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Solarunternehmen Schott Solar geht an die Börse

21.08.2008 ·  Der Alzenauer Solarkonzern Schott will in Kürze sein Börsendebüt feiern. Angestrebt ist ein Emissionserlös von bis zu 500 Millionen Euro, der zum Großteil aus einer Kapitalerhöhung stammen soll. Das wäre der bislang größte Börsengang des Jahres.

Von Daniel Mohr
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Die Schott Solar GmbH will sich in Kürze in eine Aktiengesellschaft umwandeln und plant „zeitnah“ den Gang an die Börse. Dies sagte der Geschäftsführer von Schott Solar und künftige Vorstandsvorsitzende der AG Martin Heming im Gespräch mit dieser Zeitung. Am Donnerstag waren in den entsprechenden Gremien die Börsenpläne beschlossen worden. Angestrebt wird ein Emissionserlös von bis zu 500 Millionen Euro, der zum Großteil aus einer Kapitalerhöhung stammen soll. Der Erlös soll zum Ausbau der Produktionskapazitäten und für Investitionen in Forschung und Entwicklung verwendet werden. Bislang hatte das Solarunternehmen SMA Solar mit einem Erlös von 370 Millionen Euro Ende Juni den größten Börsengang des Jahres erfolgreich absolviert.

Begleitet wird der Börsengang von Schott Solar, das nach der Umwandlung in eine AG seinen Sitz aus Bayern nach Mainz verlegen wird, federführend von der Commerzbank, der Deutschen Bank und JP Morgan. Ebenfalls im Konsortium befindet sich noch die Landesbank Baden-Württemberg. Das Unternehmen ist eine Tochtergesellschaft der Mainzer Schott AG. Diese soll auch weiterhin die Mehrheitseigentümerin bleiben.

Schott Solar hat 311 Millionen Euro umgesetzt

Wie aus den erstmals veröffentlichten Geschäftszahlen von Schott Solar hervorgeht, hat die Gesellschaft in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2007/2008 (30. September) 311 Millionen Euro und damit 46 Prozent mehr als im entsprechenden Vorjahreszeitraum umgesetzt. Der operative Gewinn kletterte um 120 Prozent auf 26 Millionen Euro. Allein im Quartal von April bis Juni stieg der Umsatz um 96 Prozent auf 148 Millionen Euro, der Gewinn um 310 Prozent auf 23 Millionen Euro.

Das stärkste Wachstum kam aus dem Unternehmensbereich der solarthermischen Kraftwerke. Schott Solar ist nach eigenen Angaben Technologie- und Marktführer bei der Herstellung von Receiver-Rohren für Solarthermie-Kraftwerke. In diesen Kraftwerken fangen rinnenförmig angeordnete Parabolspiegel das Sonnenlicht ein und konzentrieren es um den Faktor 60 bis 70 auf speziell beschichtete Receiver-Rohre. Das in den Rohren zirkulierende Thermoöl wird so auf 400 Grad Celsius erhitzt und in einen Wärmetauscher geleitet. In dem wird dadurch Dampf produziert, der wie in einem konventionellen Kraftwerk Turbinen zur Stormerzeugung antreibt.

Solarzellenproduktion soll innerhalb von drei Jahren verdoppelt werden

„Dies ist ein hochkonzentrierter Markt mit derzeit nur zwei Anbietern, der zudem sehr hohe technologische Anforderungen stellt“, sagt Heming. Schott produziert diese Receiver bereits im bayerischen Mitterteich und nahe des spanischen Sevilla. Dort soll eine zweite Fertigungslinie entstehen. Ebenso soll in den Vereinigten Staaten eine Produktion errichtet werden. So soll die Produktionskapazität von bisher 400 Megawatt auf 1000 Megawatt im Jahr 2010 steigen.

Gleichfalls deutliche Ausweitungen der Produktionskapazitäten sind im zweiten Geschäftsbereich, der Photovoltaik, geplant. So will das Unternehmen seine Solarzellenproduktion im bayerischen Alzenau innerhalb von drei Jahren verdoppeln. Auch die Fertigung von Solarwafern in einem Gemeinschaftunternehmen mit Wacker Chemie soll erheblich ausgeweitet werden. Wacker liefert das dafür benötigte Silizium.

„Beide Unternehmensbereiche sind sehr starke Wachstumsfelder“, sagt Heming. „Die Kombination zwischen Solarthermie und Photovoltaik in einem Unternehmen ist eine Einzigartigkeit.“ Bis auf Solar Millenium habe der Anleger bislang zudem noch keine Möglichkeit gehabt, an der dynamischen Entwicklung im Markt für solarthermische Kraftwerke zu partizipieren. Heming hofft daher auf entsprechendes Interesse an dem Börsengang. Bislang hat das schwierige Umfeld an den Aktienmärkten nur wenige Börsengänge in diesem Jahr glücken lassen. Die erfolgreichen Neulinge kamen allerdings aus dem Bereich der Solarenergie.

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