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Spekulationen bestätigt Zetsche schließt Chrysler-Verkauf nicht mehr aus

14.02.2007 ·  Der Daimler-Chrysler-Konzern wird seine amerikanische Tochtergesellschaft Chrysler intensiv prüfen. Der Konzern bestätigte indirekt in einer Ad-Hoc-Mitteilung Informationen der F.A.Z., nach denen am Ende dieses Prozesses durchaus ein Verkauf von Chrysler stehen könnte.

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Der Daimler-Chrysler-Konzern wird seine amerikanische Tochtergesellschaft Chrysler auf den Prüfstand stellen. Auch ein Verkauf dürfte am Ende dieses Prozesses nicht länger ausgeschlossen sein. Einen entsprechenden Plan will der Vorstandsvorsitzende Dieter Zetsche an diesem Mittwoch auf der Bilanzpressekonferenz am Chrysler-Standort Auburn Hills verkünden. In einer Ad-Hoc-Mitteilung hat der Konzern entsprechende Informationen der F.A.Z. bestätigt.

Ebenfalls an diesem Mittwoch soll die Sanierung für die angeschlagene Chrysler-Gesellschaft vorgestellt werden, die Fabrikschließungen und den Abbau von 8000 bis 10.000 Stellen vorsieht, erfuhr die F.A.Z. aus Unternehmenskreisen.

Klare Margenvorgaben

Zetsche habe den gesamten Konzern strategisch durchleuchtet und werde für jeden Bereich klare Margenvorgaben machen - vergleichbar mit Siemens, hieß es. In diesem Zusammenhang sollen dem Vernehmen nach von einer Investmentbank Optionen für Daimler-Chrysler geprüft werden, die von einer Beibehaltung des Status-quo, über eine Chrysler-Abspaltung, bis hin zum Verkauf der amerikanischen Automarke reichen können. Dem Szenario, dass Daimler-Chrysler in seiner jetzigen Struktur bestehen bleibt, misst ein dem Unternehmen nahe stehender Manager dabei allerdings die geringste Wahrscheinlichkeit zu: „Der Hochzeit im Himmel wird eine Scheidung auf Erden folgen.“

Auf eine Abspaltung von Chrysler, fast neun Jahre nach der Fusion, haben Analysten und Fondsmanager zuletzt immer wieder gehofft. Hartnäckig hielt sich zuletzt rund um den Fusionskonzern die Spekulation, Chrysler werde in eine rechtlich selbständige Gesellschaft überführt. Für den Kapitalmarkt wäre dies ein Signal, dass die beiden Autohersteller Mercedes-Benz und Chrysler künftig wieder getrennte Wege gehen.

„Geburtsfehler“ heilen

Entsprechend haben Automobilfachleute die jüngsten Spekulationen bewertet: „Es ist nur konsequent, wenn neben der Chrysler Group auch die Mercedes Car Group als selbständige Einheit fungiert“, sagt etwa Christoph Stürmer vom Prognoseinstitut Global Insight. Für ihn wäre dann auch der „Geburtsfehler“ von 1998 geheilt, wenn Chrysler mit seinen Marken Dodge und Jeep von der Öffentlichkeit wieder als amerikanisches Unternehmen wahrgenommen würde. Sogar einen späteren Börsengang kann sich der Automobilexperte vorstellen.

Analysten weisen jedoch auf den Umstand hin, dass eine vollständige Abspaltung von Chrysler mit hohen Kosten verbunden wäre. Nach Berechnungen der Analysten von Sal. Oppenheim würde das den Konzern rund 26 Milliarden Euro kosten. So hoch wären die Kosten für die Gesundheitsvorsorge und die Pensionsansprüche der Chrysler-Mitarbeiter sowie die notwendige Rekapitalisierung der neuen Gesellschaft. Hinzu käme noch eine „Mindestausstattung“ mit Liquidität, damit die „Chrysler New Co“ unter einem neuen Eigentümer überlebensfähig wäre. „Die Abspaltungskosten entsprechen dem Risikoprofil des Unternehmens und wären somit Bestandteil einer Kaufpreisverhandlung für Chrysler“, sagt Oppenheim-Analyst Michael Raab.

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