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Stahlindustrie Thyssen-Krupp hebt die Ergebnisprognose an

14.08.2008 ·  Sechs Wochen vor dem Bilanzstichtag 30. September hebt die Thyssen-Krupp AG ihre Prognose an. Der Vorstandsvorsitzende Ekkehard Schulz stellte im Neunmonatsbericht ein Ergebnis vor Steuern von 3,2 Milliarden Euro in Aussicht.

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Sechs Wochen vor dem Bilanzstichtag 30. September überrascht die Thyssen-Krupp AG die Märkte mit einer Prognoseanhebung. Der Vorstandsvorsitzende Ekkehard Schulz stellte im Neunmonatsbericht für das gesamte Geschäftsjahr 2007/2008 ein Ergebnis vor Steuern und Sondereffekten von 3,2 Milliarden Euro in Aussicht. Damit würde das im Vorjahr auf 3,33 Milliarden hochgeschnellte Rekordergebnis nur um etwa 100 Millionen Euro verfehlt. Bislang hatte es geheißen, das Ergebnis werde mindestens drei Milliarden Euro erreichen.

Quartal für Quartal hat der Stahl-, Investitionsgüter- und Dienstleistungskonzern sein Ergebnis vor Steuern nach oben geschoben. Mit den im letzten Quartal erwirtschafteten 909 Millionen Euro erreicht das Vorsteuer-Ergebnis nach neun Monaten mit knapp 2,23 (Vorjahr: 2,85) Milliarden Euro einen Wert oberhalb der Planung. Die Börse honorierte zwar zu Handelsbeginn die Prognoseanhebung mit einem kleineren Kursgewinn. Aber als sich am Nachmittag das Klima im Dax verschlechterte, rutschte auch die Aktie von Thyssen-Krupp in die Minus-Zone.

Der Zwischenbericht zeigt, dass der deutsche Stahlmarktführer auch in diesem Geschäftsjahr von einer guten Konjunktur bei Qualitätsflachstahl profitiert. In der Europäischen Union haben die Stahlproduzenten bis in den Frühsommer von merklich gesunkenen Importen profitiert und ihren Absatz über das bereits 2007 hohe Niveau hinaus ausweiten können. So konnte dieser Bereich bei Thyssen-Krupp im dritten Geschäftsquartal den Umsatz um fast 500 Millionen auf 3,9 Milliarden Euro ausweiten. Dagegen büßte das Stahl-Ergebnis vor Steuern rund acht Prozent auf 389 Millionen Euro ein. Mit mehr Jahresverträgen als Weltmarktführer Arcelor-Mittal tut sich die Duisburger Thyssen-Krupp Steel schwerer, die seit Jahresbeginn stark erhöhten Rohstoffkosten zügig auf die Kunden abzuwälzen.

Bei Edelstahl kommt die Erholung vom Markteinbruch vor einem Jahr zwar nur langsamer voran. Immerhin aber ist der Thyssen-Krupp Steel im dritten Geschäftquartal ein Gewinn vor Steuern gelungen, so dass der bis zur Geschäftsjahresmitte aufgelaufene Fehlbetrag nach neun Monaten in 86 Millionen Euro positives Vorsteuer-Ergebnis umgedreht wurde.

Der seit geraumer Zeit gut ausgelastete Maschinen- und Anlagenbau innerhalb des Thyssen-Krupp-Konzerns (Technologies) konnte im Berichtsquartal sein Ergebnis vor Steuern nochmals auf 201 (Vorjahreswert 155) Millionen Euro verbessern. Die in den ersten neun Monaten erwirtschafteten 566 Millionen Euro übertreffen den Vorjahreswert um mehr als ein Drittel.

Nach Kostensteigerungen beim Stahlwerksbau in Brasilien um rund 1,5 Milliarden Euro zeichnen sich auch Verteuerungen bei den mit rund vier Milliarden Dollar geplanten Walzwerken in den Vereinigten Staaten ab. Aber weil sich der Dollar seit dem Baubeschluss erheblich abgeschwächt hat, erwächst daraus kein zusätzlicher Finanzbedarf.

Aus heutiger Sicht werde das Budget bei Qualitätsstahl um etwa 10 Prozent und bei Edelstahl um bis zu 25 Prozent überschritten, heißt es im Zwischenbericht per Ende Juli. Bisher wurden Verträge über 2,6 Milliarden Dollar oder umgerechnet fast zwei Milliarden Euro abgeschlossen.

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Von Holger Steltzner

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