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Suche nach Investoren Steigen Abu Dhabi und Qatar bei Porsche ein?

20.05.2009 ·  Porsche sucht einen Ausweg aus seiner finanziellen Misere. Jetzt könnte der Nahe Osten zu Hilfe eilen: Das Unternehmen führt nach eigenen Angaben „aussichtsreiche Gespräche“ mit einem potentiellen Investor. Spekuliert wird über das Emirat Abu Dhabi und Qatar.

Von Christoph Ruhkamp
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Da die Fusionsgespräche mit Volkswagen vorerst unterbrochen und die Porsche-Eigentümerfamilien offenbar uneins über das weitere Vorgehen sind, sucht das Stuttgarter Unternehmen einen neuen Ausweg aus der finanziellen Misere. Nach eigenen Aussagen führt Porsche „aussichtsreiche Gespräche“ mit einem nicht näher benannten potentiellen Investor. Branchenkreise bestätigten, dass der Interessent aus dem Nahen Osten stamme.

Spekuliert wird über das Emirat Abu Dhabi und das ebenfalls auf der Arabischen Halbinsel gelegene Land Qatar, die beide über milliardenschwere Staatsfonds verfügen. Qatars Ministerpräsident Scheich Hamad Bin Dschassim Al Thani hatte in den vergangenen Wochen eingeräumt, dass Gespräche liefen. Nicht bekannt ist, wann die Gespräche abgeschlossen sind, wie viele Anteile verkauft werden und welche Summe damit erzielt werden soll. Auch zur Verwendung der Einnahmen – ob zum Schuldenabbau oder für einen anderen Zweck – wollte ein Porsche-Sprecher nichts sagen.

Jetzt gibt es drei Optionen

Klar ist aber, dass die beiden Eigentümerfamilien Porsche und Piëch, denen die stimmberechtigten Aktien zu jeweils rund der Hälfte gehören, einen Teil ihres Einflusses aufgeben müssen. Nach den Angaben einer mit der Angelegenheit vertrauten Person gibt es drei Optionen: Erstens könnten die Familien einen Teil ihrer Stammaktien abgeben; zweitens könnten im Zuge einer Kapitalerhöhung neue Stamm- und Vorzugsaktien an den Investor ausgegeben werden; und drittens könnte Porsche seine Kaufrechte für Volkswagen-Aktien an den Investor verkaufen.

Porsche verfügt über Optionen auf etwa 20 Prozent der Stammaktien von Volkswagen. Die Stuttgarter halten 51 Prozent der VW-Anteile und haben sich unter anderem für den Erwerb der Aktien mit rund 9 Milliarden Euro verschuldet. Die Zinszahlungen für die Kredite drohen angesichts des Absatzrückgangs die Kräfte von Porsche zu übersteigen. Der Kurs der Porsche-Vorzugsaktie reagierte am Dienstag auf die Nachricht von den Investorengesprächen mit einem Plus von 3 Prozent auf 42,45 Euro. Der Börsenwert der VW-Stammaktien reduzierte sich um 1,4 Prozent auf rund 65 Milliarden Euro.

Oettinger: „Alles tun, was uns möglich ist“

Unterdessen sagte die baden-württembergische Landesregierung Porsche grundsätzlich Hilfe zu. „Wir werden alles tun, was uns rechtlich und wirtschaftlich möglich ist, um eine starke Entwicklung von Porsche in Baden-Württemberg zu erreichen“, sagte Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) in Düsseldorf. Zusammen mit Porsche prüfe die Landesregierung, wie diese stabile Entwicklung „in den nächsten ein, zwei Jahren erreicht werden kann“. An Spekulationen über eine Landesbürgschaft wolle er sich nicht beteiligen, sagte Oettinger. In Branchenkreisen ist von einem Milliardenkredit der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) die Rede.

Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) sagte in Hannover, er halte den Einstieg weiterer Investoren bei VW-Porsche für sinnvoll. Er gehe davon aus, dass rund 50 Prozent der Aktien bei den Familien Piëch und Porsche liegen könnten, Niedersachsen seinen 20-Prozent-Anteil behalte und 30 Prozent für freie Aktionäre zur Verfügung stünden.

Kommt es tatsächlich zur Beteiligung eines arabischen Staatsfonds an Porsche, folgt das Unternehmen dem Beispiel des Stuttgarter Konkurrenten Daimler. Bei Daimler war im März Abu Dhabi mit 9 Prozent eingestiegen und hatte dafür rund 2 Milliarden Euro bezahlt. Ein weiterer bedeutender Anteilseigner ist Kuweit mit 7 Prozent. Daimler will mit seinem neuen Großaktionär eng zusammenarbeiten: Gemeinsam soll die Entwicklung von Elektroautos sowie Verbundwerkstoffen vorangetrieben werden, die den schwereren Stahl nach und nach ablösen sollen, um den Verbrauch zu senken.

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Jahrgang 1972, Redakteur in der Wirtschaft.

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