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Soziale Netzwerke Facebook bereitet Börsengang vor

25.11.2009 ·  Facebook ändert seine Aktienstruktur, behauptet aber, ein Gang an die Börse stehe nicht unmittelbar bevor. Man wolle die Kontrolle der bisherigen Aktieninhaber sichern. Marktbeobachter werten den Schritt aber als eindeutiges Zeichen für konkrete Pläne.

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Das Online-Netzwerk Facebook bereitet sich auf einen Börsengang vor. Nach dem Vorbild des Suchmaschinen-Spezialisten Google führt das Unternehmen eine Zwei-Klassen-Aktienstruktur ein, die den Einfluss bestehender Anteilseigner und die Position von Facebook-Gründer Mark Zuckerberg sichern soll. In einer Erklärung betonte Facebook allerdings, ein Gang an die Börse stehe nicht unmittelbar bevor. Man wolle lediglich für bestimmte Angelegenheiten die Kontrolle der bisherigen Aktieninhaber sichern.

Experten werteten die Veränderung als logischen Schritt. „Es ist genau das, was Google vor langer Zeit auch getan hat“, sagte Analyst Ben Schachter von Broadpoint AmTech. Die Struktur ist eine Möglichkeit, langfristige Interessen trotz kurzfristiger Zwänge zu bewahren. Andere werten den Schritt als eindeutiges Zeichen für konkrete Börsen-Pläne. „Das ist ein klarer Hinweis darauf, dass sie sich für den Börsengang vorbereiten“, sagte Francis Gaskins, Präsident des Börsendienstleisters IPODesktop.com im kalifornischen Marina del Rey der Finanznachrichtenagentur Bloomberg. „Es gibt keinen anderen Grund für so etwas.“

Facebook ist mit mehr als 300 Millionen Nutzern das populärste Online-Netzwerk. Zu den Aktionären zählen Microsoft ebenso wie der russische Investor Digital Sky Technologies. Facebook-Chef Mark Zuckerberg hatte im Mai gesagt, ein Börsengang sei Jahre entfernt (Russischer Investor steigt bei Facebook ein). Sein Unternehmen wird finanziert durch Kapitalgeber, die zusammen mehr als 600 Millionen Dollar investiert haben.

Alle bisherigen Facebook-Anteilseigner sollen nach den neuen Plänen sogenannte Class-B-Aktien bekommen, die ihnen mehr Stimmrechte und damit auch künftig mehr Einfluss auf die Geschicke des Unternehmens sichern. Class-B-Aktionären sollen zehnmal so viele Stimmrechte erhalten wie herkömmliche Papiere der Klasse A, berichtete das „Wall Street Journal“ unter Berufung auf eine Person, die Einsicht in entsprechende Dokumente haben soll. Damit würde bei einer Aktienplatzierung vor allem die starke Rolle von Mark Zuckerberg gesichert.

Auch Twitter hegt Pläne

Eine solche Zwei-Klassen-Struktur hatte unter anderem der Internet-Konzern Google gewählt, um bei seinem Börsengang im Jahr 2004 den Einfluss der Gründer Larry Page und Sergey Brin zu garantieren. Einen Börsengang zur Aufstockung der Finanzen erwägt derzeit auch der Kurznachrichtendienst Twitter. Zu einem gewissen Zeitpunkt sei ein solcher Schritt durchaus eine Option, erklärte Mitgründer Biz Stone diese Woche. Bislang lebt das populäre Netzwerk vor allem von Investitionen seiner Kapitalgeber.

Bei Online-Netzwerken wie Facebook können Nutzer eigene Profile anlegen und miteinander kommunizieren. Da Facebook als eines der vielversprechendsten Internet-Unternehmen gilt, wird bereits seit längerem ein Börsengang erwartet. Zuckerberg hatte einen solchen Schritt mehrfach nicht ausgeschlossen, um dem Unternehmen Geld für die weitere Entwicklung zu sichern. Bisher besorgte sich Facebook mehrere hundert Millionen Dollar über den Verkauf kleiner Anteile an Investoren.

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