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Software SAP schwenkt auf Wachstumskurs

27.01.2010 ·  Europas größtes Softwarehaus hält die Weltwirtschaftskrise für überwunden. Blicken doch viele Kunden zuversichtlicher nach vorn und investieren wieder in ihre IT-Strukturen. Doch die Software-Branche selbst steckt gerade in einem tiefgreifenden Wandel.

Von Stephan Finsterbusch
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SAP sieht sich wieder auf Wachstumskurs. Nach einem Geschäftsjahr mit sinkenden Erlösen, fallenden Gewinnen und der umfangreichen Streichung von Arbeitsplätzen soll 2010 das Jahr der Wende werden. „Wir sehen viele unserer Kunden optimistischer nach vorn schauen und in ihre IT-Strukturen investieren“, sagte Leo Apotheker, der Vorstandsvorsitzende von SAP am Mittwoch in Frankfurt.

So peilt der größte Anbieter von Software zur Steuerung von Betriebsabläufen in Unternehmen für dieses Jahr eine Steigerung der Erlöse um 4 bis 8 Prozent an. Die am Umsatz gemessene operative Gewinnspanne soll auf 30 bis 31 Prozent zulegen. An der Frankfurter Börse wurden die Ankündigungen mit positiven Reaktionen aufgenommen. Der Kurs der SAP-Aktie legte nach den Ankündigungen knapp ein Prozent zu. Der Kurs hatte seit Anfang Januar unter Druck gestanden und etwa ein Prozent an Wert verloren.

Mitte des Jahres wird SAP seine sogenannte Business-by-Design-Software für mittelständische Unternehmen auf die Märkte bringen. „Bis Ende des Jahres rechnen wir noch nicht mit großen Umsatzsprüngen“, sagte Vorstandschef Apotheker. Mit weiteren Prognosen für dieses Produkt hält er sich zurück. SAP hatte die Markteinführung der bislang mit einhundert ausgewählten Kunden getesteten Software mehrfach verschieben und dafür heftige Kritik einstecken müssen. Das in zwei Dutzend Branchen spezifizierte Computerprogramm soll die Spitzenstellung des Konzerns im Markt für Unternehmenssoftware untermauern und eine der Antworten auf die tiefgreifenden Veränderungen in der Software-Branche sein.

Oracle ändert sein Geschäftsmodell

Der amerikanische Konkurrent Oracle ändert mit der Übernahme des Computerkonzerns Sun Microsystems gerade das Geschäftsmodell von einem Soft- zu einem integrierten Soft- und Hardware-Anbieter. Microsoft rückte enger an den Computerbauer Hewlett-Packard. IBM hat Unternehmenssoftware und Netzwerkrechner (Server) traditionell in eigener Hand. Damit reagieren die SAP-Konkurrenten auf das sich verändernde Kauf- und Nutzungsverhalten vieler Kunden.

Wollen die doch ihre Computerprogramme nicht mehr in teueren Paketen kaufen, sondern je nach Gebrauch von den Softwareanbietern und deren riesigen Datenzentren mieten. Das senkt die Kosten. SAP hält an seiner bisherigen Unternehmensstrategie eines Spezial-Software-Anbieters fest, richtet sich aber auf die sich verändernde Nutzung ein und dreht sein Geschäftsmodell. Werden doch Kunden die neue „Business-by-Design“-Software entsprechend ihrer Ansprüche und Nutzung nicht mehr kaufen müssen, sondern mieten können.

In den zurückliegenden Quartalen hatte SAP deutlich weniger mit dem Verkauf von Softwarepaketen verdient als früher. Die Umsatzeinbußen wurden durch straffe Sparmaßnahmen teilweise aufgefangen. So strich SAP knapp 3000 Stellen. Vor dem Hintergrund des nun wieder angepeilten Wachstums sollen in den kommenden Monaten wieder neue Mitarbeiter eingestellt werden. „Die letzten drei Monate 2009 lassen uns guten Mutes in die Zukunft blicken“, sagte Apotheker.

Im Schlussquartal 2009 erlöste SAP 3,1 Milliarden Euro, verbuchte einen Betriebsgewinn von 1,1 Milliarden Euro und einen Nettogewinn von 776 Millionen Euro. Im Jahr zuvor standen an gleicher Stelle ein Erlös von 3,5 Milliarden Euro, ein Betriebsgewinn von 1,3 Milliarden Euro und ein Reingewinn von 900 Millionen Euro. SAP setzte im vergangenen Jahr mit 10,6 Milliarden Euro 9 Prozent weniger als im Vorjahr um. Das Betriebsergebnis sank um 12 Prozent auf 2,9 Milliarden Euro. Der Nettogewinn ging um 10 Prozent auf 2 Milliarden Euro zurück.

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Jahrgang 1966, Redakteur in der Wirtschaft.

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