http://www.faz.net/-gqe-8hxb4

F.A.Z. exklusiv : Telekom-Chef will Programmiersprachen in der Schule aufwerten

  • Aktualisiert am

Telekom-Chef Höttges fordert eine Schulreform, um für die Zukunft gewappnet zu sein. Bild: Reuters

Weil die Digitalisierung in Zukunft viele hochqualifizierte Arbeitsplätze bedrohen wird, fordert Telekom-Chef Höttges Reformen im Schulsystem. Programmiersprachen zu können sei ebenso wichtig wie Multiplizieren oder Lesen.

          Die Digitalisierung wird nach Einschätzung von Telekom-Chef Tim Höttges in Zukunft viele hochqualifizierte Arbeitsplätze bedrohen. „Wir sind in einer Phase angekommen, in der Software Denkarbeit ersetzt. Nachdem erst Blaumänner betroffen waren, geht es jetzt den Anzugträgern an den Kragen“, sagte der Vorstandsvorsitzende der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (Dienstagsausgabe und am Vorabend ab 20 Uhr im e-paper). „Die großen technologischen Schritte sind getan. Jetzt werden daraus die Produkte gefeilt“, meinte Höttges in einem F.A.Z.-Interview.

          Als eine Konsequenz daraus fordert er Reformen im Schulsystem: „Programmiersprachen gehören in die Lehrpläne. Sie sind mindestens genauso wichtig wie Multiplizieren, Lesen und Fremdsprachen“. Die Ausbildung an Schulden und Universitäten passe nicht zur neuen digitalen Welt. „Weil Maschinen die Routinen erledigen werden, müssen Schüler lernen, Neues zu schaffen. Einfallsreichtum statt Auswendiglernen ist gefragt“.

          Mehr Freiräume und Mut wünscht sich der Telekom-Chef für die Auswertung von Massendaten. Vorhandene Daten nicht zu nutzen, sei „fahrlässig“. Für ihn ist Big Data „das Ende der Theorie. Wir können die Welt in Echtzeit vermessen und auswerten“. Datenschutz und die digitale Souveränität müssten dabei jedoch respektiert werden. Für die Auswertung besonders sensibler Daten, etwa medizinischer Natur, sprach sich Höttges für eine „Art Digital-Ethikkommission“ aus. Sie soll etwa darüber befinden, „ob und wie anonymisierte Patientendaten analysiert werden dürfen, um daraus neue medizinische Erkenntnisse zu gewinnen“.

          Anfangs stand in dieser Meldung, Höttges wolle Programmiersprachen zum Schul-Pflichtfach machen. Tatsächlich geht es ihm nur um die Aufnahme in Lehrpläne.

          Weitere Themen

          Audi-Chef Stadler vorläufig festgenommen Video-Seite öffnen

          Abgasskandal : Audi-Chef Stadler vorläufig festgenommen

          Die Staatsanwaltschaft München bestätigte, dass ein Haftbefehl gegen Stadler wegen Verdunkelungsgefahr vollzogen worden sei. Stadler, der Audi seit 2007 lenkt, steht seit Bekanntwerden des Skandals vor mehr als zweieinhalb Jahren massiv unter Druck.

          Lego für Juristen

          Legal Tech : Lego für Juristen

          Für viele Juristen stellt es ein Problem dar, wenn Rechtsfragen vom üblichen Schema abweichen. Regelbasierte Abfragen und Entscheidungshilfen, teils mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz, sind die jüngste Entwicklung.

          Topmeldungen

          Asyl und Euro : Merkel spaltet die Europäische Union

          Die Bundeskanzlerin pocht darauf, mit ihrem Alleingang in der Flüchtlings- und Euro-Rettungspolitik alles richtig gemacht zu haben. Die Folgen sind gewaltig – für Deutschland, die EU, Arabien und Afrika. Ein Kommentar.

          DSGVO : Selbst Anwälte sind ratlos über die neuen Datenschutzregeln

          Die DSGVO lässt selbst Juristen ratlos zurück: Welche Datenschutz-Pflichten haben Konzerne jetzt? Die Unsicherheit dürfte ein Grund dafür sein, dass die befürchtete Abmahnwelle bisher ausgeblieben ist.

          Blogs | Schlaflos : Immer diese stolzen Eltern

          Babyfüße hier, schlaue Kindersprüche da: Die sozialen Medien quellen über vor Familien-Beiträgen. Interessieren die überhaupt jemanden – außer der Familie selbst?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.