06.11.2006 · Obwohl aus Amerika wieder die Tendenz zum traditionellen Spielzeug kommt, wird sich dies nicht auf die deutsche Produktion auswirken. Es gibt allerdings Bedarf an Designern und Programmierern von Computer- und Videospielen.
Zur Beschäftigung trägt die Spielwarenbranche hierzulande nur vergleichsweise wenig bei. Die traditionellen Spielwarenhersteller beschäftigen nur noch schätzungsweise 14.000 Mitarbeiter. Daran erkennt man, daß die meisten Spielwaren gar nicht mehr in Deutschland hergestellt werden. Und wenn dann noch einer der wenigen großen nationalen Hersteller Schwierigkeiten bekommt wie der Modelleisenbahnhersteller Märklin im vergangenen Jahr, dann bricht die deutsche Produktion sofort deutlich ein.
Allerdings legt sie in diesem Jahr wieder leicht zu - auch weil es Märklin wieder bessergeht. Arbeitsmarktimpulse gehen aber von der besseren Konjunktur kaum aus. Die größten Hersteller hierzulande sind neben Märklin, die vor allem metallverarbeitende Berufe beschäftigen, die Spritzgießereien der Marken Big (Bobby Car), Wader (Kunststoffahrzeuge), Bruder (landwirtschaftliche Kunststofffahrzeuge) oder als einer der größten Produzenten Playmobil (Spielfiguren).
Holzspielzeug aus dem Erzgebirge
Aber moderne Spritzgießereien sind so durchrationalisiert, daß nur noch wenige Menschen beschäftigt werden. Auch der Spielehersteller Ravensburger kann seine deutsche Produktion nur durch ständige Rationalisierung verteidigen. Handarbeit gibt es neben Märklin noch bei Steiff, wo Plüschtiere genäht werden. Und eigentlich ganz aus deutscher Produktion kommt nur das Holzspielzeug mit Produktionsschwerpunkten in Nordbayern und im Erzgebirge. Holzspielzeug trägt aber nicht einmal mit 5 Prozent zum Branchenumsatz bei - hat aber den einzigen spielzeugspezifischen Lehrberuf, den des Holzspielzeugmachers.
Allerdings kennt der Geschäftsführer des Industrieverbandes Volker Schmid nicht einen Betrieb, der Lehrlinge in diesem Beruf aktiv ausbildet. Die Ausbildung findet nur in der Schule im erzgebirgischen Seiffen statt. Ansonsten gibt es keinen einzigen branchenspezifischen Beruf. Man braucht Mitarbeiter aus der Metall- oder Kunststoffverarbeitung, aus der Druckerei- oder Holzverarbeitungsbranche. Eine Spielzeugdesignschule in Sonneberg hat längst wieder ihre Pforten geschlossen.
Tendenz zum traditionellen Spielzeug
Aber dennoch ist Schmid überzeugt, daß die Spielzeugbranche ein attraktives Umfeld für junge Menschen ist. Aus Amerika komme die Tendenz wieder hin zum traditionellen Spielzeug. Immer mehr Menschen würden erkennen, daß die Invasion der Elektronik in Kinderzimmern mehr geschadet als genutzt habe. Selbst wenn die Umsätze mit traditionellem Spielzeug wieder steigen, kommt das wahrscheinlich weniger den deutschen Fabriken als jenen in Südostasien zugute.
Attraktive Arbeitsplätze bieten sich aber auf jeden Fall bei den Herstellern von Computer- und Videospielen. Hier gibt es nur wenige aus deutscher Produktion, so die vor wenigen Tagen gestarteten Bestseller Gothic 3 (Entwicklungsstudio Pluto 13, Essen) und Anno 1701 (Sunflowers, Heusenstamm bei Frankfurt). Vor allem Programmierer finden hier eine abwechslungsreiche Aufgabe, aber auch Spieledesigner.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.369,17 | −1,79% |
| Dow Jones | 12.442,00 | −1,10% |
| EUR/USD | 1,2424 | −0,51% |
| Rohöl Brent Crude | 103,86 $ | −2,80% |
| Gold | 1.579,50 $ | 0,00% |
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