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Tarifeinigung VW gibt Jobgarantie bis 2014

16.02.2010 ·  Der Autobauer Volkswagen will die laufende Beschäftigungssicherung für die 90.000 Mitarbeiter in den westdeutschen Werken bis Ende 2014 verlängern. Darauf haben sich das Unternehmen und die Gewerkschaft IG Metall geeinigt. Im Gegenzug soll die Produktivität weiter steigen.

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Volkswagen will trotz schwacher Pkw-Märkte in den nächsten Jahren harte Einschnitte bei der Belegschaft vermeiden. Europas größter Autobauer vereinbarte mit der IG Metall, die im nächsten Jahr auslaufende Jobgarantie für die rund 90.000 Beschäftigten in den westdeutschen Werken. Für die rund 8000 VW-Beschäftigten in den ostdeutschen Werken Zwickau, Chemnitz und Dresden soll eine gleichwertige Regelung getroffen werden.

Über Details der sich im Grundsatz bereits seit längerem abzeichnenden Einigung war monatelang gerungen worden. Bereits im November hatte VW-Personalvorstand Horst Neumann eine Verlängerung bis 2014 in Aussicht gestellt. Vorstandschef Martin Winterkorn hat einen Produktivitätszuwachs von zehn Prozent pro Jahr als Ziel vorgegeben. Dem hat der Betriebsrat im Grundsatz zugestimmt, verlangte dafür aber eine mehrjährige Jobgarantie (siehe: Auch Volkswagen zahlt 4,2 Prozent mehr).

Jobgarantie als Ausgleich für Zugeständnisse beim Haustarif

Derzeit beschäftigt Volkswagen weltweit rund 370.000 Mitarbeiter, davon 150.000 in Deutschland. Für die 90.000 Beschäftigten in den sechs westdeutschen Werken hatte die Gewerkschaft vor fünf Jahren eine Nullrunde sowie die Abkehr vom großzügigen VW-Haustarif im Gegenzug für eine Beschäftigungsgarantie akzeptiert. Der damalige VW-Chef Bernd Pischetsrieder hatte ein Sparprogramm aufgelegt, das dem Unternehmen durch die Abkehr von der Vier-Tage-Woche und längere Arbeitszeiten ohne Lohnausgleich einen jährlichen Kostenvorteil von einer Milliarde Euro verschaffen sollte.

Volkswagen hat wie kein anderer Autobauer im vergangenen Jahr von der Abwrackprämie profitiert und kann seine Werke aufgrund der hohen Auftragsbestände aus dieser Zeit noch gut auslasten (siehe: Der Golf ist das am meisten verkaufte Auto). Einen Teil der durch die hohen Produktivitätszuwächse überflüssig werdenden Beschäftigten kann der Konzern in der Komponentenfertigung unterbringen. Die Beschäftigung der Pkw-Werke soll durch neue Modelle stabil gehalten werden. Zudem hofft der Konzern auf eine baldige konjunkturelle Belebung. Volkswagen will Weltmarktführer Toyota in den nächsten Jahren vom Thron stoßen (siehe: Kommentar zu Volkswagen: Kurz vor zwölf).

Garantie muss nicht immer greifen

Auch andere Autobauer wie Daimler haben ihren Belegschaften in den vergangenen Jahren Beschäftigungsgarantien im Gegenzug für Einsparungen gegeben. Einen umfassenden Schutz bieten solche Vereinbarungen aber nicht, da Unternehmen Personal auch mit Hilfe von Abfindungen oder Vorruhestandsregelungen abbauen können. Bei VW sank die Zahl der Arbeitsplätze in den westdeutschen Werken in den vergangenen Jahren auf diese Weise um rund 13.000 auf 90.000.

Arbeitsplatzsicherung in deutschen Autofabriken

Beschäftigungssicherungsverträge sind in der deutschen Autoindustrie durchaus üblich. Allerdings ist die Arbeitsplatzgarantie, die sich je nach Werk leicht unterscheidet, an bestimmte Bedingungen geknüpft. So gilt der Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen in der Regel nur, solange das Unternehmen keinen hohen Verlust macht. Deshalb kann Opel angesichts der Milliardenverluste im vergangenen und im laufenden Jahr das Werk im belgischen Antwerpen schließen und die 2500 Beschäftigten entlassen. BMW wiederum kann das nicht, weil das Unternehmen selbst das Krisenjahr 2009 noch mit einem kleinen Gewinn abgeschlossen hat. In den deutschen BMW-Werken sind betriebsbedingte Kündigungen bis 2015 ausgeschlossen. Allerdings können die Unternehmen ihren Personalbestand auch mit Hilfe von Abfindungen oder Vorruhestandsregelungen abbauen.

Jüngstes Beispiel für einen neuen Beschäftigungssicherungsvertrag in der Krise ist neben Volkswagen auch Daimler: In dem Stuttgarter Konzern haben sich Betriebsrat und Management Ende April 2009 auf eine Senkung der Arbeitskosten um 2 Milliarden Euro geeinigt. Im Gegenzug wurde der Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen während der Laufzeit der Gesamtbetriebsvereinbarung vom 1. Mai 2009 bis zum 30. Juni 2010 für alle Beschäftigten vereinbart. Für die Bündelung der Produktion der C-Klasse in Bremen wurde den Beschäftigten im Werk Sindelfingen der Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen sogar bis 2019 zugesagt. Beim amerikanischen Konkurrenten Ford sind die Zusagen etwas weniger üppig: In Köln und Saarlouis schließt eine Vereinbarung zur Beschäftigungssicherung betriebsbedingte Kündigungen nur bis zum Jahr 2011 aus. (cru./hpe.)

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Von Heike Göbel

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