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Spedition Willy Betz : Fünf Jahre Haft und hohe Geldstrafe

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Die Willi Betz Unternehmensgruppe muss insgesamt fast 15 Millionen Euro Strafe zahlen Bild: AP

Der Reutlinger Spediteur Thomas Betz saß bereits zweieinhalb Jahren in Untersuchungshaft. Jetzt wurde er wegen Bestechung und Sozialversicherungsbetrugs in Millionenhöhe zu fünf Jahren Haft verurteilt. Den Gerichtssaal durfte er zunächst jedoch als freier Mann verlassen.

          Der Reutlinger Spediteur Thomas Betz ist wegen Bestechung und Sozialversicherungsbetrugs in Millionenhöhe zu fünf Jahren Haft verurteilt worden. Außerdem muss der 49-Jährige eine Geldstrafe von 2,16 Millionen Euro bezahlen. Mit dem Urteil folgte das Landgericht Stuttgart am Montag einer Verständigung, die die Prozessbeteiligten im Februar getroffen hatten. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, beide Seiten können noch Rechtsmittel einlegen.

          Betz, der zweieinhalb Jahre in Untersuchungshaft saß, durfte den Gerichtssaal zunächst als freier Mann verlassen. Der Haftbefehl wurde aufgehoben. Es bestehe keine Fluchtgefahr mehr, sagte der Vorsitzende Richter Wolfgang Schwarz. Ob die übrigen zweieinhalb Jahre der Haftstrafe gegen Betz zur Bewährung ausgesetzt werden könnten, werde in einem gesonderten Verfahren geklärt.

          9,6 Millionen Euro Beiträge hinterzogen

          Betz hat dem Urteil zufolge in den Jahren von 1999 bis 2002 osteuropäische Lastwagenfahrer illegal auf Strecken innerhalb der EU eingesetzt. Dabei habe er die bulgarischen Kraftfahrer nicht zur Sozialversicherung angemeldet und 9,6 Millionen Euro Beiträge hinterzogen, sagte Schwarz. Damit die Fahrer überhaupt für ihn arbeiten konnten, habe der Spediteur sich mit Unterstützung seines Prokuristen beim Ausländeramt mehr als 1000 Visa erschlichen. Mit Bestechung in Millionenhöhe habe Betz sich zudem rund 2700 Genehmigungen verschafft, die ihm den grenzüberschreitenden Gütertransport ermöglichten.

          Die Willi Betz Unternehmensgruppe muss insgesamt fast 15 Millionen Euro Strafe zahlen, darunter Geldbußen und einen Ausgleich für die Gewinne, die die Spedition mit Hilfe der Straftaten erwirtschaftet hat. Das Unternehmen gehört zu den größten Transportunternehmen in Europa und beschäftigt eigenen Angaben zufolge rund 8000 Mitarbeiter in 20 Ländern. Die beiden Mitangeklagten wurden zu Bewährungsstrafen von einem und zwei Jahren sowie zu Geldbußen von 15.000 Euro und 25.000 Euro verurteilt.

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