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Deutscher Konzern baut um : Siemens streicht bis zu 20.000 Stellen

Mitarbeiter in einer Montagehalle des Siemens-Turbinenwerkes in Görlitz Bild: dpa

Der Siemens-Chef möchte das Unternehmen grundlegend ändern. Nun ist klar, wer davon auch betroffen sein wird. Und wie viele.

          Im Zuge der Anfang August bekannt gegebenen neuen Strategie „Vision 2020+“ denkt die Führung des Siemens-Konzerns über einen empfindlichen Abbau von schätzungsweise 20.000 Mitarbeitern in der Verwaltung nach auf der ganzen Welt. Dieser dürfte sich über eine Zeit von drei bis fünf Jahren erstrecken.

          Rüdiger Köhn

          Wirtschaftskorrespondent mit Sitz in München.

          Die Zahl soll der Vorstandsvorsitzende Joe Kaeser hinter verschlossenen Türen in Gesprächen mit Investoren genannt haben, nachdem er zuvor auf einer dreistündigen Analysten- und Pressekonferenz am 2. August auch auf Nachfragen jeglichen Details ausgewichen war. Damals sprach er lediglich davon, dass mit der organisatorischen Verselbständigung der operativen Einheiten im Industriegeschäft die Verwaltungs- und Querschnittsfunktionen wie Finanzen, Recht, Personal oder auch zentrale Informationstechnik aus der Zentrale heraus genommen werden und auf die operative Ebene verlagert werden sollen. Da dort weitgehend derlei Strukturen vorhanden sind, geht es somit um den Abbau von Doppelstrukturen.

          Ein Konzernsprecher lehnte einen Kommentar ab, ob Kaeser Angaben dieser Art tatsächlich einem ausgewähltem Kreis von großen institutionellen Siemens-Aktionären – vermutlich in den Vereinigten Staaten – gemacht hat. Damit dementierte er allerdings auch nicht die zunächst vom „Manager Magazin“ gemachte Aussage, dass der Konzernchef auf einer sogenannten Roadshow in Einzelgesprächen mit Investoren derlei Informationen gegeben hat.

          Die Verschlankung auf Konzernebene ist ein Bestandteil der neuen Strategie, die auf dem von Kaeser im April 2014  eingeleiteten radikalen Umbau des Technologieunternehmens mit dem Namen „Vision 2020“ aufbaut. Die neue „Vision 2020+“ sieht vor, bis spätestens zum Jahr 2023 die Effizienz in der Verwaltung des  Unternehmens um rund 20 Prozent zu steigern.

          Anfang August hieß es lediglich, dass die Maßnahmen dafür noch ausgearbeitet werden müssten, ohne Einzelheiten zu nennen.  So wie Kaeser sein erstes Umbauprogramm zwei Jahre früher als geplant abgeschlossen hat, setzt er auch bei seiner Neuauflage auf eine zügige Umsetzung. Sein ausgegebenes Ziel lautet, mittelfristig die jährliche Wachstumsrate im Umsatz sowie die Gewinnmarge  des Konzerns um jeweils zwei Prozentpunkte gegenüber den aktuellen Werten zu erhöhen. An der Börse konnte Kaeser damit keinen Eindruck schinden. Der Aktienkurs des Dax-Konzern hat sich seitdem deutlich abgeschwächt. Insgesamt beschäftigt Siemens auf der ganzen Welt ungefähr 376.000 Menschen.

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