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Strom 50000 Tonnen Kabel im Meer

05.06.2005 ·  Eine Welt der Superlative: Bohlen & Doyen wird das längste und schwerste Unterwasser-Stromkabel der Welt verlegen. Selbstverständlich kommt dabei das größte Kabelverlegungsschiff zum Einsatz.

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Die deutsche Unternehmensgruppe Bohlen & Doyen aus Wiesmoor wird das längste und schwerste Unterwasser-Hochspannungskabel der Welt zwischen Norwegen und den Niederlanden verlegen. Zusammen mit dem niederländischen Unternehmen Tideway hat Bohlen & Doyen den Auftrag im Wert von 50 Millionen Euro von den Stromkonzernen Stattnet (Norwegen) und Tennet (Niederlande) erhalten.

Nach der geplanten Bauzeit von drei Jahren wird das 576 Kilometer lange Nor-Ned-Kabel von Ende 2007 an Strom zwischen der Südspitze Norwegens und der niederländischen Küste transportieren. Norwegen möchte seinen reichlich vorhandenen Strom aus Wasserkraft möglichst ohne Leitungsverlust durch die Nordsee transportieren.

88 Kilogramm je Meter

Das 270 Millionen Dollar teure Seekabel wird von ABB gebaut und wiegt 88 Kilogramm je Meter, insgesamt also rund 50000 Tonnen. "Für die Arbeit wird das größte Kabelverlegungsschiff der Welt eingesetzt, die Skagerrak", sagt Sprecher Carsten Bohlen. Das Kabel kann allerdings nicht an einem Stück verlegt werden, sondern muß alle 76 Kilometer getrennt werden, da die Skagerrak maximal 6600 Tonnen Kabel an Bord nehmen kann.

Um das Kabel vor Beschädigungen zu schützen, soll es fünf Meter tief im Meeresgrund verlegt werden. Spezialunterseeboote schneiden dazu einen Schlitz in den Meeresboden. "An den Stellen, an denen das neue Kabel bereits verlegte Unterseekabel kreuzt, wird Tideway eine Rampe bauen", erklärt Bohlen die Arbeitsteilung. Anschließend muß das Kabel an diesen Stellen mit Steinen abdeckt werden.

Stromhandel und Off-Shore-Windparks

Stromkabel unter Wasser wie das Nor-Ned-Kabel werden in Zukunft eine wachsende Bedeutung haben, da der Stromhandel in Europa ausgebaut werden soll. In der Ostsee wird Strom bereits durch das Baltic-Kabel von Trelleborg in Schweden nach Lübeck und durch das Kontek-Kabel von Bjaeverskov in Dänemark nach Rostock geleitet. Außerdem wird der Strom aus den Windparks im Meer in solchen Kabeln an Land gebracht. Ende Mai ist der irische Offshore-Windpark Arklow Bank in Betrieb gegangen. Allerdings ist das verwendete Kabel nur 16 Kilometer lang. Die deutschen Offshore-Parks werden aller Voraussicht nach in den kommenden Jahren in Betrieb gehen.

Quelle: F.A.Z., 06.06.2005, Nr. 128 / Seite 15
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