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Tausende Post-Beschäftigte im Warnstreik Sechs Millionen Briefe bleiben liegen

01.04.2008 ·  Bei der Deutschen Post haben am Dienstagmorgen Warnstreiks begonnen. In zahlreichen Großstädten sollen die Briefkästen leer bleiben, Pakete werden nicht zugestellt. Die Gewerkschaft will den Druck einige Tage aufrecht erhalten.

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Brief- und Paketzusteller haben am Dienstagmorgen bundesweit mit Warnstreiks begonnen. Rund 5000 Beschäftigte in 14 Städten würden die Arbeit bis zum Ende ihrer Schicht niederlegen, sagte Verdi-Arbeitskampfleiterin Sigrun Schmid am frühen Dienstagmorgen in Berlin. „Die meisten Briefkästen dort bleiben leer“. Verdi verhandelt mit der Deutschen Post über Beschäftigungssicherung, Arbeitszeit und Löhne. Als Druckmittel sollen am Dienstag bundesweit rund sechs Millionen Briefe und 150.000 Pakete ihre Empfänger nicht erreichen.

Gestreikt wird nach Verdi-Angaben in den Großstädten Berlin, Hannover, Köln und München. Auch im Rhein-Main-Gebiet, in Dresden, Stuttgart, Bremen, Kiel und Rostock bleibt die Post liegen. Betroffen sind ebenfalls Essen, Bonn und Mainz. „Wir werden die Warnstreiks fortsetzen, in anderer Form“, kündigte Schmidt an. So sollen andere Regionen und andere Kundengruppen einbezogen - und Druck vor der nächsten Verhandlungsrunde in Köln aufgebaut werden, „damit sich am Verhandlungstisch was bewegt und die Post endlich ein
vernünftiges Angebot vorlegt“.

Post: Das sind Nadelstiche

Ein Post-Sprecher erklärte am Dienstag, die täglich insgesamt 70 Millionen Sendungen seien nicht im großen Umfang betroffen. „Das sind Nadelstiche.“ Wo es trotz aller Bemühungen eine Zustellung am Dienstag nicht gelinge, lägen die Sendungen spätestens am Mittwoch im Briefkasten.

Bisher sind die Verhandlungen ohne Ergebnis und Annäherung geblieben. Der Tarifvertrag zum Schutz vor betriebsbedingten Kündigungen für die bundesweit 130.000 Tarifbeschäftigten der Deutschen Post AG lief Ende März aus, ebenso die Regelung, wonach für die 55.000 Post-Beamten eine 38,5-Stundenwoche gilt. Verdi wirft den Arbeitgebern vor, auf Zeit zu spielen und den Beschäftigten Planungs- und Zukunftssicherheit zu verweigern. Die Deutschen Post hat auf die Ankündigung der Warnstreiks mit Unverständnis reagiert. Eine Lösung sei am Verhandlungstisch möglich.

Die Deutsche Post hatte am Wochenende mitgeteilt, der Beschäftigungspakt werde bis Ende Juni verlängert. Dadurch wolle man allen Beteiligten mehr Zeit für Verhandlungen verschaffen. Neben dem Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen sei die Post bereit, die für ihre Beamten ab dem 1. April geltende Arbeitszeitverlängerung auf 41 Stunden zunächst auszusetzen. Das Angebot gelte allerdings nur für den Fall, dass sich die Gewerkschaft Verdi „weiterhin konstruktiv verhält“. Verdi hatte die Offerte des Managements aber zurück gewiesen. Die Gewerkschaft lasse sich nicht in die Friedenspflicht zwingen, hatte es zur Begründung geheißen. Post und Verdi wollen ihre Verhandlungsrunde nun am 9. April fortsetzen. Auch steht der Post noch die Lohnrunde 2008 ins Haus.

Quelle: FAZ.NET mit Material von dpa, AP
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