22.03.2010 · Die Piloten der Lufthansa wollen nach Ostern wieder streiken. Wie die Vereinigung Cockpit am Montag mitteilte, sind die Tarifverhandlungen mit der Lufthansa abermals ohne Ergebnis geblieben.
Im Tarifstreit bei der Lufthansa drohen die Piloten mit einem weiteren Streik. Die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) erklärte am Montag die nach einem ersten Arbeitskampf im Februar wieder aufgenommenen Verhandlungen für gescheitert. VC kündigte einen Ausstand vom 13. bis zum 16. April an. „Aus Rücksicht auf die Urlaubspläne der Kunden während der Oster-Feiertage“ habe man den Streik erst Mitte April angesetzt.
Zugleich appellierte Cockpit an das Lufthansa-Management, seinen „bisherigen Kurs neu auszurichten“. „Eine Nullrunde oder sogar Absenkungen kommen überhaupt nur dann in Frage, wenn die Lufthansa die bereits bestehende Tarifvereinbarung zur Arbeitsplatzabsicherung wieder einhält“, erklärte die Tarifkommission der Gewerkschaft. Das derzeit vorliegende Angebot des Unternehmens bestehe aus einer 21-monatigen Nullrunde und einer deutlichen Verschlechterung des Manteltarifvertrages, kritisierte Cockpit. Mit dem Streiktermin Mitte April räume man dem Lufthansa-Management ausreichend Zeit für ein verbessertes Angebot ein.
Lufthansa hält Angebot für angemessen
Die Lufthansa erklärte am Montag, man habe den Piloten auf Basis des vor dem Arbeitsgericht am 22. Februar erzielten Vergleichs ein Angebot unterbreitet und sei damit auf Anliegen der Gewerkschaft zugegangen, wie die Sorge um die Sicherheit der Arbeitsplätze sowie Versorgungsanliegen. „Auf dieser Grundlage haben Unternehmen und Gewerkschaft in zahlreichen weiteren Verhandlungsrunden und Gesprächen versucht, einen gemeinsamen Lösungsansatz zu finden. Dennoch hat die Vereinigung Cockpit die Gespräche vorerst ausgesetzt“, hieß es bei Lufthansa. Das Angebot sei den Umständen angemessen, erklärte Lufthansa-Verhandlungsführer Roland Busch. Es müssten unter allen Umständen Kostensteigerungen vermieden werden.
Der Tarifkonflikt läuft bereits seit Monaten. Bei den Verhandlungen geht es um den Vergütungs- und Manteltarifvertrag für das Cockpitpersonal der Lufthansa, Lufthansa Cargo und Germanwings. Experten halten eine baldige Einigung trotz wiederholter Gespräche für unwahrscheinlich. Der eintätige Pilotenstreik Ende Februar hatte Lufthansa bis zu 50 Millionen Euro gekostet (siehe: Lufthansa will Pilotenstreik gerichtlich stoppen). Am gleichen Tag noch war der Ausstand durch eine einstweilige Verfügung gestoppt worden.
So hätte ich es auch gern...
Peter Gaul (bocadillo70)
- 22.03.2010, 14:25 Uhr
Taktiererei auf dünnem Eis - oder - Unternehmensführung in Krisenzeiten
Roland Brachmann (r.brachmann)
- 22.03.2010, 15:19 Uhr
Streik durch einstweilige Verfügung gestoppt?
Hans-Ulrich Raulf (uliraulf)
- 23.03.2010, 11:59 Uhr
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.373,32 | −1,49% |
| Dow Jones | 12.455,60 | −0,99% |
| EUR/USD | 1,2425 | −0,51% |
| Rohöl Brent Crude | 103,94 $ | −2,72% |
| Gold | 1.579,50 $ | 0,00% |
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