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Montag, 13. Februar 2012
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Textil-Discount Kik führt Mindestlohn von 7,50 Euro ein

23.08.2010 ·  Der Textil-Discounter Kik will aus der Debatte um „sittenwidrige“ Stundenlöhne herauskommen: Das Unternehmen zahlt seinen Mitarbeitern ab Oktober einen Mindestlohn von 7,50 Euro pro Stunde - und will damit ein Signal für andere Einzelhändler setzen.

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Nach der Aufregung um Lohndumping und schlechte Arbeitsbedingungen führt der Textildiscounter Kik einen Mindestlohn ein. Alle Mitarbeiter sollen ab Oktober
mindestens 7,50 Euro pro Stunde erhalten, teilte KiK am Montag mit. Die Gewerkschaft Verdi begrüßte die Initiative, kündigte aber an, die Umsetzung genau kontrollieren zu wollen.

Kik sagte, die Lohnuntergrenze bedeute vor allem für Aushilfskräfte in ärmeren Regionen mehr Geld. In Ballungsräumen zahlt Kik nach eigenen Angaben höhere Stundenlöhne. Nach Angaben der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi liegt KiK mit dem Mindestlohn über dem bundesweit niedrigsten Tariflohn von sieben Euro für Ungelernte im Einzelhandel Niedersachsens.

Das Unternehmen will die Lohnerhöhung als „Signal im Einzelhandel“ verstanden wissen. „Alle reden seit langem über einen Basislohn“, erklärte Kik-Gründer Stefan Heinig. „Wir wollen hier - als erster Textildiscounter - ein Signal setzen.“ Kik verwies zudem darauf, dass das Unternehmen erst im Juni auch die Löhne für die Auszubildenden um durchschnittlich neun Prozent angehoben habe.

Gegen Kik ermittelt außerdem die Staatsanwaltschaft

Die von Kik „Basislohn“ genannte Lohnuntergrenze ist ein erster konkreter Schritt, nachdem die Firma sich zuletzt für Fehler entschuldigt und einen Strategiewechsel angekündigt hatte. Dem Unternehmen war unter anderem vorgeworfen worden, in Deutschland systematisch Dumpinglöhne zu zahlen.

Eine Verdi-Sprecherin sagte, die Anhebung der bisher teils „sittenwidrigen“ Stundenlöhne auf 7,50 Euro sei zwar „sehr zu begrüßen“. Weil jedoch die Verbindlichkeit eines Tarifvertrags fehle, werde Verdi in den kommenden Monaten darauf achten, dass die Lohnerhöhungen nicht wieder zurückgenommen würden. Kik war unter anderem dafür verurteilt worden, einer Verkäuferin mit einem Stundenlohn von 5,20 Euro über Jahre hinweg einen sittenwidrigen Lohn gezahlt zu haben.

Gegen Kik ermittelt derzeit außerdem die Staatsanwaltschaft, weil die Firma nach Aussage eines ehemaligen leitenden Angestellten die Bonität ihrer Mitarbeiter überprüfte und bei finanziellen Schwierigkeiten entließ. Zudem unterlag Kik nach langem Justizstreit dem NDR, der in einer Dokumentation nun unwürdige Arbeitsbedingungen bei Kik-Zulieferern in Bangladesch anprangern darf. Kik gehört zur Tengelmann-Gruppe, die auch die Supermärkte Tengelmann und Kaiser's betreibt.

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Mit Schulden

Von Johannes Ritter

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