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Rekordzuwachs : Neuer Boom in der Musikindustrie

Auch auf Spotify ein Großverdiener: Der amerikanische Rapper Drake, hier im Februar in London auf seiner „Boy Meets World“-Tour Bild: dpa

Streamingdienste wie Spotify und Apple Music spülen den Musiklabels Milliarden in die Kassen. So gute Geschäfte hat die Branche seit mindestens zwei Jahrzehnten nicht gemacht.

          Die internationale Tonträgerindustrie hat 2016 den höchsten Umsatzzuwachs verzeichnet, seit der Branchenverband Ifpi vor zwei Jahrzehnten damit begonnen hat, globale Marktzahlen zu ermitteln. Die Erlöse der Musiklabels stiegen im vergangenen Jahr um 5,9 Prozent auf 15,7 Milliarden Dollar. Für die zuvor chronisch kriselnde Popbranche war 2016 damit das zweite Wachstumsjahr in Folge – nachdem der globale Tonträgermarkt in den anderthalb Jahrzehnten zuvor um 40 Prozent geschrumpft war. Auch in Deutschland steigen die Einnahmen der Labels mittlerweile wieder.

          Marcus Theurer

          Wirtschaftskorrespondent mit Sitz in London.

          Wachstumstreiber ist das Musikstreaming, das mittlerweile fast ein Drittel des gesamten Tonträgergeschäfts ausmacht. Musikabonnementdienste wie der schwedische Weltmarktführer Spotify, Apple Music und Deezer haben laut Ifpi mittlerweile 112 Millionen zahlende Kunden gewonnen. Sie erhalten gegen einen monatlichen Beitrag freien Zugang auf ein fast unbeschränktes Repertoire an Musikstücken. Allerdings gehört den Abonnenten die Musik nicht – sie können nur so lange hören, wie sie weiter ihren Monatsbeitrag überweisen. Spotify kassiert dafür in Deutschland 9,99 Euro im Monat.

          CD-Verkäufe stehen für 60 Prozent des Marktes

          Die Einnahmen der Musiklabels aus dem Streaminggeschäft sind im vergangenen Jahr weltweit um 60 Prozent nach oben geschnellt. Damit konnten die Musikabonnements die Einbußen aus dem mittlerweile stark schrumpfenden Geschäft mit Musikdownloads und den seit vielen Jahren bröckelnden CD-Verkäufen mehr als wettmachen. Die Deutschen allerdings kaufen Musik weiterhin am liebsten auf der Silberscheibe. Hierzulande machen die sogenannten physischen Tonträger noch immer  mehr als 60 Prozent des Gesamtmarkts aus.

          Trotz des kräftigen Wachstums bleiben die Musikmanager zurückhaltend: „Wir sind in der Frühphase einer fragilen Erholung“, sagte Michael Nash, der beim Weltmarktführer Universal Music für die Digitalstrategie verantwortlich ist, am Dienstag auf einer Branchenpressekonferenz in London. So liefert sich die Musikindustrie seit Jahren eine erbitterte Fehde mit der populären Onlineplattform Youtube, der die Labels vorwerfen, viel zu wenig für dort abrufbare Musikinhalte zu bezahlen.

          Zugleich sehen die Tonträgerunternehmen aber auch Wachstumschancen durch den veränderten Musikkonsum. Als einer der größten Hoffnungsträger gelten neuartige Lautsprecher mit Sprachsteuerung. Diese werden nicht per Knopfdruck, sondern  per Zuruf bedient. Laut Musikindustrie hören Kunden, die solche „intelligenten“ Lautsprecher wie Amazon Echo nutzen, deutlich mehr Musik als früher.

          Spotify, Netflix & Co. : So lernen Streaming-Dienste, was ihren Kunden gefällt

          Quelle: FAZ.NET

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