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Sparplan Airbus stoppt Arbeiten an A380-Frachter

01.03.2007 ·  Es ist die erste Auswirkung der aktuellen Airbus-Krise auf die Modellpolitik des Flugzeugbauers: Der finanziell angeschlagene Konzern hat mit sofortiger Wirkung alle Arbeiten an der Frachtflugzeugversion des Riesenairbus A380 bis auf weiteres gestoppt.

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Airbus hat alle Arbeiten an der Frachtversion des neuen Großraumflugzeugs A380 auf Eis gelegt. Das teilte eine Sprecherin des europäischen Flugzeugbauers am Donnerstag in Toulouse auf Anfrage mit. Das Programm sei nur unterbrochen, das Marketing beispielsweise werde fortgesetzt. Die Frachterversion bleibe somit „aktiver Teil der Airbus-Familie.“ Unter anderem für die Frachtversion hatte der Airbus-Konzern am Standort Hamburg- Finkenwerder einen umfangreichen Ausbau durchgesetzt. Wegen der Erweiterung unter anderem mit Verlängerung der Startbahn kam es zu heftigen Protesten von Umweltschützern und Anwohnern sowie jahrelangen Prozessen. Erst einen Tag zuvor hatte Airbus das Sanierungsprogramm „Power8“ mit einschneidenden Folgen für Werke auch in Deutschland bekanntgegeben.

Die Airbus-Sprecherin bestätigte Angaben der „Financial Times Deutschland“. Wie die Zeitung erfuhr, hat Programmchef Mario Heinen die Unterbrechung der Arbeiten am A380 Frachter der Airbus- Belegschaft am Donnerstag mitgeteilt. Heinen begründete den Schritt mit den großen finanziellen Herausforderungen und dem Fehlen einer kurzfristigen Marktperspektive für das Frachtmodell A380F.

Neuer Zeitplan

Ein EADS-Sprecher erklärte in München, Grund für den Schritt sei ein neuer Zeitplan für das A380-Frachter-Programm. Die Frachtmaschine bleibe aber ein „zentraler Teil der A380-Flugzeug- Familie“, sagte er. „Es gibt ein Marktpotenzial von zirka 400 Flugzeugen über die nächsten 20 Jahre.“ „Wir werden die Kapazitäten nun auf die Passagierversion des A380 konzentrieren“, sagte der EADS-Sprecher. Zur Länge der Unterbrechung machte er keine Angaben.

Video: Airbus will 10.000 Arbeitsplätze streichen

Für Hamburgs Wirtschaftssenator Gunnar Uldall (CDU) ist die Unterbrechung bei den Arbeiten an der Frachtversion kein Problem. „Ich sehe das gelassen, absolut gelassen“, sagte er am Donnerstag der dpa. „Tatsache ist, dass die beiden Aufträge gecancelt sind, die Airbus für den Bau von Frachtflugzeugen bekommen hatte. Das ist nichts Neues.“ Für Hamburg sei das bedeutungslos, „denn die Start- und Landebahn ist ja nicht nur für diese beiden Aufträge gebaut worden“.

UPS hatte Lieferabkommen geändert

Vor rund einer Woche hatte der weltgrößte Paketzusteller UPS als letzter verbliebener Auftraggeber für die riesige Frachtmaschine das Lieferabkommen geändert. Es wurden neue Termine festgelegt, nachdem die Auslieferung ursprünglich von 2009 bis 2012 laufen sollte. Zudem hatte sich UPS die Möglichkeit für die Streichung des Auftrags gesichert. UPS hatte bei Airbus 10 der Frachtflugzeuge bestellt.

Mit dem Airbus A380-Frachter will der europäische Flugzeugbauer gegen den US-Konkurrenten Boeing antreten. Die geplante Version soll nach früheren Angaben des Herstellers maximal 157 Tonnen Ladung an Bord nehmen. Die Reichweite des Flugzeuges beträgt 10.400 Kilometer. Frachtflugzeuge wie Airbus A380F und Boeing 777F kommen beim Transport von Lebensmitteln, Expresspost, Blumen, aber speziell auch von großen Industrieanlagen oder Elektronik zum Einsatz.

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Von Holger Steltzner

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28.05.2012 17:45 Uhr
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