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Smartphones : Blackberry in Not

Blackberry hat den Anschluss an die Rivalen Apple und Samsung verloren. Ihm droht ein ähnliches Schicksal wie Nokia. Bild: AFP

Der Absturz des Smartphone-Pioniers Blackberry beschleunigt sich. Das kanadische Unternehmen schockiert mit einer Gewinnwarnung. Und trennt sich von 4500 Mitarbeitern.

          Der angeschlagene kanadische Smartphone-Hersteller Blackberry gerät in immer größere Notlage: Das Unternehmen kündigte am Freitag einen drastischen Personalabbau an und gab außerdem verheerende Geschäftszahlen bekannt. Blackberry will sich von 4500 Mitarbeitern oder 40 Prozent seiner Belegschaft trennen

          Roland Lindner

          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Erst vor gut einem Jahr hatte das Unternehmen den Abbau von 5000 Stellen angekündigt. Vor dieser ersten Entlassungsrunde hatte das Unternehmen noch 16.500 Mitarbeiter. Am Ende der abermaligen Restrukturierung sollen es noch 7000 sein.

          Aktie stürzt um 17 Prozent ab

          Die neuen Hiobsbotschaften kamen am Freitag kurz vor Börsenschluss. Der Aktienkurs stürzte in den verbleibenden Handelsminuten noch um 17 Prozent auf 8,73 Dollar ab.

          Der deutsche Blackberry-Chef Thorsten Heins

          Der aus Deutschland kommende Vorstandsvorsitzende Thorsten Heins sagte, der Personalabbau sei eine Reaktion darauf, wie sich die Position des Unternehmens „in einer reifer werdenden und von härterem Wettbewerb gekennzeichneten Industrie“ entwickelt habe. Die abermaligen Entlassungen kommen gut einen Monat, nachdem sich Blackberry zum Verkauf gestellt hat. Das Unternehmen kündigte damals ebenfalls mit Verweis auf das harte Wettbewerbsumfeld an, strategische Alternativen zu überprüfen.

          Die erhoffte Wende mit dem neuen System Blackberry 10 blieb bisher aus

          Blackberry war ein Pionier im Smartphone-Markt, ist aber in den vergangenen Jahren weit hinter Apple mit dem iPhone sowie Geräten mit dem zu Google gehörenden Betriebssystem Android zurückgefallen. Im zweiten Quartal dieses Jahres hatte Blackberry nach Angaben der Marktforschungsgruppe IDC noch einen Anteil von 2,9 Prozent am Weltmarkt für Smartphone. Android-Geräte dominierten mit 79 Prozent, das iPhone lag bei 13 Prozent.

          Thorsten Heins hatte darauf gesetzt, mit einer neuen Generation von Smartphones in diesem Jahr die Wende schaffen zu können. Das Unternehmen brachte Geräte mit dem neuen Betriebssystem Blackberry 10 heraus, ein Modell Z10 mit berührungsempfindlichem Bildschirm und ein Modell Q10 mit physischer Tastatur, wie sie das Markenzeichen von Blackberry ist. Die Hoffnungen auf ein Wiedererstarken scheinen aber zu schwinden, wie die von Blackberry vorgelegten vorläufigen Zahlen für das am 31. August zu Ende gegangene zweite Quartal des Geschäftsjahres 2013/2014 unterstreichen. Demnach erzielte das Unternehmen einen Umsatz von 1,6 Milliarden Dollar und lag damit weit unter den Analystenschätzungen von mehr als 3 Milliarden Dollar. Noch im vorangegangenen ersten Quartal hatte Blackberry einen Umsatz von 3,1 Milliarden Dollar ausgewiesen. Im abgelaufenen Quartal hat das Unternehmen nur 3,7 Millionen Smartphones ausgeliefert, drei Monate zuvor waren es noch 6,8 Millionen.

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