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Aktualisiert: 21.02.2014, 15:03 Uhr

Streik der Sicherheitsleute Frankfurter Flughafen für Passagiere weitgehend gesperrt

Die Luft ist stickig, die Stimmung gereizt, viele Flüge sind abgesagt: Am Frankfurter Flughafen streikt das Sicherheitspersonal. Abgefertigt wird nur noch, wer dort umsteigen muss.

© Finger, Stefan Die Sicherheitskontrollen am Frankfurter Flughafen sind geschlossen

Der Frankfurter Flughafen ist am Freitag für Passagiere weitgehend gesperrt worden. Wegen des Streiks der privaten Sicherheitsleute werden nur noch Fluggäste abgefertigt, die in Frankfurt umsteigen müssen, erklärte ein Sprecher der Bundespolizei.

Schon vorher hatte der Protest zu chaotischen Zuständen geführt. An den wenigen noch geöffneten Passagier-Kontrollen bildeten sich im Tagesverlauf riesige Menschentrauben. Im Gedränge kämpften viele Wartende mit Kreislaufproblemen, berichteten Augenzeugen. Sanitäter sind im Einsatz. Die Polizei versuchte, den Ansturm auf die einzige Kontrollstelle im Terminal 1 zu regeln. Dort hatten angeblich zwischen 1000 bis 2000 Passagieren in der Schlange gestanden, berichtete ein Fluggast. Die Stimmung sei gereizt.

Die Gewerkschaft Verdi will die Situation entschärfen. „Wir wollen nicht zulasten der Gesundheit von Unschuldigen streiken“, erklärte Streikleiter Matthias Venema. Aktuell werde ein Notdienst eingerichtet, um zusätzliche Passagierkontrollen im Terminal 1 durchführen zu können. Dazu würden 110 eigentlich streikende Beschäftigte abgestellt.

Streik der privaten Sicherheitsmitarbeiter - Am Frankfurter Flughafen sind die 5000 Beschäftigten der privaten Sicherheitsdienstleister zum Streik aufgerufen. Dadurch sind erhebliche Behinderungen zu erwarten. Reisende warten am Frankfurter Flughafen auf Informationen © Finger, Stefan Bilderstrecke 

Venema beschuldigte die Flughafengesellschaft Fraport, für das Chaos verantwortlich zu sein. „Der Flughafenbetreiber war ganz offensichtlich überhaupt nicht vorbereitet auf die Situation oder hatte sie völlig falsch eingeschätzt. Wir haben die Aktion in angemessener Zeit vorher angekündigt.“

Die Betreibergesellschaft Fraport appellierte schon am Morgen an die Fluggäste, nicht mehr zum Flughafen anzureisen. Die Kontrollen würden zwar weitergeführt, man wolle aber den „Druck von hinten“ wegnehmen, erläuterte ein Sprecher. Bis 10 Uhr seien 47 Flüge annulliert worden.

Allein die Lufthansa hat schon mehr als 30 Flüge abgesagt (ob Ihrer dabei ist, erfahren Sie hier). Die Wartezeiten an den Sicherheitskontrollen seien „erheblich“, sagte ein Konzernsprecher. „Wir empfehlen daher allen innerdeutschen Fluggästen der Lufthansa, wenn möglich alternative Verkehrsmittel zu nutzen und beispielsweise auf die Bahn auszuweichen.“ Wer auf die Bahn ausweiche, erhalte den Wert des ungenutzten Flugscheins erstattet.

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Am größten deutschen Luftdrehkreuz hat Verdi die Sicherheitsleute zu einem nahezu ganztägigen Streik aufgerufen, um höhere Löhne durchzusetzen. Seit 2 Uhr sind die Mitarbeiter aller privaten Sicherheitsfirmen aufgerufen, ihre Arbeit bis 23 Uhr ruhen zu lassen.

Frankfurt ist der drittgrößte Flughafen Europas: An einem Wochentag starten und landen üblicherweise 1300 Flieger - zwei Drittel davon gehören der Lufthansa.

Die Gewerkschaft fordert für die Beschäftigten der Branche einen einheitlichen Stundenlohn von 16 Euro. Die Arbeitgeber haben nach Verdi-Angaben bisher zwischen 10 und 13 Euro angeboten. Die Dienstleistungsgewerkschaft verhandelt seit Dezember mit dem Arbeitgeberverband BDSW - dem Bundesverband der Sicherheitswirtschaft - über einen Abschluss für Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland. Die nächste Tarifgesprächrunde ist für den 5. März angesetzt.

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