http://www.faz.net/-gqe-8kuqv

Siemens-Konkurrent : Frankreichs TGV fährt bald auch durch Amerika

TGV: Französischer Zug für Amerika Bild: Reuters

Der Siemens-Rivale Alstom hat für seinen Hochgeschwindigkeitszug TGV einen großen Auftrag ergattert: Er liefert dem amerikanischen Bahnbetreiber Amtrak 28 Züge, die an der Ostküste der Vereinigten Staaten fahren sollen.

          Der TGV fährt künftig auch in den Vereinigten Staaten. Der französische Bahnhersteller Alstom hat für seinen Hochgeschwindigkeitszug einen Auftrag ergattert, der mehr als ein symbolischer Erfolg ist. Im Wert von 1,8 Milliarden Euro liefert der Konzern dem staatlichen amerikanischen Bahnbetreiber Amtrak 28 Hochgeschwindigkeitszüge und übernimmt für fünfzehn Jahre die Wartungsarbeiten.

          Christian Schubert

          Wirtschaftskorrespondent in Paris.

          Es ist der größte Auftrag, den der Siemens-Rivale jemals in Amerika erhalten hat. Im vergangenen September waren darüber exklusive Verhandlungen eröffnet worden.

          Der französische TGV wird künftig auf einer 730 Kilometer langen Strecke zwischen Boston, New York und Washington unterwegs sein. Die Vereinigten Staaten schlagen damit ein neues Kapitel ihres Schienen-Hochgeschwindigkeitsverkehrs auf. Amtrak betreibt im sogenannten „nordöstlichen Korridor“ heute 23 Züge, die aber nur zeitweise bis zu 240 Stundenkilometer schnell werden und durchschnittlich lediglich 170 Kilometer je Stunde erreichen. Diese Züge wurden zu drei Vierteln vom kanadischen Anbieter Bombardier gebaut, Alstom besorgte als Zulieferer den Rest.

          Die neuen Züge sollen von 2021 ausgeliefert werden

          Die neuen Züge namens „Avelia Liberty“ kommen dagegen vollständig von Alstom. Sie sollen ein Drittel mehr Platz bieten und in einem ersten Schritt die Spitzengeschwindigkeit auf 257 Stundenkilometer und danach auf 300 Stundenkilometer erhöhen. Die amerikanische Regierung will eine Milliarde Dollar in das Schienennetz investieren. Die neuen Züge sollen von 2021 an ausgeliefert und vollständig in den Vereinigten Staaten gebaut werden. 400 neue Arbeitsplätze werden bei Alstom America entstehen, sowie 1000 weitere indirekte Stellen in den Vereinigten Staaten, kündigte das französische Unternehmen an.

          Im Nordost-Korridor Amerikas ist die Zahl der Bahnreisenden zwischen 2002 und 2014 von 2,4 auf 3,5 Millionen im Jahr gestiegen. Der Flugverkehr verlor dagegen drei Viertel seines Marktes. Das hat die amerikanische Regierung zu neuen Investitionen ermutigt. Alstom macht sich Hoffnung auf weitere Projekte, die etwa zwischen San Francisco und Los Angeles, Houston und Dallas sowie Las Vegas und Palmdale starten könnten, wie der Amerika-Chef Jérôme Wallut sagte.

          Alstom hat in jüngster Zeit bereits Exporterfolge in Indien, Italien und Dubai erzielt. Befürchtungen, der Anbieter könnte nach dem Verkauf des Energieturbinen-Geschäfts an General Electric zu klein sein, haben sich bisher als unberechtigt erwiesen.

          Quelle: F.A.Z.

          Weitere Themen

          Netanjahu will Europäer überzeugen Video-Seite öffnen

          Brüssel : Netanjahu will Europäer überzeugen

          Bei einem Besuch in Brüssel rief der israelische Ministerpräsident die EU auf, dem Beispiel der Vereinigten Staaten zu folgen und Jerusalem als israelische Hauptstadt anzuerkennen. Bei der EU-Außenbeauftragten aber schien er am Montag auf Granit zu beißen.

          Erdogan: „Jerusalem ist Hauptstadt Palästinas“ Video-Seite öffnen

          Reaktion auf Trump : Erdogan: „Jerusalem ist Hauptstadt Palästinas“

          Auf einem islamischen Gipfel hat der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan zur Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt Palästinas aufgerufen. Die islamischen Staaten sind sich in dieser Frage allerdings uneinig. Palästinenserpräsident Mahmud Abbas sprach Amerika jede Vermittlerrolle im Nahostkonflikt ab.

          Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben.

          Topmeldungen

          Überbewertete Aktie : Was ist Tesla wirklich wert?

          Der Hype um den Autobauer Tesla ist riesig. Kleinste Nachrichten bewegen die Öffentlichkeit wie sonst bei kaum einem Unternehmen. Doch was ist Tesla eigentlich wirklich wert? Nichts, sagt jetzt ein bekannter Leerverkäufer.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.