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Streit um die Barbie-Puppe Ideenklau: Mattel erhält Schadensersatz

28.08.2008 ·  Vor sieben Jahren hat das Unternehmen MGA die Bratz-Puppen auf den Markt gebracht. Als freche Alternative zu den Barbie-Puppen von Mattel. Doch das Konzept war abgekupfert. Jetzt muss MGA 100 Millionen Dollar an den Konkurrenten zahlen.

Von Roland Lindner, New York
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Der amerikanische Spielzeughersteller Mattel Inc. hat in einem öffentlichkeitswirksamen Rechtsstreit um sein Vorzeigeprodukt „Barbie“ einen Etappensieg errungen: Ein Geschworenengericht in Kalifornien verurteilte den Mattel-Wettbewerber MGA Entertainment und dessen Mehrheitseigentümer und Vorstandsvorsitzenden Isaac Larian zu einer Schadensersatzzahlung von 100 Millionen Dollar. MGA ist in Deutschland als Großaktionär des fränkischen Puppenherstellers Zapf bekannt.

Ein echter Herausforderer für Barbie

In dem Rechtsstreit geht es um die Verletzung von Urheberrechten: Mattel hat MGA vorgeworfen, die Idee für die Barbie-Konkurrenzpuppe „Bratz“ geklaut zu haben. Die Auseinandersetzung ist für Mattel von gewaltiger Bedeutung, denn es geht um eine der berühmtesten Marken der gesamten Spielwarenindustrie. Die im Jahr 1959 erstmals auf den Markt gekommene Barbie hat das Geschäft mit Spielzeugpuppen lange Zeit auf der ganzen Welt klar dominiert.

Sie ist bis heute das mit Abstand wichtigste Produkt im Mattel-Konzern, der im vergangenen Jahr einen Umsatz von knapp 6 Milliarden Dollar erzielt hat. MGA hat mit der Einführung der Bratz-Puppen im Jahr 2001 erstmals einen echten Herausforderer für Barbie geschaffen. Die Bratz (der Name ist abgeleitet vom Wort „Brat“ – „Göre“) waren als frechere Alternative zu Barbie gedacht, es gibt sie in mehreren Versionen mit unterschiedlichen Haut- und Haarfarben. Die Puppen von MGA waren sofort ein großer Erfolg, und sie nahmen Barbie Marktanteile ab.

1,8 Milliarden Dollar gefordert

Mattel hat MGA in dem Rechtsstreit aber vorgeworfen, gar nicht selbst auf die Idee für die Bratz-Puppen gekommen zu sein. Vielmehr habe ein früherer Designer von Mattel das Konzept für Bratz entworfen, als er noch für den Barbie-Hersteller gearbeitet habe. Der Designer wechselte im Jahr 2000 zu MGA und trieb dort die Entwicklung der Bratz-Puppen voran. Im Jahr 2004 verklagte Mattel den Designer und ließ bald danach eine Klage gegen MGA und den Eigentümer Larian folgen.

Mit dem Designer hat Mattel im Mai dieses Jahres einen außergerichtlichen Vergleich geschlossen, über dessen Einzelheiten nichts bekannt wurde. Im Streit mit MGA und Larian begann bald danach ein Prozess. Die Geschworenen haben im Juli Mattel recht gegeben. Sie kamen zu dem Schluss, dass das Konzept für Bratz im Wesentlichen bei Mattel entstanden ist. Die nun verhängte Schadensersatzzahlung bleibt aber weit hinter der Summe von 1,8 Milliarden Dollar zurück, die Mattel gefordert hatte. Noch offen ist die Frage, ob MGA die Puppen weiter herstellen und vermarkten darf. Darüber will das Gericht zu einem späteren Zeitpunkt entscheiden.

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Jahrgang 1970, Wirtschaftskorrespondent in New York.

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