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Sinkende Beschäftigung Jede dritte Stelle in der Solarindustrie ist weg

 ·  Die erneuerbaren Energien sollten zu einem Beschäftigungswunder in Deutschland führen. Geschehen ist das nicht, im Gegenteil. Nun schlagen Gewerkschafter Alarm.

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Die grüne Revolution in der deutschen Industrie sollte zu einem neuen Beschäftigungswunder in Deutschland führen. Doch zur guten Lage am Arbeitsmarkt tragen die mit Milliardensummen geförderten Ökobranchen kaum bei. Im Gegenteil: Vor allem in der Solarindustrie gehen derzeit Tausende Arbeitsplätze verloren.

In der Herstellung von Solarzellen und Solarmodulen waren im November vergangenen Jahres gerade noch rund 4800 Personen beschäftigt. Damit wurde innerhalb eines Jahres jede dritte Stelle abgebaut. Erstmals seit knapp vier Jahren fiel die Beschäftigung unter die Marke von 5000.

Das geht aus aktuellen Daten des Statistischen Bundesamtes hervor, die der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vorliegen. Seit Anfang 2012 wurde sogar mehr als die Hälfte aller damals 10.200 Arbeitsplätze gekappt.

175.000 Euro Förderung

Der deutschen Solarindustrie macht vor allem der harte Preiskampf mit chinesischen Wettbewerbern zu schaffen. Dieser brachte zuletzt Anbieter wie Conergy, Solon, Q-Cells und First Solar ins Straucheln. Die staatliche Förderung der Photovoltaik hatte zuvor zu einem enormen Ausbau in Deutschland geführt.

Christoph Schmidt, der Vorsitzende der Wirtschaftsweisen und Präsident des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung, hatte berechnet, dass jeder dieser Arbeitsplätze im Jahr mit 175.000 Euro gefördert wird. Angesichts des Vergleichswerts von 75.000 Euro in der Steinkohleförderung stellte er früh die Frage nach der Nachhaltigkeit.

Weitere Wissenschaftler wie Nico Pestel vom Institut zur Zukunft der Arbeit bezweifeln das von SPD, Grünen und Verbänden in Aussicht gestellte „grüne Beschäftigungswunder“. Die Grünen versprachen im vergangenen Bundestagswahlkampf einen grünen Wandel der Wirtschaft, der bis zum Jahr 2025 nicht weniger als eine Million Arbeitsplätze bringen soll.

Für andere Wirtschaftszweige aus dem Bereich erneuerbare Energien, etwa die Windkraftbranche, liegen keine Daten des Statistikamtes vor. Gut dürfte die Lage dort aber ebenfalls nicht sein. Weil etliche Projekte dem Zeitplan hinterherhinken und die Perspektiven für den weiteren Ausbau der Offshore-Windenergie ungewiss sind, kämpfen zahlreiche Hersteller von Windrädern, Komponenten und Bauschiffen für die Errichtung solcher Parks mit einer schlechten Auftragslage. Zahlreiche Betriebe seien nur noch bis zur Mitte des Jahres ausgelastet, berichtete die IG Metall Küste am Montag in Bremen. Einigen Unternehmen gingen sogar schon von April an die Aufträge aus.

Allein im vergangenen Jahr sind nach Angaben der IG Metall mehr als 2000 Arbeitsplätze bei Maschinenbauern oder Zulieferern rund um die Offshore-Windindustrie verlorengegangen. Weitere 1000 seien akut gefährdet. Zu den Unternehmen, die Stellen streichen wollen, zählt der Windanlagenbauer Areva. In dessen Werk in Bremerhaven sollen laut IG Metall einige hundert Mitarbeiter ihre Stelle verlieren. Vor diesem Hintergrund warnt die Gewerkschaft davor, die staatlich garantierte Vergütung für Strom von Windparks im Meer zu senken.

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