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Solarzellen statt Autoteile : Bosch greift nach Aleo Solar

  • Aktualisiert am

Für Bosch geht der Trend weg vom Auto hin zur Solarzelle weiter Bild: ddp

Es klingt fast nach einem neuen Trend weg aus dem kriselnden Autobereich hin zur Solarbranche: Der Technologiekonzern Bosch will nach der Ersol-Übernahme abermals im Solarbereich zukaufen und greift nun nach der Aleo Solar AG.

          Der Technologiekonzern Bosch setzt seine Expansion in Bereiche außerhalb der kriselnden Automobilindustrie fort und will abermals im Solarsektor zukaufen. Nach der Übernahme von Ersol im vergangenen Jahr greift der Automobilzulieferer und Industrietechnikanbieter nun nach der Aleo Solar AG und ist bei der Johanna Solar Technology GmbH eingestiegen.

          Das Unternehmen übernehme 39,43 Prozent der Anteile an der Aleo Solar, einem Spezialisten für die Herstellung von Solarmodulen, teilte Bosch am Montag in Stuttgart mit. Der Kaufpreis betrage 46 Millionen Euro. Den freien Aktionären soll ein Übernahmeangebot in Höhe von neun Euro je Aktie unterbreitet werden.

          Das gesamte Geschäft sei an die Bedingung geknüpft, dass Bosch nach Abschluss des öffentlichen Übernahmeangebots mindestens 75 Prozent der Anteile an Aleo Solar halte. Das Unternehmen sei ein etablierter Markenhersteller von Solarmodulen. Aleo Solar erzielte 2008 einen Umsatz von rund 360 Millionen Euro und beschäftigte rund 800 Mitarbeiter.

          Bosch will Lücke in der Wertschöpfungskette schließen

          Der zuständige Bosch-Manager Siegfried Dais sagte: „Mit dem Erwerb stärken wir unsere Position in der Photovoltaik und im Bereich der regenerativen Energien.“ Bosch-Sprecher Andreas Kempf erklärte, mit dem Einstieg bei Aleo Solar schließe das Unternehmen eine Lücke in der Wertschöpfungskette. Ersol sei einer der Zulieferer von Aleo Solar, die ihre Solarmodule auf Basis zugekaufter Solarzellen fertigt. „Außerdem hat Aleo Solar ein weit verzweigtes Vertriebsnetz und öffnet uns den direkten Kontakt zu Fachhändlern und Installateuren“, so Kempf.

          Zusätzlich erwirbt Bosch mehr als 60 Prozent der Anteile an der in Brandenburg an der Havel ansässigen Johanna Solar Technology GmbH, an der auch Aleo mit rund 17 Prozent beteiligt sei. Johanna Solar hatte 2006 damit begonnen, Dünnschicht-Solarmodule auf Basis von Kupfer, Indium, Gallium, Schwefel und Selen (CIGSSe) zu entwickeln. Die Produktion dieser von teurem Silizium unabhängigen Module wurde Ende 2008 aufgenommen, der Vertrieb erfolgt über Aleo Solar. Johanna Solar beschäftigt 125 Menschen.

          Aleo Solar zählte nach eigenen Angaben zuletzt 735 Mitarbeiter. Mit dem Stammwerk im brandenburgischen Prenzlau und zwei weiteren Werken in Spanien und China verfügt die Aleo-Solar-Gruppe über eine jährliche Produktionskapazität von 250 Megawatt. Das Unternehmen erwirtschaftete 2008 einen Umsatz von 360,5 Millionen Euro.

          Quelle: FAZ.NET

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