Studie: Porsche gegen iPhone: Autos verlieren Sexappeal - Unternehmen - FAZ
http://www.faz.net/-gqe-6kb6g

Studie: Porsche gegen iPhone : Autos verlieren Sexappeal

Prestigeobjekt Porsche - damit kann man noch angeben Bild: dpa

Ein iPhone macht mehr her als ein Golf - sogar ein teures Moutainbike ist cooler. Autohersteller kämpfen gegen den Prestigeverlust ihrer Wagen. Ein Opel ist beispielsweise nicht einmal so angesagt wie eine Waschmaschine.

          Erschreckende Nachrichten für die Autoindustrie: Ihr Produkt, lange Jahre der Stolz zumindest jedes Mannes, verliert seinen Nimbus. "Das Auto hat als liebstes Statussymbol der Deutschen ausgedient", lautet das Ergebnis einer Umfrage der Münchner Unternehmensberatung Progenium unter 1000 Bundesbürgern.

          Georg Meck

          Verantwortlicher Redakteur für Wirtschaft und „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Nicht mal jeder dritte Befragte gibt an, dass er mit der Wahl seines Wagens ein "Statement der Persönlichkeit" abgebe. Gerade noch 17 Prozent schätzen ihr Auto als Statussymbol, 41 Prozent setzen eher auf die Funktionalität: Mein Auto hat vier Räder und bringt mich von A nach B.

          Internetzugang ist wichtiger als das Auto selbst

          "Selbst mit einem teuren Auto lässt sich heute wesentlich weniger Staat machen als früher. Besonders Frauen, Großstädter, Westdeutsche und die kaufkräftigen Alten verspüren heute weniger den Drang, mit dem Autokauf ein soziales Zeichen zu setzen", sagt Progenium-Chef Michael Mandat.

          Ein neuer Mercedes ist fast so cool wie ein Porsche. Er ist das zweithöchste Statussymbol

          Seine Zahlen bestätigen, was die Auto-Manager in der Feldforschung im privaten Umfeld schmerzlich erfahren. "Die Freunde meines Sohnes beeindrucken nicht PS und Chrom, die fragen als Erstes: Wie komme ich in dem Wagen ins Internet, wo ist der Anschluss für das iPhone?", berichtet ein verstörter Top-Manager.

          Es muss schon ein Porsche sein

          Es sollte schon ein Porsche sein, damit ein Auto etwas hermacht. Die Sportwagen aus Zuffenhausen, obwohl nur noch eine Marke im großen VW-Imperium, erreichen in der Studie die höchsten Prestigewerte: eine Statusnote von 1,8 auf einer Skala von eins bis sechs. Mit etwas Abstand folgt Mercedes (siehe Tabelle).

          Bevor dann allerdings ein Audi als Statussymbol genannt wird, erfüllen sich die Menschen etliche andere Wünsche, etwa einen Urlaub auf den Seychellen (offenbar sehr prestigeträchtig), eine Designer-Küche (dem Kochtrend folgend), teure Mode oder auch nur eine tolle Uhr.

          Mountainbike ist cooler als ein Golf

          Dass ein iPhone einen höheren Coolness-Faktor hat als ein VW Golf, mag vielleicht angehen, geradezu erschütternd für den Wolfsburger Dauerbrenner ist jedoch, dass er in der Begehrlichkeit hinter ein Mountainbike zurückfällt. Und über den Sexappeal eines Opel müssen nicht viele Worte verloren werden: Als Statussymbol ist die Marke schlicht nicht zu gebrauchen. Ein Opel macht laut Umfrage gerade so viel her wie der Besitz einer Waschmaschine oder der Urlaub auf Mallorca. Cool ist etwas anderes.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Als sich Koreas Präsident Moon (r.) und Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un Ende April trafen, wurde so getan, als werde es nicht mehr lange dauern, bis der große Friede in Ostasien ausbrechen werde.

          Absage an Kim Jong-Un : Spannung und Ungewissheit

          Die Absage des Treffens in Singapur hat auch etwas Gutes: Der Realismus kehrt zurück. Das Regime in Nordkorea hat es nicht auf den Friedensnobelpreis abgesehen, und die Regierung Trump kann noch einmal in sich gehen. Ein Kommentar.

          Rassistische Äußerungen : SPD-Stadtrat beleidigt Özil und Gündogan

          Ein SPD-Stadtrat aus Hessen bezeichnete Mesut Özil und Ilkay Gündogan auf Facebook als „Ziegenficker“. Jetzt hat er sich für seine Wortwahl entschuldigt: Die „Pferde“ seien mit ihm „durchgegangen“. Trotzdem fordert die CDU seinen Rücktritt.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.