Und dann wollen wir mal sehen, ob wir wirklich in einer medizinischen Wüste enden. Ich wette, dass dies nicht der Fall sein wird. Im Gegenteil...

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 10.06.2012 23:05 Uhr
Bernd Ströhmann

Gute Idee

... aber im Sinne eines Kostenbewußtseins müßte trotzdem eine Selbstbeteiligung pro Arztbesuch eingebaut sein und es müßte der Grundsatz gelten "Gleicher Beitrag für alle", auch für KInder und unabhängig vom Einkommen.

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Bernd Ströhmann

Kleine Ergänzung

Eben weil kein Arzt in Deutschland mit der Behandlung von Kassenpatinenten überleben könnte, braucht er Privatpatienten. Brauchen 90% Kasenpatienten die 10%Privatpatienten als Quersubventionierer und werden dafür noch schief angesehen.
Und begrenzt ist nicht die Zahl der Patienten, die der Arzt pro Quartal behandeln darf, sondern die Zahl der Patieten, die er bezahlt kriegt. Umsonst darf der gemeine Kassenarzt beliebig viel und lange arbeiten.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 10.06.2012 20:37 Uhr
Kai Schraube

...und noch eine kleine Ergänzung:

Ihren richtigen Hinweis einmal in Zahlen ausgedrückt: etwas 20 bis 25% seines Umsatzes machen die Ärzte mit ihren Privatpatienten.

Herr Klusen von der TK deutet zumindest an, was die Folge wäre, wenn es keine Privatkassen mehr gäbe: die fehlenden Einnahmen müßten dann von den gesetzlich Versicherten aufgebracht werden. Also rund 10% Beitragssteigerung sowie weiter steigende staatliche Zuschüsse und Verwaltungskosten.

Das wollen diejenigen, die sich freudig an der Neiddebatte beteiligen, aber weder wissen noch zahlen...

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Kai Schraube

Ja, bitte!

Die Privatisierung von Brief- und Paketpost, Telekommunikation und die Öffnung der Märkte für den Fracht- und Reiseverkehr beweisen: je weniger Staat, desto bessere Leistungen.

Ich zahle heute weniger für die Telekommunikation, als vor 15 Jahren - bei gleichzeitig erheblichem Leistungszuwachs. Da, wo die Quasi-Monopole blieben (Bahn, Staatsfernsehen) ging die Entwicklung in die andere Richtung.

Berücksichtige ich die ständig steigenden Zuschüsse aus Steuermittel und die gleichzeitigen Leistungsminderungen mit, sind die Kosten für die GKV stärker gestiegen, als die meiner privaten Krankenkasse. Und in der Schweiz würde ich bei gleichen Leistungen noch einmal weniger für meine Gesundheit zahlen, als in Deutschland.

Also: es ist sinnvoll, die Leistungen der Krankenkassen gesetzlich zu regeln. Es ist aber absolut überflüssig, daß der Staat sie selbst betreibt. Politik regelt njur selten - sie bedient sich umso lieber selbst!

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klaus keller
klaus keller (klkeller) - 10.06.2012 18:14 Uhr

Wenn dann möchte ich in Deutschland krank sein...der Mann ist offensichtlich kein Mediziner

Selbst die katholische Kirche schickt ihre erkrankten deutschen Oberhäupter lieber in die Schweiz als sie in eigenen Kliniken in Deutschland zu behandeln.
Prinz Charles bevorzugt die USA
Der junge Mann er bei "Wetten das" so auf die Nase fiel, war auch bald in der Schweiz.
Der Mann hat keine Ahnung von Medizin denke ich. Es könnte sein er meint die Versicherungslandschaft, dann müßte er aber sagen: ich möchte in Deutschland versichert sein, das ist aber etwas völlig anderes.

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Ronald Schlimm
Ronald Schlimm (ronslim) - 10.06.2012 17:26 Uhr

Das Gegenteil ist richtig:

Eine einzige Krankenversicherung, die die medizinische Grundsicherung garantiert reicht aus - so wie eine Rentenversicherung auch genügt. Was darüber hinaus geht (Massagen, Kuren, besondere "Hotelleistungen" in Kliniken etc.) könnten aus einem Leistungskatalag zugebucht werden. Dies wäre dann ein ausreichendes Terrain für private Krankenversicherungen, der vielzitierte Wettbewerb hätte eine herrliche Spielwiese - das wirklich medizinisch Notwendige darf es nicht sein!

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Michael Meier
Michael Meier (never1) - 10.06.2012 15:57 Uhr

Deutscher Neidkomplex

...schafft die PKV ab und es werden viele Praxen schließen, Krankenhäuser pleite gehen und noch mehr Ärzte ins Ausland abwandern.

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Christine Jakeman

Nein Danke!

Die Privatisierung der Post hat zu einer Kriminalisierung der Telekommunikationsbranche geführt. Paketdienste wurden zu Sklaventreibern.
Die Privatisierung der Stromanbieter führte zu undurchsichtigen Tarifstrukturen und Konkursen, bei denen die Kunden viel Geld verloren.
Wenn ich mir das nun auch noch mit ähnlichen Konsequenzen für den Gesundheitssektor vorstelle, na dann, Gute Nacht!
Die gesetzliche KV soll bleiben, aber sie Bedarf einer grundlegenden Reform, d.h. stärkere Kontrolle der Rechnungssteller (Ärzte) und mehr Verantwortung bei den Versicherten (Rechnungskontrolle), und damit ein verantwortungvollerer Umgang mit Leistungen und Kosten.

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Gerold Keefer

Wann darf ich als Versicherter der TKK endlich die Rechnungen meiner Ärzte einsehen?

Dieser einfache Schritt würde an einem ganz entscheidenden Punkt die notwendige Transparenz schaffen.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 10.06.2012 15:03 Uhr
Michael Muscholl

das ist ganz einfach- verlangen Sie eine Patientenquittung!

Gegen eine Gebühr von zwei Euro (kein Witz!) dürfen Sie diese Rechnungen einsehen. Machen Sie es sich aber nicht so umständlich. Fragen Sie Ihren Arzt einfach nach seinem Regelfallwert. Der Regelfallwert ist der maximale durchschnittliche Wert einer Behandlung eines Patienten im Quartal.
Er beträgt für Gynäkologen etwa 16 EUR pro Quartal, für Urologen ca 20 EUR, der Hausarzt bekommt 45 EUR und ich als Kardiologe behandele Sie 1 Quartal lang für 48,- EUR, unabhängig davon wie alt und krank Sie sind und wie oft Sie meine Hilfe im Quartal benötigen. Wenn Sie allerdings nur zu einer Konsultation kommen, gibt es natürlich weniger.
Nebenbei sei die Bemerkung erlaubt, dass keine Arztpraxis mit diesen Regelfallwerten, d.h. mit der Kassenmedizin allein, überleben könnte. Da zusätzlich die Fallzahl, d.h. die Anzahl den Patienten, die behandelt werden dürfen, individuell beschränkt wird, entsteht die allseits beklagte Wartezeit beim Facharzt.

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