Die britische Großbank Standard Chartered hat Vorwürfe der amerikanischen Behörden über unzulässigen Handel mit dem Iran zurückgewiesen. Das Kreditinstitut erklärte am Dienstag in Hongkong, die Vorwürfe der New Yorker Aufsichtsbehörde DFS ergäben kein „vollständiges und zutreffendes Bild der Sachlage“.
Die New Yorker Finanzaufsicht hatte der britischen Großbank Standard Chartered am Montagabend illegale Geschäfte mit Iran vorgeworfen. Die Bank, die eine Tochtergesellschaft in den Vereinigten Staaten betreibt, habe über einen Zeitraum von zehn Jahren rund 60.000 Transaktionen mit iranischen Kunden im Volumen von mehr als 250 Milliarden Dollar verschleiert. Finanztransaktionen von in Amerika tätigen Banken unterliegen scharfen Sanktionen. Die amerikanische Regierung will damit verhindern, dass Banken im Iran tätige terroristische Organisationen sowie das Atomwaffenprogramm des Landes finanziell unterstützen.
Warnung vor „katastrophalem Rufschaden“
Standard Chartered droht nun möglicherweise der Verlust der Banklizenz in New York, dem größten amerikanischen Finanzzentrum. Nach Angaben der Finanzaufsicht waren ranghohe Manager darüber informiert, dass Standard Chartered bewusst Dokumente fälschte, um die Transaktionen abzuwickeln. Nordamerikanische Mitarbeiter der Bank hatte ihre Kollegen in London zeitweilig davor gewarnt, dass Geschäfte mit dem Iran zu einem „katastrophalen Rufschaden“ führen könnten. Die Warnungen wurden offenbar ignoriert. Am Dienstagmorgen brach der Aktienkurs der Bank um mehr als 16 Prozent ein.
Erst Mitte Juni hatte ein amerikanischer Senatsausschuss der britischen Bank HSBC vorgeworfen, ihren Kunden jahrelang dabei geholfen zu haben, fragwürdige Gelder aus Mexiko, Syrien und auch Iran zu transferieren.
Sanktionen und andere Lügen
Gerhard Rinker (GerdR)
- 07.08.2012, 13:56 Uhr
Wo ist der Unterschied zum Fall "Pussy Riot"?
"Illegal" ist einmal Musik, einmal nur Brötchenerwerb.
anna bez (berlin)
- 07.08.2012, 12:04 Uhr
