10.10.2007 · Plus ist das Sorgenkind der Tengelmann-Gruppe. Das zeigte sich abermals bei der Vorlage der Bilanz an diesem Mittwoch. Trotz aller Gerüchte machte die Tengelmann-Führung aber deutlich: Ein Komplettverkauf von Plus sei nicht geplant.
Die Unternehmensgruppe Tengelmann hat erstmals offiziell bestätigt, Gespräche über eine mögliche Fremdbeteiligung an seinem Lebensmittel-Discounter Plus zu führen. Der geschäftsführende Gesellschafter, Karl-Erivan Haub, wies allerdings zugleich Spekulationen über eine Trennung von Plus zurück. Ein Komplettverkauf sei nicht geplant, sagte er bei Vorlage der Bilanz in Mülheim/Ruhr.
„Wir bekommen Angebot und Vorschläge von allen Seiten“, sagte Haub zum Stand der Gespräche. Über die Gesprächspartner machte er aber keine Angaben. Medienberichten zufolge kommen als neue Partner von Plus der Edeka-Discounter Netto oder die Rewe-Tochter Penny in Frage. Plus ist in der Branche die Nummer drei nach Aldi und Lidl. In der Sache sei Tengelmann bereits beim Bundeskartellamt vorstellig geworden, bestätigte Haub.
„Die Optionen sind vielfältig“
Haub sagte, Ziel der Gespräche sei es, eine „ganz starke Nummer drei“ im deutschen Lebensmittel-Geschäft zu formieren. Bei einer möglichen Partnerschaft sei auch eine Minderheitsbeteiligung der Plus-Tochter Tengelmann möglich. „Die Optionen sind vielfältig“, sagte Haub. Sollte sich kein Partner finden, werde Tengelmann Plus weiter allein führen. Die Gespräche über eine Fremdbeteiligung an Plus sollen laut Haub bis Weihnachten abgeschlossen werden.
Plus hatte sich im Ende April abgelaufenen Geschäftsjahr 2006/2007 zum Sorgenkind des Mülheimer Familienunternehmens entwickelt. Durch massive Umsatzeinbrüche von rund 20 Prozent im so genannten Non-Food-Geschäft mit Produkten wie Computern oder T-Shirts rutschte die Discount-Tochter in die roten Zahlen. Dieses Jahr soll Plus allerdings wieder Gewinn machen.
Nicht gerade ein Jubeljahr
Ohnehin war das 140ste Geschäftsjahr für das Mülheimer Familienunternehmen nicht gerade ein Jubeljahr. Zwar konnt der Konzern seinen Umsatz weltweit währungsbereinigt um 3,2 Prozent auf 24,5 Milliarden Euro steigern. Doch sorgten hohe Wertberichtigungen bei der Sanierung des amerikanischen Geschäfts unter dem Strich nach Firmenangaben für Verluste. Genaue Aussagen zum Ergebnis macht das Familienunternehmen traditionell nicht.
In Europa hinterließ der Einbruch bei Plus sichtbare Spuren in der Bilanz. Zwar stieg der Umsatz auf dem alten Kontinent sogar um knapp 5 Prozent auf 19,2 Milliarden Euro. Doch sank das Betriebsergebnis (Ebitda) um 15 Prozent auf 393 Millionen Euro. Neben Plus machte auch die Supermarktkette Kaiser's Tengelmann leichte Verluste.
Dagegen profitierte die Baumarkttochter Obi von vorgezogenen Käufen angesichts der Mehrwertsteuererhöhung und glänzte mit einem Rekordwachstum von 9,4 Prozent. Auch der Textildiscounter Kik setzte sein stürmisches Wachstum fort und erzielte abermals eine Umsatzsteigerung von rund 15 Prozent auf 1,35 Milliarden Euro. Im laufenden Jahr will der Konzern Umsatz- und Ergebnis steigern.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.372,61 | −1,55% |
| Dow Jones | 12.446,30 | −1,07% |
| EUR/USD | 1,2425 | −0,51% |
| Rohöl Brent Crude | 103,94 $ | −2,72% |
| Gold | 1.579,50 $ | 0,00% |
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