07.08.2009 · Licht und Schatten in Amerika: Der vom Staat vor dem Zusammenbruch bewahrte Versicherungsriese AIG hat erstmals seit fast zwei Jahren wieder einen Quartalsgewinn erwirtschaftet. Davon ist der Hypothekenfinanzierer Fannie Mae weit entfernt.
Eigentlich war in der letzten Zeit die Hoffnung gewachsen, dass der stark gebeutelte amerikanische Immobiliensektor das Schlimmste der Rezession und der Finanzkrise überstanden hat. Das gilt aber offenbar nicht für die Hypothekenfinanzierer. Der angeschlagene amerikanische Hypothekenfinanzierer Fannie Mae hat zum achten Mal in Folge einen Quartalsverlust verbucht und braucht abermals eine staatliche Finanzspritze.
Im zweiten Quartal belaufe sich der Nettoverlust auf 14,8 Milliarden Dollar, teilte der größte Hypothekenfinanzierer des Landes am Donnerstag mit. Im Vorjahreszeitraum hatte der Nettoverlust noch 2,3 Milliarden Dollar betragen. In den ersten drei Monaten des laufenden Geschäftsjahres hat Fannie Mae einen Verlust von 23,2 Milliarden angehäuft.
Fannie Mae will den Staat um finanzielle Unterstützung in Höhe von 10,7 Milliarden Dollar bitten. Es ist bereits die dritte Finanzspritze. Der Hypothekenfinanzierer war wie auch der Schwesterkonzern Freddie Mac im September durch staatliche Hilfe vor einem Kollaps bewahrt worden. Die amerikanische Regierung wollte damit den ins Rutschen geratenen Immobilienmarkt stützen und weitere Turbulenzen an den weltweiten Finanzmärkten verhindern. Insgesamt hat der Staat den beiden Immobilienfinanzierern bei Bedarf Hilfen von bis zu 200 Milliarden Dollar in Aussicht gestellt. Fannie Mae und Freddie Mac spielen eine zentrale Rolle auf dem Hypothekenmarkt. Sie vergeben zwar keine Hypotheken direkt an Hausbesitzer, sondern kaufen sie von Hypothekenbanken, die sich auf diese Weise refinanzieren. Insgesamt besitzen oder garantieren Fannie und Freddie aber mehr als die Hälfte der amerikanischen Hypotheken.
AIG zurück in den schwarzen Zahlen
Viel besser sieht es beim vom Staat gestützten Versicherer AIG aus: Der Konzern hat es nach Rekordverlusten zurück in die schwarzen Zahlen geschafft. Unter dem Strich stand im zweiten Quartal ein Plus von 311 Millionen Dollar (216 Millionen Euro). Ein Jahr zuvor hatte der einst weltgrößte Versicherer noch ein Minus von 5,4 Milliarden Dollar eingefahren.
Der Gewinn war der erste seit fast zwei Jahren. Vor Abzug von hohen Vorzugsdividenden vor allem im Zuge der Staatskredite lag das Plus sogar bei 1,8 Milliarden Dollar, wie AIG am Freitag in New York mitteilte. Die Notenbank hatte den schwer angeschlagenen AIG-Konzern im vergangenen Jahr aus Angst vor einem Kollaps mit weltweiten Folgen stützen müssen. Bisher summieren sich die Finanzhilfen für den einst weltgrößten Versicherer auf rund 180 Milliarden Dollar. Im Gegenzug erhielt der Staat knapp 80 Prozent der Anteile.
Und es geht noch weiter ...
Frank Geiser (geiser123)
- 07.08.2009, 15:40 Uhr
Die Immobilienkrise läuft mindestens so lange wie die Hypotheken
Bernhard Schmitz (DerKetzer)
- 07.08.2009, 18:18 Uhr
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.369,17 | −1,79% |
| Dow Jones | 12.442,00 | −1,10% |
| EUR/USD | 1,2424 | −0,51% |
| Rohöl Brent Crude | 103,86 $ | −2,80% |
| Gold | 1.579,50 $ | 0,00% |
Anonym bewerben? Ist das gut?