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Streit um Mitwirkungsrechte Metro und Media-Saturn brauchen Scheidungsanwälte

Die Metro-Beteiligung an Media-Saturn ist mehr Fluch als Segen. Der Streit mit Mitbegründer Erich Kellerhals ist ungelöst. Wurde die Beteiligung zudem fälschlich voll konsolidiert? Möglicherweise hilft nur noch ein Verkauf.

© Kaufhold, Marcus Objekt der Begierde: die Elektronikfachmärkte von Media Markt

Auf den ersten Blick könnte man meinen, dass es in Deutschlands größtem Handelskonzern vorwärts geht: Das Geschäft lief zuletzt etwas besser als erwartet. Auch der Metro-Vorstandsvorsitzende Olaf Koch glaubt an sich und seine Strategie: Er hat für eine Viertelmillion Euro Metro-Aktien gekauft. So richtig vorwärts geht es in einem entscheidenden Punkt aber ganz und gar nicht. Denn der Schlüssel zur Zukunft der Metro und des Großaktionärs Haniel gleichermaßen liegt in der Lösung eines schon lange schwelenden - und immer wieder offen ausbrechenden - Konflikts. Der Kontrahent heißt Erich Kellerhals, der Gründer des Elektronikfilialisten Media-Saturn.

Brigitte  Koch Folgen: Carsten Knop Folgen:

Worum geht es da? Knapp formuliert, gibt es zwischen dem Großkonzern in Düsseldorf und dem in Salzburg wohnenden Kellerhals, der noch immer einen Anteil von 21,6 Prozent an Media-Saturn hält, einen Streit darüber, welches Gremium bei dem Elektronikhändler mit Stammsitz in Ingolstadt das Sagen hat. Die Fronten sind verhärtet. Koch steuert einen starren Kurs; Kellerhals ist zu keinem Kompromiss bereit. Doch dem Traditionsunternehmen Haniel, dem Metro-Großaktionär aus Duisburg, muss dringend an einer Zerschlagung dieses gordischen Knotens gelegen sein. Und andere Metro-Aktionäre dürften parallele Interessen haben.

Strenge Kostendisziplin

Denn was wie Blei auf dem Kurs der Metro-Aktie liegt, sind nicht allein die schleppenden Geschäfte. Es ist dieser unselige Streit über das Unternehmensgeflecht Metro-Media-Saturn. Der enorme Wertverfall des Metro-Kurses war die Hauptursache dafür, dass Haniel wegen hoher Wertkorrekturen auf die Beteiligung im Geschäftsjahr 2012 einen historischen Verlust in Milliardenhöhe schreiben musste. Wenn sich die Metro-Aktionäre am Mittwoch in der Düsseldorfer Stadthalle treffen, steht ihnen deshalb eine spannungsreiche Hauptversammlung mit brisanten Themen bevor. Zudem könnten Eitelkeiten verletzt sein: Wegen des starken Kursverfalls in Verbindung mit dem niedrigen Streubesitz ist ihr einst stolzes Dax-Unternehmen in die zweite Liga der Börse abgestiegen und wird nun im Nebenwerte-Index M-Dax notiert. Mit 1 Euro je Aktie werden 35 Cent weniger Dividende ausgeschüttet als im vergangenen Jahr, und das auch noch weitgehend aus der Kapitalsubstanz, was manchem konservativen Unternehmensbegleiter als Sakrileg gilt.

Erich Kellerhals, 2012 © picture alliance/Sueddeutsche Vergrößern Erich Kellerhals, Gründer der Elektronikkette Media-Saturn

Auch steht dahin, ob es im nur bis Ende September laufenden Rumpfgeschäftsjahr 2013 etwas zu verteilen geben wird. Schließlich fährt der Handelskonzern mit seinem Großhandelsgeschäft, seinen Media-Saturn-Märkten dem SB-Warenhaus Real und der Warenhauskette Kaufhof das Gros seiner Gewinne erst im letzten Jahresviertel ein. Dass 2013 ein abermals schwieriges Jahr wird, darauf hat Koch Aktionäre und Öffentlichkeit schon zur Bilanzvorlage im März eingestimmt. Neben strenger Kostendisziplin soll ein ganzes Bündel von Maßnahmen den Handelskonzern wieder auf Kurs bringen. Doch richtig spannend ist eben nur diese eine Frage: Wie geht es weiter mit Media-Saturn?

Gutachten: Vollkonsolidierung unzulässig

Hierzu gibt es auch in diesem Jahr einen Gegenantrag des Aktionärs Oliver Krauß zu Tagesordnungspunkt 2, nämlich der Verwendung des Bilanzgewinns. Der Rechtsanwalt hatte schon auf dem letztjährigen Aktionärstreffen vor den bilanziellen Folgen im Zusammenhang mit der Kontrolle und der Konsolidierung der Tochtergesellschaft Media-Saturn-Holding (MSH) gewarnt. Ungeachtet des zwischenzeitlich ergangenen Schiedsspruchs, der die Einrichtung eines Beirats bei Media-Saturn für rechtens erklärt hatte, moniert er, Metro konsolidiere die Elektronikmarkt-Kette zu Unrecht vollständig. Denn die Düsseldorfer könnten weder das Unternehmen noch deren Tochtergesellschaften kontrollieren. Das hätte gravierende Folgen: Damit drohe die Nichtigkeit des Abschlusses, mit den entsprechenden Auswirkungen für den Dividendenbeschluss.

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