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Spitzelaffären Lufthansa hat Passagierdaten ausgewertet

09.06.2008 ·  Als Interna aus einer Aufsichtsratssitzung an die Öffentlichkeit gelangten, hat die Lufthansa ihre internen Passagierdaten ausgewertet und festgestellt, dass ein Aufsichtsrat und ein Journalist zur gleichen Zeit das gleiche Ziel ansteuerten.

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Mitte vergangener Woche hatte die Deutsche Lufthansa in einer Umfrage der Frankfurter Allgemeinen Zeitung noch erklärt, nichts mit dem in die Spitzelaffäre der Deutschen Telekom involvierten Unternehmen Network Deutschland zu tun zu haben. Das mag richtig sein, doch die Lufthansa hat ebenfalls Verbindungsdaten eines Journalisten ausgewertet, wie sich jetzt herausstellt.

Weil 2000/2001 Interna aus einer Aufsichtsratssitzung, in der darüber entschieden wurde, ob die Lufthansa das Großraumflugzeug Airbus 380 oder ein Konkurrenzmodell von Boeing bestellt, an die Öffentlichkeit gelangten - mit entsprechenden Folgen für die Verhandlungsposition der Lufthansa gegenüber Airbus -, wertete die Fluggesellschaft ihre internen Passagierdaten aus, um festzustellen, ob ein Aufsichtsrat und ein Journalist womöglich zur selben Zeit dasselbe Ziel angesteuert haben.

„Wir haben nur zugängliche, offene Informationsmittel benutzt“

Das war offensichtlich der Fall. Das Treffen zwischen dem Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat und dem Journalisten soll in Hamburg in der Vielfliegerlounge stattgefunden haben. Die Lufthansa habe hernach eine Strafanzeige vorbereitet und den Informanten damit konfrontiert, der es daraufhin vorgezogen habe, „aus gesundheitlichen Gründen“ in den Ruhestand zu treten, heißt es aus dem Unternehmen.

„Wir haben nur zugängliche, offene Informationsmittel benutzt“, sagt ein Lufthansa-Sprecher. Illegales sei nicht geschehen. Flugdaten seien nicht so geschützt wie etwa Telefondaten. Zudem liege der Vorfall etwa sieben Jahre zurück.

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Von Susanne Preuß

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