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Veröffentlicht: 02.09.2016, 12:17 Uhr

Steuerstreit So viel Steuern zahlen die deutschen Apple-Stores

Der Streit zwischen Apple und der EU-Kommission erhitzt die Gemüter. Wie viel Steuern zahlt das Unternehmen eigentlich bei uns?

von Lara Marie Müller
© Wonge Bergmann Der Apple-Store in der Frankfurter Innenstadt.

Die EU-Kommission und Apple streiten momentan um Steuerstrafzahlungen. 13 Milliarden Euro soll der Konzern an Irland zurück zahlen, da er dort unrechtmäßig Steuervorteile beansprucht habe. Der Grünen-Europaabgeordnete Sven Giegold reagierte mit der Forderung: Auch Deutschland sollte Steuern zurückfordern. Ist das realistisch?

Die deutsche „Apple GmbH“ sitzt in München. Bayerns Finanzminister Makus Söder hatte sich zuletzt in die Debatte eingeschaltet. Er wirft der Kommission in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung , mit solchen Aktionen einen „Handelskrieg“ zu provozieren. „Nach derzeitigem Stand ist es unwahrscheinlich, dass Deutschland aufgrund der Entscheidung der EU-Kommission höhere Steuereinnahmen erhalten wird“, teilte das bayrische Finanzministerium daraufhin der Zeitung mit.

Hessisches Finanzministerium für Apple-Stores zuständig

Eigentlich ist aber das hessische Finanzministerium für die Steuerzahlungen der 14 in Deutschland ansässigen Apple-Stores zuständig, wie das IT-Magazin Golem berichtet. Apple hat in Deutschland nämlich eine weitere Firma, die „Apple Retail Germany B.V. & Co. KG“ mit Sitz in Frankfurt am Main. Während die in München registrierte „Apple GmbH„ laut Jahresabschluss „Verkaufsunterstützungs‐ und Marketingdienstleistungen an andere verbundene Unternehmen innerhalb des Apple Konzerns sowie vertraglich festgelegte F&E‐Tätigkeiten“ leistet, also hauptsächlich Marketing macht, ist die in Frankfurt registrierte Firma für die Stores zuständig. Über die in Frankfurt ansässige Firma werden die iPhones und MacBooks verkauft und entsprechend höher ist ihr Umsatz.

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Die Apple GmbH hat im Geschäftsjahr 2014/15 mit einem Umsatz von 112 Millionen Euro einen Gewinn von 39,9 Millionen Euro erwirtschaftet und dafür circa 12,6 Millionen Euro Steuern gezahlt. Damit beträgt der Anteil der Steuern am Umsatz etwas mehr als 11 Prozent. Auch in den Vorjahren schwankt der Steueranteil am Umsatz zwischen 10 und 12 Prozent.

Die Apple-Stores zahlen in Deutschland kaum Steuern

Die „Apple Retail Germany B.V. & Co. KG“ hingegen hat bei 425 Millionen Euro Umsatz nur 11,1 Millionen Gewinn gemacht und knapp 1,5 Millionen Euro Steuern gezahlt. Das entspricht einem Anteil am Umsatz von 0,34 Prozent. Außerdem wurde die in Frankfurt ansässige Gesellschaft im letzten Geschäftsjahr von einer GmbH in eine B.V. & Co. KG umgewandelt. BV steht für „Besloten vennootschap met beperkte aansprakelijkheid“ und ist im Prinzip eine GmbH nach niederländischem Recht.

Braucht ein Unternehmen in Deutschland Kapital und leiht es sich von der Tochterfirma in Holland, muss es dafür Zinsen zahlen. Diese sind Kosten, schmälern so den Gewinn in der Heimat - und damit die Steuer darauf.

Im Geschäftsjahr 2013/14 lag der Anteil der Steuerlast am Umsatz bei der Frankfurter Gesellschaft sogar nur bei 0,23 Prozent und vor 2011/12 machte die (damals noch) „Apple Retail GmbH“ jahrelang Verluste und zahlte keine Steuern von Einkommen und Ertrag.

„Natürlich muss ein Unternehmen, das in der EU Gewinne macht, sie hier versteuern.“ Hier geht es zum Kommentar unseres Herausgebers.

 
Deutsche #Apple-Stores zahlen wenig Steuern. Das etwas zurückgefordert werden kann, ist unwahrscheinlich

Das hessische Finanzministerium machte auf Anfrage von Golem bislang keine Angaben, ob Apple in Hessen möglicherweise Steuern nachzahlen müsse. Apple-Chef Tim Cook gab unterdessen überraschenderweise bekannt, dass er beabsichtigt, im Ausland geparkte Milliarden nach Amerika holen und dort zu versteuern. Wie viel genau er versteuern wolle, sagte er nicht. Generell ist aber bekannt, dass Apple in den Vereinigten Staaten deutlich mehr Steuern zahlt als in anderen Ländern.

Hier geht es zu unserer Grafik: Apple zahlt Steuern, aber nicht in Irland.

© AP, reuters EU-Wettbewerbshüter im August: Apple muss 13 Milliarden Euro Steuern nachzahlen

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