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Samstag, 11. Februar 2012
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Tankflugzeuge für die Air Force Airbus verliert 35-Milliarden-Auftrag

09.03.2010 ·  Airbus hatte den Auftrag schon in der Tasche - und kommt doch nicht zum Zug. Mit seinem amerikanischen Partner Northrop Grumman wollten die Europäer für die Air Force 179 Tankflugzeuge bauen. Jetzt ziehen sie ihr Angebot zurück. Die Unternehmen werfen Washington vor, Boeing zu bevorzugen.

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Airbus hat keine Chance mehr auf das „Jahrhundertgeschäft“ mit der amerikanischen Luftwaffe für 179 Tankflugzeuge im Wert von 35 Milliarden Dollar. Der amerikanische Partner Northrop Grumman hat das gemeinsame Angebot am Montag zurückgezogen. Er begründete das mit unfairen Wettbewerbsbedingungen. Die Ausschreibung sei voll auf den Konkurrenten Boeing zugeschrieben worden.

EADS bestätigte die Mitteilung seines Partners. EADS will nicht alleine für den Auftrag bieten. Dies stellte Konzernchef Louis Gallois am Dienstag am Rande der Bilanzpressekonferenz klar, auf der er bekanntgab, dass EADS wegen der Probleme mit dem Militärtransporter A400M tief in die roten Zahlen gerutscht ist (Militärtransporter A400M belastet EADS-Bilanz).

Die amerikanische Regierung hat sich „enttäuscht“ über den Rückzug aus dem Bieterverfahren um einen Milliardenauftrag geäußert. Die Ausschreibung sei „fair strukturiert“ gewesen, erklärte Vize-Verteidigungsminister William Lynn am Montag (Ortszeit). Northrop und sein Rivale Boeing hätten „einen echten Wettbewerb“ austragen können. Aus Brüssel und Berlin gibt es jedoch andere Töne: von Protektionismus ist die Rede und von höheren Hürden für amerikanische Unternehmen in Europa (Brüderle und Brüssel werfen Amerika Protektionismus vor).

Schon vor drei Monaten hatte Northrop Grumman (NGC) gedroht, das Handtuch zu werfen, weil mit gezinkten Karten gespielt werde. So hatte Boeing Einsicht in das Airbus-Preisangebot erhalten und konnte sein Angebot darauf abstimmen.

Enders: „Die Ausschreibung ist maßgeschneidert auf den Flieger der Konkurrenz“

Die jetzige Ausschreibung ist bereits der dritte Anlauf zur Vergabe des Auftrags. Ursprünglich sollte Boeing die Maschinen bauen. Als mit der Auftragsvergabe jedoch einer der größten Beschaffungsskandale der Vereinigten Staaten aufflog, wurde die Entscheidung rückgängig gemacht. Bei der zweiten Ausschreibung kamen im Februar 2008 Northrop und EADS mit einer Version der A330 zum Zug. Boeing ging aber erfolgreich dagegen vor: Der Rechnungshof des Kongresses erklärte das Vergabeverfahren für fehlerhaft und empfahl dem Pentagon die Neuausschreibung.

Airbus-Chef Thomas Enders warf der amerikanischen Regierung „Voreingenommenheit“ vor. „Die jetzige Ausschreibung ist klar maßgeschneidert auf den kleineren und weniger leistungsfähigeren Flieger der Konkurrenz“, sagte Enders der Nachrichtenagentur DPA. „Die Schlussfolgerung liegt auf der Hand: Es geht hier nicht mehr um das beste Tankflugzeug und auch nicht um einen fairen Wettbewerb.“

Northrop Grumman sei überzeugt, „dass wir im derzeitigen Umfeld keine Chance haben, zu gewinnen, egal wie gut unser Angebot ist“, sagte Enders. Er könne „dieser Einschätzung nur folgen“. Auch die amerikanische Luftwaffe wisse, dass der Airbus-Tanker gegen Boeing „alle fünf internationalen Ausschreibungen der letzten Jahre gewonnen“ haben.

„Politische Bewertungen überlasse ich anderen. Für mich ist nur klar, dass unter den derzeitigen Bedingungen ein Antritt von uns ökonomisch nicht sinnvoll ist“, sagte Enders. Verlierer sei die Air Force, die „jetzt die zweitbeste Lösung bestellen“ müsse.

EADS wollte eigenes Werk bauen

Die amerikanische Luftwaffe muss langfristig 534 Tankflugzeuge ersetzen. Das verspricht ein Geschäft von 100 Milliarden Dollar. Im ersten Los geht es um 68 Maschinen für zwölf Milliarden Dollar und undatierte Folgeaufträge für 111 Flugzeuge.

Das künftige Tankflugzeug KC-45A der amerikanischen Luftwaffe sollte auf der militärischen Version des Airbus-Passagierflugzeugs A330 basieren. Der Airbus-Tanker mit der Bezeichnung A330 MRTT ist auch schon von den australischen Luftstreitkräften, Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten in Auftrag gegeben worden. Auch Großbritannien hatte dieses Tankflugzeug ausgewählt. Die fliegende Tankstelle soll Militärjets weltweit rund um die Uhr mit Treibstoff versorgen und auch für Krankentransporte und Fracht genutzt werden können.

Bei der Air-Force müssen die alten Stratotanker KC-135 ersetzt werden, die Anfang der 50er Jahre eingeführt wurden. Der Zuschlag ging zuerst an Airbus/Northrop, die damit Boeing ausstachen, „weil die Tanker größer sind, mehr Treibstoff, mehr Fracht und mehr Passagiere aufnehmen können“. So begründete Air Force-General Duncan McNabb die Entscheidung. Die Airbus-Tankflugzeuge sollten in einem neuen Werk in Mobile (Bundesstaat Alabama) endmontiert werden.

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Von Holger Steltzner

Das Leben auf Pump geht weiter: Der Süden druckt einfach das Geld, das er für Rechnungen braucht. Warum soll sich Griechenland ändern, wenn es doch immer wieder neue Kredite gibt? Mehr 24 121

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