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Smartphones Rekordzahlen bei Samsung

 ·  Der südkoreanische Elektrokonzern meldet wieder ein Rekordergebnis. Nach dem Erfolg mit Smartphones wenden sich die Südkoreaner jetzt der „weißen Ware“ und der Medizintechnik zu. Unter Druck gerät Samsungs Höhenflug allerdings von zwei Seiten.

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© REUTERS Vergrößern Samsung hat im vierten Quartal wohl mehr als 62 Millionen Smartphones verkauft

Der südkoreanische Elektrokonzern Samsung eilt von Erfolgsmeldung zu Erfolgsmeldung. Bei der Vorlage seiner vorläufigen Zahlen für das vierte Quartal meldete der Rivale des amerikanischen Konzerns Apple am Dienstag in Seoul einen operativen Gewinn von zwischen 8,6 und 9 Billionen Won (bis zu 6,5 Milliarden Euro). Samsung überbot damit abermals das Rekordergebnis des Vorquartals.

Damals verbuchte Samsung einen operativen Gewinn von 8,1 Billionen Won. Ergebnisse für die einzelnen Sparten wies Samsung bei der Vorlage der Schätzung noch nicht aus, die gibt es erst mit den endgültigen Zahlen Ende des Monats. Der weltweit größte Hersteller von Mobiltelefonen hat seinen Spitzenplatz damit vor Apple verteidigt. Samsung profitierte davon, dass sich das neue iPhone 5 von Apple schlechter als erwartet verkaufte.

Obwohl Samsung keine Zahlen veröffentlicht, gehen Beobachter des Marktes davon aus, dass Samsung im vierten Quartal mehr als 62 Millionen Smartphones verkauft hat, Apple sei dagegen auf rund 45 Millionen gekommen. Insgesamt hat der südkoreanische Konzern demnach rund 100 Millionen Mobiltelefone weltweit im vierten Quartal verkauft. Samsung und Apple streiten seit Jahren vor Gericht um Patente, die Südkoreaner sind aber auch einer der wichtigsten Zulieferer für den amerikanischen Konzern.

Unter Druck gerät Samsungs Höhenflug allerdings von zwei Seiten. Der scharfe Wettbewerb auf dem Markt für Smartphones drückt auf die Gewinnmargen. Derzeit trägt die Sparte nach Schätzungen von Analysten etwa 65 Prozent zum Ergebnis von Samsung bei. Im vierten Quartal sei die Gewinnmarge von 18,8 Prozent im Vorquartal leicht gefallen, schätzen Analysten. Der wichtigste Grund dafür seien hohe Marketingausgaben, mit denen Samsung auf die Markteinführung des iPhones 5 von Apple reagiert hat.

Samsung ist auch bei Flachbildschirmen führend

Das zweite Risiko für Samsung liegt in der Stärkung des südkoreanischen Won gegenüber dem amerikanischen Dollar und dem japanischen Yen. Der Yen hat im vierten Quartal gegenüber dem Won 12 Prozent an Wert verloren, nachdem die neue Regierung in Tokio eine expansive Geld- und Fiskalpolitik zur Schwächung der japanischen Regierung angekündigt hatte. Ein stärkerer Won macht Produkte aus Südkorea teurer.

Samsung plant wegen des scharfen Wettbewerbs auf dem Markt für Smartphones, auf dem Marktbeobachter übereinstimmend sinkende Preise voraussagen, in anderen Feldern stärker zu expandieren. Wie bei Smartphones ist der Konzern schon bei Flachbildschirmen führend. Vor allem wegen der neuen OLED-Technik, wo Samsung ebenfalls die Weltrangliste anführt, hat die LCD-Sparte im vierten Quartal nach Schätzungen 1,06 Billionen Won Gewinn erwirtschaftet. Im Vorjahresvergleich hatte Samsung noch ein Minus von 220 Milliarden Won gemeldet.

Jetzt will der Konzern seine Energie neben Smartphones, Speicherchips, Flachbildschirmen und Fernsehern darauf konzentrieren, auch bei der „weißen Ware“, also bei Haushaltsgeräten, und in der Medizintechnik an die Weltspitze vorzustoßen. Am Rande einer Messe in las Vegas sagte der Präsident des Unternehmensbereichs für „weiße Ware“, Yoon Bo-keun, der Agentur Reuters am Dienstag, dass Samsung bis 2015 auch hier weltweit die Nummer eins werden will.

Der Umsatz soll bis dahin um 50 Prozent steigen. Das ist eine direkte Kampfansage an Hersteller wie Electrolux oder den japanischen Wettbewerber Panasonic. Bei Panasonic wurde die Ankündigung mit besonderer Aufmerksamkeit registriert, denn Yoon stand bis 2011 an der Spitze der Fernsehsparte von Samsung. Als „Mister TV“ hat er Samsung in seiner Zeit stark gemacht und die bis dahin dominierenden japanischen Wettbewerber von der Spitze verdrängt. Japans Konzerne wie Sony, Panasonic oder Sharp erwirtschaften mit Fernsehern seit Jahren Verluste, ihr Marktanteil sinkt beständig.

Als erstes sollen neue Kühlschränke kommen

Die Fernsehsparte von Samsung erzielte nach Schätzungen dagegen im vierten Quartal einen operativen Gewinn von 530 Milliarden Won. „Ich bin zuversichtlich, dass wir bis 2015 der Erste Hersteller von Haushaltselektronik sein werden und rund 18 Milliarden Dollar Umsatz erzielen werden“, sagte Yoon. Als erstes will Samsung mit neuen Kühlschränken auf den Markt kommen. Auch in der Medizintechnik will Samsung wachsen und plant dem Vernehmen nach, bis 2020 rund 1,2 Billionen Won für die Übernahme medizintechnischer Unternehmen aufzuwenden.

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