20.01.2010 · Das Beratungsgeschäft läuft weniger rund, doch der IT-Dienstleister IBM hat nach einem starken Schlussquartal seine Gewinnprognose für das laufende Geschäftsjahr angehoben. Das nährt die Hoffnung auf ein Ende der Krise.
Der Technologiekonzern International Business Machines (IBM) hat mit seinen Zahlen zum vierten Quartal die Erwartungen des Marktes übertroffen. Der Konzern wies am Dienstag nach Börsenschluss in Amerika einen Gewinn von 4,8 Milliarden Dollar aus, 9 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Pro Aktie errechnet sich ein Gewinn von 3,59 Dollar. Analysten hatten im Durchschnitt mit nur 3,47 Dollar je Titel gerechnet. Der Umsatz ging erstmals seit fünf Quartalen wieder leicht um 0,8 Prozent auf 27,2 Milliarden Dollar nach oben.
Für 2010 stellte das Unternehmen sogar einen Überschuss von mehr als 11 Dollar je Aktie in Aussicht. In diesem Fall lag die Prognose der Analysten vor der Veröffentlichung der Zahlen ebenfalls etwas niedriger - und zwar bei 10,90 Dollar je Titel. Trotz der Zahlen fielen die Aktien nachbörslich leicht. Experten schoben das auf die hohen Erwartungen nach den guten Intel-Zahlen in der vergangenen Woche (Intel profitiert von Belebung im Computermarkt)
Beim Blick auf die einzelnen Geschäftsfelder wird jedoch deutlich, dass sich nicht alle Bereiche hervorragend entwickeln. Gut lief es im jüngsten Quartal bei Technologie-Dienstleistungen wie Outsourcing-Projekten, wo der Umsatz um 4,4 Prozent auf 10,1 Milliarden Dollar anstieg, sowie beim Verkauf von Software, wo es um 2,4 Prozent nach oben ging auf nun 6,58 Milliarden Dollar Umsatz.
„Das Beratungsgeschäft ist rau“
Eher mau sah es hingegen bei so genannten Geschäftskunden-Diensten aus, die unter anderem IT-Beratungsverträge umfassen. Hier sank der Umsatz im Berichtszeitraum um 2,8 Prozent auf 4,58 Milliarden Dollar. „Das Beratungsgeschäft ist rau“, sagte Analyst Andy Miedler von Edward Jones & Co. in St. Louis. Die Erholung werde in diesem Bereich noch einige Zeit in Anspruch nehmen.
Der einst für seine Heimcomputer berühmte Konzern setzt seit langem auf die profitablere Software und auf IT-Dienstleistungen für Unternehmenskunden. Daneben stellt IBM Firmenrechner her. Über die leistungsstarken Computer aus Armonk läuft ein guter Teil des Internet-Datenverkehrs. Dieses Geschäft hat jedoch die alten Höhen noch nicht wieder erklommen.
IBM-Finanzchef Mark Loughridge kündigte in einer Telefonkonzernz an, dass der Wandel von IBM anhalten werde. „Wir gehen in die Bereiche, die uns den meisten Wert versprechen.“ Ende vergangenen Jahres hatte IBM die Statistik-Software-Firma SPSS übernommen. Der Konzern hat nun unter anderem den deutschen Mittelstand im Visier, der für IT noch vergleichsweise wenig ausgibt. Das Feld hat aber auch die Konkurrenz erkannt wie der Software-Konzern Microsoft. Gleichzeitig will IBM die eigenen Kosten weiter drücken. Tausende Stellen sind bereits weggefallen.
IBM gilt wegen seiner breiten Angebotspalette als wichtiger Gradmesser für die gesamte IT-Branche. Die Zahlen stützten einmal mehr das Bild, das vor wenigen Tagen der Halbleiter-Primus Intel gezeichnet hatte: Die Unternehmen rund um den Globus investieren nach Monaten der Lähmung wieder in ihre Computerausstattung. Das deuten Experten als Zeichen für eine grundsätzliche Erholung der Wirtschaft.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.372,61 | −1,55% |
| Dow Jones | 12.446,30 | −1,07% |
| EUR/USD | 1,2425 | −0,51% |
| Rohöl Brent Crude | 103,94 $ | −2,72% |
| Gold | 1.579,50 $ | 0,00% |
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