26.08.2008 · In den Vereinigten Staaten steigen die Spritpreise - und die Amerikaner kaufen immer weniger Autos. GM, Ford und Chrysler haben nun eine Kampagne gestartet, um mehr staatlich garantierte Kredite zu bekommen. Das geforderte Volumen soll angeblich bis zu 50 Milliarden Dollar betragen.
Von Roland LindnerDie angeschlagene amerikanische Autoindustrie will mit einer staatlichen Hilfsaktion aus der Krise kommen. Die drei Autohersteller General Motors, Ford und Chrysler haben eine Kampagne gestartet, um mehr staatlich garantierte Kredite zu bekommen. Das geforderte Kreditvolumen soll Medienberichten zufolge bis zu 50 Milliarden Dollar betragen und wäre damit doppelt so hoch wie ein schon in Aussicht gestelltes Hilfspaket. Die Kredite sollen es den Herstellern erlauben, ihre Produktpalette auf kraftstoffsparende Autos auszurichten. Barack Obama und John McCain, die beiden designierten Kandidaten für die Präsidentschaftswahl im November, haben ihre Unterstützung signalisiert.
Der amerikanische Kongress hat Ende vergangenen Jahres im Rahmen eines umfassenden Energiegesetzes beschlossen, zinsgünstige Kredite in Höhe von 25 Milliarden Dollar für die Autoindustrie zu garantieren. Es soll sich dabei um zweckgebundene Kredite handeln, die für die Entwicklung und Produktion umweltfreundlicher Autos verwendet werden sollen. Die amerikanischen Autohersteller haben auf diesem Gebiet einen großen Rückstand: Ihre Produktpaletten werden bis heute von großen Transportern und Geländewagen dominiert, die einen hohen Verbrauch haben. Dagegen haben zum Beispiel japanische Hersteller wie Toyota viel früher Autos mit alternativen Antrieben auf den Markt gebracht, Hybride, die Elektro- und Verbrennungsmotor kombinieren.
Trotz der grundsätzlichen Autorisierung im Energiegesetz hat die amerikanische Regierung bis heute noch keine Mittel für die Kreditgarantie freigemacht. Schätzungen zufolge brauchte die Regierung 3,75 Milliarden Dollar, um das Geld zu beschaffen und sich gegen Kreditausfälle abzusichern. Die Autoindustrie will nun zum einen darauf dringen, dass diese Finanzierung über die Bühne geht, zum anderen will sie die Regierung zu einem insgesamt höheren Kreditvolumen bewegen. Ein Sprecher von General Motors sagte gegenüber dem „Wall Street Journal“, das angepeilte Kreditvolumen solle deutlich über dem bislang autorisierten Betrag liegen. In anderen Medienberichten war von bis zu 50 Milliarden Dollar die Rede.
Eigentümlich sind sie, und zugleich eine typische Erscheinung in Asien: Jeepneys, die zu kleinen Bussen ausgebauten Jeeps. Die enorme Umweltverschmutzung und Gesundheitsgefährdung durch die Abgase der Spritschlucker, aber auch der hohe Ölpreis hat jetzt in Manila zu einem Umdenken geführt.
Lage hat sich dramatisch verschlechtert
Die amerikanische Autoindustrie ruft immer dringlicher nach größeren Hilfen, da sich ihre Lage seit Verabschiedung des Gesetzes 2007 dramatisch verschlechtert hat: Die Konsumzurückhaltung der Amerikaner und die gestiegenen Benzinpreise haben seit dem Frühjahr die Verkaufszahlen einbrechen lassen, vor allem den Absatz der für die amerikanischen Hersteller so wichtigen Geländewagen und Transporter.
General Motors hat allein für das zweite Quartal einen Verlust von 15,5 Milliarden Dollar ausgewiesen, bei Ford waren es 8,7 Milliarden Dollar. Wegen der prekären Finanzlage haben Rating-Agenturen die Kreditbewertungen der amerikanischen Autohersteller herabgestuft. Das erhöht die Zinsen für die Unternehmen, wenn sie Kredite aufnehmen.
Barack Obama, der Präsidentschaftkandidat der Demokratischen Partei, hat bereits das erste Energiegesetz unterstützt und sagte nun, dass er auch eine höhere Kreditgarantie befürworte. John McCain, der Kandidat der Republikaner, war zunächst gegen das Hilfspaket, hat aber nun seine Meinung geändert. Er verwies darauf, dass die Regierung im Zuge der Finanzkrise Banken zu Hilfe gekommen sei, daher müsse nun das Gleiche für die Autoindustrie getan werden.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.788,80 | +0,59% |
| FAZ-INDEX | 1.515,08 | +0,60% |
| TecDAX | 773,23 | −0,05% |
| MDAX | 10.356,30 | +0,39% |
| SDAX | 5.020,58 | +1,11% |
| REX | 421,13 | +0,02% |
| Eurostoxx 50 | 2.522,34 | +0,37% |
| F.A.Z. EURO INDEX | 81,31 | +0,42% |
| Dow Jones | 12.890,50 | +0,05% |
| Nasdaq 100 | 2.563,93 | +0,72% |
| S&P500 | 1.351,95 | +0,15% |
| Nikkei225 | 9.002,24 | −0,15% |
| EUR/USD | 1,3273 | −0,08% |
| Rohöl Brent Crude | 118,69 $ | +0,71% |
| Gold | 1.748,00 $ | +0,11% |
| Bund Future | 137,23 € | −0,37% |