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Montag, 13. Februar 2012
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Spitzelaffäre der HSH Nordbank Dirk Nonnenmacher will unschuldig sein

28.08.2010 ·  Der Chef der HSH Nordbank Dirk Jens Nonnenmacher beteuert seine Unschuld in der Spitzelaffäre. Die Vorwürfe, er habe Wohnungen durchsuchen und Büros abhören lassen, seien „unglaublich und perfide“.

Von Johannes Ritter, Hamburg
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Dirk Jens Nonnenmacher hat jede Mitschuld an der Spitzelaffäre, welche die HSH Nordbank seit einer Woche in Atem hält, zurückgewiesen. „Ich habe niemals derartige Aufträge erteilt und hätte sie auch niemals gebilligt“, sagte der Vorstandsvorsitzende der skandalgeplagten Bank auf einer Pressekonferenz in Hamburg.

Wie berichtet soll der ehemalige Sicherheitsberater Arndt U. eine Wanze im Büro des ehemaligen Vorstandsmitglieds Frank Roth installiert und dessen Privatwohnung durchsucht haben. Dies jedenfalls gaben zwei Aufsichtsratsmitglieder der Arbeitnehmerbank, Olaf Behm und Rieka Meetz-Schawaller, nach einem Gespräch mit dem Berater Arndt U. zu Protokoll. Arndt U. behauptet, derartige Aussagen nie getätigt zu haben. Er sei von Nonnenmacher oder anderen nicht mit illegalen Aufgaben betraut worden. Nun ermittelt die Staatsanwaltschaft, was Nonnenmacher guthieß: Derart widersprüchlichen, strafrechtlich relevanten Vorgängen müsse auf den Grund gegangen werden. Nonnenmacher sprach nun von „unglaublichen und perfiden Vorwürfen“, die die Mitarbeiter bei ihrer täglichen Arbeit behinderten. Im Kurs der Neuausrichtung der Bank werde man sich aber „weder von Gerüchten noch von abwegigen Unterstellungen abbringen lassen“. Jenseits der Frage, ob die Vorwürfe wahr seien, habe ihn diese Sache erschreckt und erschüttert, sagte Nonnenmacher. Trotz der notariell bekundeten Dementis des ehemaligen Sicherheitsberaters seien noch viele Fragen offen. Im Schulterschluss mit dem Aufsichtsrat werde man nun alles tun, um den Fall aufzuklären. „Wir werden klare Konsequenzen ziehen, sobald belastbare Erkenntnisse vorliegen“, sagte Nonnenmacher.

Vorwurf des Geheimnisverrats

Der Vorstandschef ließ durchblicken, dass er das Verhalten der Aufsichtsräte Behm und Meetz-Schawaller in dieser Sache für fragwürdig hält. „Dass ungeprüfte Verdachtsmomente breit gestreut werden, geht bis zur Grenze des Erträglichen und weit darüber hinaus“, sagte Nonnenmacher. Dass zwei Aufsichtsratsmitglieder Protokolle anfertigten, bezeichnete er als „bemerkenswert“. Dies sei auch im Präsidialausschuss und im Aufsichtsrat „klar erörtert“ worden. Das ist eine vorsichtige Umschreibung dafür, dass der Betriebsratschef und stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende Behm bereits harte Kritik von der Arbeitgeberseite und hier vor allem von Kopper einstecken musste. Nonnenmacher selbst ist davon überzeugt, volle Rückendeckung zu haben: „Seien Sie sich sicher, dass ich mir sicher bin, dass ich das uneingeschränkte Vertrauen des Aufsichtsrats habe“, entgegnete er auf eine entsprechende Frage.

Obwohl die Staatsanwaltschaft Kiel das Ermittlungsverfahren gegen den im April 2009 entlassenen HSH-Vorstand Roth „mangels hinreichenden Tatverdachts“ eingestellt hat, hält Nonnenmacher an dem Vorwurf des Geheimnisverrats fest: Er sei sich absolut sicher, dass es inhaltlich und formal richtig war, Roth damals abzuberufen. Daher werde die Bank Beschwerde einreichen gegen die Einstellung des Verfahrens. Roth beteuert seine Unschuld und will seinerseits Schiedsklage gegen die Bank einreichen.

Nonnenmacher und der inzwischen beurlaubte HSH-Chefjustitiar Wolfgang Gößmann hatten im Februar 2009 codierte Unterlagen an die übrigen Vorstandsmitglieder, darunter auch Roth, verteilt. Damals sei „unendlich“ viel Material aus der Bank herausgeflossen. Darauf habe man reagieren müssen, um Schaden von der Bank abzuwenden, verteidigte Nonnenmacher das Vorgehen.

Zu den Gegenmaßnahmen habe auch die Individualisierung von Dokumenten gehört. Das sei ein rechtlich einwandfreies Verfahren, das man auch in anderen Fällen zum Einsatz gebracht habe. Als sich abgezeichnet habe, dass ein Vorstand seine Pflichten verletzt haben könnte, seien der Präsidialausschuss und der Aufsichtsrat eingeschaltet worden.

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Von Johannes Ritter

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