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Spielemesse E3 Nintendo hofft auf die Wende mit der Wii U

Nintendo hat auf der Spielemesse E3 seine neue Spielekonsole Wii U vorgestellt. Sie soll pünktlich zum Weihnachtsgeschäft auf dem Markt sein. Wirtschaftlich ist es für den Konzern überlebenswichtig, mit der Konsole an alte Erfolge anzuknüpfen.

© dpa Vergrößern Zweitbildschirm und Controller in einem: Die Wii U besitzt einen berührungsempfindlichen Touchscreen

Angekündigt hat der japanische Spielekonzern Nintendo seine neue Spielekonsole Wii U schon im Januar auf einem Analystentreffen in Tokio. Nun wurde die Konsole auf der Messe für Unterhaltungselektronik E 3 in Los Angeles vorgestellt. Die Wii U, eine erweiterte Version der erfolgreichen Wii-Konsole, ist eine der wenigen auffälligen Neuerungen auf der Messe. Nintendo hofft, damit einen großen Treffer zu landen und an alte Erfolge anzuknüpfen. „Die Konsole verändert dein Spielverhalten, sie verändert die Art, wie du im Spiel mit deinen Freunden interagierst, und sie verändert die Wertschätzung, die du deinem Fernseher entgegenbringst“, sagte Reggie Fils-Aime, Nintendos Nordamerika-Präsident auf der Bühne in Los Angeles. „Sie wird das Wohnzimmer revoluzionieren.“

Ungewohnte Präsentation: Mit diesem Video macht Nintendo auf seine neue Spielekonsole aufmerksam.

Nintendos Präsident Saturo Iwata hatte bereits im Vorfeld der E3 beteuert, dass die Entwicklung der neuen Konsole „reibungslos“ verlaufe. Zum Weihnachtsgeschäft soll die Wii U in Amerika, in Europa und in Australien auf den Markt kommen und den dringend benötigten Wachstumsschub bringen.

Technisch schließt Nintendo mit der neuen Konsole zu den Standards seiner Wettbewerber Microsoft und Sony auf. Auch dreidimensionale Bilder können wiedergegeben werden. Das Besondere an der Wii U ist, dass sie einen berührungsempfindlichen Touchscreen hat, der sowohl als Zweitbildschirm wie auch als Controller dient.

Der Internethandel mit Spielen soll ausgebaut werden

Wirtschaftlich ist es für Nintendo überlebenswichtig, mit der Wii U an die alten Erfolge anzuknüpfen. Die gesamte Branche leidet darunter, dass immer mehr Menschen ihre Smartphones auch für Computerspiele benutzen, statt Spielekonsolen und die dazugehörigen Spiele zu kaufen. Schwache Verkäufe der erfolgreichen Wii und der neuen tragbaren 3 DS-Spielekonsole haben Nintendo im vergangenen Geschäftsjahr zum ersten Mal seit 1962 einen Nettoverlust von 43,2 Milliarden Yen (rund 445 Millionen Euro) beschert. Im Vorjahr hatte der Konzern noch ein Plus von 77,6 Milliarden Yen erreicht. Iwata sprach bei der Vorstellung der Bilanz Ende April von einer „ernsten Situation“. 2008/2009, während der internationalen Finanzkrise, hatte Nintendo noch einen Rekordnettogewinn von 279 Milliarden Yen gemeldet.

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Der japanische Konzern hatte sich die Wende zum Besseren schon im vergangenen Jahr durch seine neue 3DS-Konsole erhofft, während zugleich die Wii aus immer mehr Regalen verbannt wurde. Doch die 3 DS verkaufte sich so schleppend, dass sich Nintendo gezwungen sah, bereits sechs Monate nach der Markteinführung die Preise zu senken. Auch die starke japanische Währung macht dem Unternehmen zu schaffen, das 80 Prozent seines Umsatzes außerhalb Japans erzielt. Auf 27,7 Milliarden Yen beziffert Nintendo allein die Verluste aus der Aufwertung des Yen im vergangenen Geschäftsjahr.

Als Antwort auf den Siegeszug der Smartphones setzt das Unternehmen aber nicht nur auf seine neue Wii U. Künftig soll der Internethandel mit Spielen ausgebaut werden. Eine eigene Abteilung ist damit beschäftigt, Daten zu sammeln und zu analysieren und den lange vernachlässigten Online-Handel zu stärken. Von August an sollen neue Spiele heruntergeladen werden können. Zudem will sich Nintendo stärker um die Märkte der aufstrebenden asiatischen Volkswirtschaften bemühen. Bislang werden 90 Prozent des globalen Umsatzes in den Industrieländern gemacht.

Quelle: F.A.Z.

 
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