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Solarworld : Frank Asbeck kehrt zurück

Frank Asbeck Bild: dpa

Die beiden Solarworld-Werke in Sachsen und Thüringen werden verkauft – an das neue Unternehmen von Gründer Frank Asbeck. Mit im Boot ist ein Investor, der Asbeck schon einmal vor der Pleite bewahrt hat.

          Drei Monate nach dem Insolvenzantrag des Bonner Solarkonzerns Solarworld darf ein Teil der Belegschaft aufatmen. In einem außerordentlichen Treffen im Bonner Amtsgericht haben die Gläubiger am Freitag dem Verkauf der beiden Solarworld-Werke im sächsischen Freiberg und im thüringischen Arnstadt zugestimmt. Neuer Eigentümer ist die erst im Juli gegründete Solarworld Industries GmbH.

          Helmut  Bünder

          Wirtschaftskorrespondent in Düsseldorf.

          Brigitte Koch

          Wirtschaftskorrespondentin in Düsseldorf.

          Dahinter steht der einstige Firmengründer Frank Asbeck, der zugleich neuer Geschäftsführer wird. Mit im Boot als Finanzier ist die Qartar-Foundation, mit deren Hilfe der schillernde Solarunternehmer Asbeck das Unternehmen im Jahr 2013 schon einmal vor der Pleite gerettet hat.

          Der Insolvenzverwalter Horst Piepenburg hatte den Kaufvertrag am Dienstag dieser Woche nach intensiven Verhandlungen abgeschlossen. Auf diese Weise sollen 475 Arbeitsplätze gerettet werden. Die rund 1200 Beschäftigten, die dort keine Arbeit mehr finden werden, können in einer ebenfalls von den neuen Investoren finanzierte Transfergesellschaft wechseln. „Ich muss niemanden entlassen“, stellte Piepenburg nach der Versammlung fest. Hätten die Gläubiger ihre Zustimmung verweigert, hätten die allermeisten der noch rund 1700 Beschäftigten in Deutschland schon in der kommenden Woche freigestellt und später entlassen werden müssen.

          Finanzschulden von 390 Millionen Euro in der Bilanz

          Solarworld ist hoch verschuldet. Ende 2016 standen Finanzschulden von 390 Millionen Euro in der Bilanz. Größter Posten sind zwei an der Börse gehandelte Anleihen mit einem Volumen von knapp 180 Millionen Euro. Daneben steht eine Kreditfazilität über 131 Millionen Euro im Feuer.

          Die Qatar Foundation, mit 29 Prozent der Anteile neben Asbeck mit 21 Prozent, die Hauptaktionärin von Solarworld, steht mit einem Darlehen von rund 50 Millionen Euro auf der Gläubigerliste. Während die Aktionäre ihren Besitz in den Wind schreiben können, haben die Gläubiger die Chance auf eine Quote, wie es am Freitag hieß.

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