26.08.2010 · Erst hat Karstadt-Interessent Berggruen die Deutsche Bank angegriffen, nun kritisiert die Bank den Investor - und weist den Vorwurf zurück, mit der Zukunft Karstadts zu spielen: „Herr Berggruen spielt hier mit der Angst der Karstadt-Mitarbeiter.“
Die Deutsche Bank ist verwundert - und weist die Worte Nicolas Berggruen „in aller Schärfe“ zurück. Der Karstadt-Interessent Berggruen hatte der Bank im Gespräch mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vorgeworfen, mit dem Feuer und der Zukunft Karstadts zu spielen (siehe „Die Deutsche Bank spielt mit dem Feuer“). Die Deutsche Bank zeigte sich nun „sehr verwundert über die Vorwürfe von Herrn Berggruen“ und erklärte: „Herr Berggruen spielt hier mit der Angst der Karstadt-Mitarbeiter um die Zukunft des Unternehmens und versucht, politischen Druck auf die Deutsche Bank auszuüben, um seine geschäftlichen Ziele zu erreichen. Dieser Weg führt definitiv nicht zum Ziel.“
Anfang September wird über die Existenz Karstadts entschieden
Berggruen wisse sehr genau, dass „die Deutsche Bank von Anfang an alle ihr zur Verfügung stehenden Möglichkeiten genutzt hat, um eine gedeihliche Lösung für Karstadt zu erreichen“. Er verschweige, „dass die Deutsche Bank hier nicht Herr des Verfahrens ist, sondern andere dies sind“. Die Deutsche Bank werde weiter „alles in ihrer Macht Stehende“ tun, „um eine gute Zukunft für Karstadt und die Arbeitsplätze dort zu erreichen“.
Berggruen hatte gesagt, die Zeit für die Rettung von Karstadt werde knapp. „Wenn wir bis Anfang September nicht durch sind, wird es das Unternehmen nicht mehr als fortzuführenden Geschäftsbetrieb geben.“ Am 2. September wollen sich die Highstreet-Gläubiger in London treffen, um über neue Mietkonditionen abzustimmen.
Einen Tag später will das Amtsgericht Essen über die Annahme des Insolvenzplans entscheiden. Zwar liegt nach Berggruens Worten ein ausverhandelter Mietvertrag schriftlich vor, es seien aber noch einige technische Details zu klären. Um nicht das Risiko einzugehen, erst am letzten Tag auf den Punkt zu kommen, habe er die Highstreet-Vertreter frühzeitig für den 31. August zu einem Treffen einladen wollen. Diesem Wunsch sei aber nicht entsprochen worden.
Lesen Sie das gesamte Gespräch mit Nicolas Berggruen: „Die Deutsche Bank spielt mit dem Feuer“.
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