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Suche nach neuem Bahnchef : SPD-Aufsichtsrätin hält Pofalla für ungeeignet

  • Aktualisiert am

Ronald Pofalla, Mitglied des Vorstands der Deutschen Bahn AG Bild: dpa

Die Verkehrspolitikerin Kirsten Lühmann verweist darauf, das dem früheren Kanzleramtsminister die Erfahrung in bestimmten Fragen fehlt. Von geeigneten Kandidaten hat sie eine klare Vorstellung.

          Für die SPD kommt der frühere Kanzleramtsminister Ronald Pofalla (CDU) als Bahnchef nicht in Frage. Die SPD-Verkehrspolitikerin Kirsten Lühmann, die im Aufsichtsrat der Deutschen Bahn (DB) sitzt, hält Pofalla für fachlich ungeeignet. Der Aufsichtsrat  habe erst „vor acht Wochen Herrn Pofalla zum Netz-Vorstand ernannt und den Technik-Bereich, der eigentlich dazu gehört, ausgegliedert. Mit der Begründung, dass Herrn Pofalla die Erfahrung für den Bereich Technik fehlt“, sagte sie. „Ich halte diese Entscheidung immer noch für gut und richtig. Und dann kann ich aber nicht acht Wochen später sagen, er ist geeignet, Vorstandsvorsitzender zu werden.“

          Lühmann plädierte für einen Kandidaten von außerhalb des Konzerns. „Dem Aufsichtsrat sollte spätestens auf seiner regulären Sitzung im März eine Personalie präsentiert werden“, sagte sie. „Wir brauchen frischen Wind im Vorstand, wir brauchen neue Ideen. Ich bin dagegen, einen Übergangskandidaten zu bestimmen, der den Job nur zwei oder drei Jahre macht.“

          Lühmann „würde es begrüßen“, eine Frau an der Spitze der Bahn zu sehen. Konkrete Kandidatinnen oder auch Kandidaten gäbe es jedoch noch nicht. „Zurzeit drängt sich wirklich niemand auf, der sowohl mit Personal als auch Politik umgehen kann“, sagte sie dem RND. Die „größte Herausforderung“ eines neuen Bahnchefs müsste sein, Verspätungen und Anschlussprobleme zu beseitigen und für einen verlässlichen Takt zu sorgen. Einen Rückzug des Staates aus der DB werde es nicht geben, sagte Lühmann. „Die Bahn ist Daseinsvorsorge. Wir werden in Zukunft mehr Staat bei der Bahn sehen, nicht weniger. Wir wollen nach Schweizer Vorbild den Deutschland-Takt einführen. Alle Parteien sind dafür. Dann müssen wir aber auch im Fernverkehr Strecken ausschreiben und Wirtschaftlichkeitslücken ausgleichen.“

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