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Taxiverband klagt : Streit um Rabatte von My Taxi eskaliert

Sollte das Landgericht Hamburg tatsächlich eine einstweilige Verfügung gegen My Taxi erlassen, würde diese bundesweit gelten, weil der Mietwagenverband in ganz Deutschland tätig ist. Bild: dpa

Taxifahren und nur die Hälfte bezahlen: Kunden, die über die My-Taxi-App bezahlen, bekommen die Hälfte des Fahrpreises erstattet. Dagegen will der Taxi- und Mietwagenverband nun eine einstweilige Verfügung erwirken.

          Der Streit um die Rabattpolitik des Taxi-Vermittlers My Taxi eskaliert. Gegen den aktuell gewährten Preisnachlass von 50 Prozent beim Bezahlen mit der App läuft ein Antrag auf einstweilige Verfügung. „Wir haben einen Antrag beim Landgericht Hamburg eingereicht“, sagte Thomas Grätz, Geschäftsführer des Deutschen Taxi- und Mietwagenverbandes BZP, der F.A.Z. „Wir sind der Ansicht, dass My Taxi gegen das Beförderungsgesetz verstößt.“ Laut Personenbeförderungsgesetz dürfen kommunal festgelegte Taxi-Tarife weder über- noch unterschritten werden.

          Susanne Preuß

          Wirtschaftskorrespondentin in Stuttgart.

          Sollte das Landgericht Hamburg eine einstweilige Verfügung erlassen, würde diese bundesweit gelten, weil der Verband in ganz Deutschland tätig ist. Gegen eine vergleichbare Rabattaktion im Mai war die Stuttgarter Taxizentrale juristisch vorgegangen und hatte in erster Instanz vor dem Landgericht Stuttgart recht bekommen, weshalb die Region jetzt von der aktuellen Rabattaktion ausgenommen wird.

          „Unser Ziel ist es, das Bezahlen per App bekannter zu machen“, erläutert der Sprecher des Hamburger Unternehmens My Taxi die Rabattaktion. Alle Taxikunden, die ihre Fahrt nicht nur übers Smartphone buchen, sondern auch über die My-Taxi-App bezahlen, bekommen bis zum 21. Juli die Hälfte des Fahrpreises erstattet. Gleichzeitig macht sich My Taxi bei den Fahrern beliebt, indem auf die Provision von 7 Prozent des Fahrpreises verzichtet wird. Wegen der Aktion steigt zudem die Zahl der über die App vermittelten Fahrten. Über konkrete Zahlen will My Taxi aber nicht sprechen.

          My Taxi ist eine Tochtergesellschaft der Daimler AG, was beim BZP besonders sauer aufstößt. „Der Mercedes-Vertrieb sieht das bestimmt auch nicht gern“, mutmaßt BZP-Geschäftsführer Grätz: Schließlich sei die Taxi-Branche für Mercedes eine wichtige Kundengruppe. „Das Taxi-Geschäft ist von hoher Bedeutung für uns“, bekräftigt ein Daimler-Sprecher, sieht aber keine einheitliche Front gegen Mercedes: „Für die Taxi-Zentralen ist My Taxi ein neuer Wettbewerber. Aber die Taxi-Fahrer sind happy.“ Während sie Taxi-Zentralen monatliche Pauschalen zahlen müssten, werde die Provision von My Taxi nur fällig, wenn es Umsatz gebe.

          Quelle: F.A.Z.

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