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Sparkassen Die Landesbanken werden neu geordnet

27.08.2007 ·  Nach dem Verkauf der SachsenLB an die Landesbank Baden-Württemberg wird nun bald über die Zukunft der WestLB in Düsseldorf entschieden. Die 450 Sparkassen in Deutschland kommen damit dem Ziel näher, ein Spitzeninstitut der öffentlich-rechtlichen Bankengruppe zu schaffen.

Von Hanno Mußler
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Die 450 Sparkassen in Deutschland kommen dem vor wenigen Monaten noch aussichtslos erschienenen Ziel näher, ein Spitzeninstitut der öffentlich-rechtlichen Bankengruppe zu schaffen. Nach dem Verkauf der SachsenLB an die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) an diesem Wochenende wird sich in den nächsten Wochen die Zukunft der WestLB in Düsseldorf entscheiden. Die Sparkassen im Rheinland werden an diesem Montag für Verhandlungen mit dem „bevorzugten Fusionspartner“ LBBW in Stuttgart plädieren; einen Tag später ist das gleiche Signal von den Sparkassen in Westfalen-Lippe zu erwarten. Beide zusammen halten über ihre Verbände gut 50 Prozent an der WestLB.

Nach der Übernahme der SachsenLB gibt es noch sieben unabhängige Landesbanken. Für die LBBW mit ihrer Bilanzsumme von 430 Milliarden Euro ist die SachsenLB, gemessen an deren Bilanzsumme von 70 Milliarden Euro, ein kleiner Fisch. Die WestLB dagegen ist mit ihrer Bilanzsumme von 290 Milliarden Euro und ihrer starken Stellung im Ausland und an den Kapitalmärkten ein anderes Kaliber. Die WestLB ist aber in einer misslichen Lage: Wegen fehlgeschlagener Aktienspekulationen wird die Bank am Donnerstag wohl einen Halbjahresverlust bekanntgeben müssen. In wenigen Tagen wird zudem die Bankenaufsicht einen Prüfbericht darüber vorlegen, wie es zu den hohen Aktienpositionen in VW, BMW und Metro kommen konnte und wer dafür die Verantwortung hat. Vorstandsvorsitzender Thomas Fischer und Risikovorstand Matthijs van den Adel sind bereits vom Aufsichtsrat abberufen worden; weitere Vorstände könnten folgen. Auch der Aufsichtsratsvorsitzende Rolf Gerlach (Sparkassenverband Westfalen-Lippe) steht zur Disposition.

Die Führungslosigkeit bei der WestLB

Diese weitgehende Führungslosigkeit der WestLB - der für Fischer berufene neue Vorstandsvorsitzende Alexander Stuhlmann will höchstens ein Jahr amtieren - macht es auf den ersten Blick leichter, die WestLB einer anderen Landesbank wie der LBBW zuzuschlagen. Doch die nordrhein-westfälische Landesregierung sucht händeringend nach weiteren Optionen für die WestLB neben der LBBW. In Frage kommt nach Ansicht von Beratern der Landesregierung allein ein Zusammenschluss mit der Stadtsparkasse Düsseldorf, um das Grundübel der WestLB zu beheben: Sie hat zu wenig Kunden, seitdem im Juli 2005 die staatlichen Haftungsgarantien für die Landesbanken weggefallen sind und sie Geld nicht mehr günstiger als Wettbewerber aufnehmen und als Kredit vergeben kann.

Neben einer Sonderlösung in Düsseldorf aus WestLB und Sparkasse versucht die nordrhein-westfälische Landesregierung offenbar auch, die WestLB mit anderen Landesbanken wie der NordLB oder der Landesbank Hessen-Thüringen zusammenzubringen. Dann wäre die WestLB nicht der kleinere Partner. So könnten mehr Arbeitsplätze am Standort Düsseldorf erhalten werden als bei einer Fusion mit der übermächtigen LBBW, lautet das Kalkül.

Die HSH Nordbank wird vermutlich 2008 an die Börse gehen

Doch die Bereitschaft von Landesregierungen, Landesbanken mit anderen Banken zusammenzubringen, war in der Vergangenheit gering. Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU) zum Beispiel ging 1999 sogar abermals eine Beteiligung von 10 Prozent an der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) ein. Seither fehlt der Bank am Finanzplatz Frankfurt die große Perspektive. Die Helaba durfte zwar die Frankfurter Sparkasse kaufen. Angedachten Zusammenschlüssen zunächst mit der BayernLB und später mit der Dekabank in Frankfurt und der Landesbank Rheinland-Pfalz in Mainz versagte Koch jedoch die Unterstützung. Die Landesbank Rheinland-Pfalz fand daraufhin bei der LBBW in Stuttgart Unterschlupf. Dass Koch nun ein Zusammengehen der Helaba mit der WestLB positiv begleiten würde, gilt in Sparkassenkreisen als unwahrscheinlich. Schließlich wäre die Helaba der deutlich kleinere Partner.

Dennoch ist die Neuordnung der Landesbanken in vollem Gange. Die HSH Nordbank in Hamburg wird vermutlich schon 2008 an die Börse gehen und damit aus dem öffentlichen Sparkassenlager ausscheiden. Nach der Landesbank Rheinland-Pfalz 2005 stößt noch in diesem Jahr die SachsenLB zur LBBW. Über die Landesbank Berlin können die Sparkassen nach dem Kauf im Juli ohne Einflussnahme von Landespolitikern entscheiden. Eine um die WestLB erweiterte LBBW könnte große Anziehungskraft entfalten.

Quelle: ham./F.A.Z., 27.08.2007, Nr. 198 / Seite 11
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Jahrgang 1971, Redakteur in der Wirtschaft.

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