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Siemens Kleinfeld erhält fast 6 Millionen Euro

28.11.2007 ·  Der Wechsel an der Vorstandsspitze hat Siemens einige Millionen Euro gekostet. Peter Löscher erhält 8,5 Millionen Euro als Ausgleich für entgangene finanzielle Ansprüche. Sein Vorgänger Klaus Kleinfeld bekommt 5,75 Millionen Euro, die er vor allem einem Versäumnis des Aufsichtsrats verdankt.

Von Joachim Herr
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Der Wechsel an der Vorstandsspitze hat Siemens einige Millionen Euro gekostet. Peter Löscher, seit Juli Konzernchef, erhält 8,5 Millionen Euro als Ausgleich für entgangene finanzielle Ansprüche, die er sich bei seinem früheren Arbeitgeber Merck & Co. erworben hatte. Sein Vorgänger Klaus Kleinfeld bekommt 5,75 Millionen Euro, die er vor allem einem Versäumnis des Aufsichtsrats verdankt. Das geht aus dem am Mittwochabend veröffentlichten Bericht von Siemens an die amerikanische Börsenaufsicht hervor.

In Kleinfelds Vertrag fehlte eine Wettbewerbsverbotsklausel, die ihm untersagt hätte, direkt von Siemens zu einem Konkurrenten zu wechseln. Da er einen solchen Schritt nach seinem Abschied von Siemens im Juni nicht unternommen hat, erhält er einen millionenschweren Ausgleich. Kleinfeld ist seit Oktober als Chief Operating Officer im Vorstand des amerikanischen Aluminiumkonzerns Alcoa für das Tagesgeschäft verantwortlich. Dort hat er, wie berichtet, eine Antrittsprämie von 6,5 Millionen Dollar erhalten.

Vorstand verdiente 37 Prozent mehr

Ob der Vertrag des neuen Vorstandsvorsitzenden Löscher eine Wettbewerbsverbotsklausel enthält, war am Mittwoch von Siemens nicht zu erfahren. Die 8,5 Millionen Euro für ihn begründet das Unternehmen damit, dass sich der neue Vorstandsvorsitzende bei seinem früheren Arbeitgeber, dem amerikanischen Pharmakonzern Merck & Co., Pensionsansprüche und langfristige Vergütungsansprüche auf Aktienbasis erworben habe. Der Wechsel zu Siemens bringe deshalb einen finanziellen Nachteil für ihn mit sich. Die 8,5 Millionen Euro als Ausgleich erhalte Löscher nicht in bar und nicht in Aktien, sondern der Betrag werde seinem Pensionskonto gutgeschrieben.

Anspruch auf dieses Geld habe der 50 Jahre alte Vorstandsvorsitzende erst im Alter von 60 Jahren. Der gesamte Konzernvorstand verdiente im vergangenen Geschäftsjahr (30. September) 37 Prozent mehr als im Jahr zuvor, wie im Vergütungsbericht von Siemens zu lesen ist. Für das Geschäftsjahr zuvor hatte die Unternehmensleitung einschließlich der aktienbasierten Vergütung 30,36 Millionen Euro erhalten. In dem Plus von 37 Prozent schlägt sich vor allem die im September 2006 bekanntgewordene Erhöhung von 30 Prozent nieder. Vorstand und Aufsichtsrat waren dafür heftig von der Arbeitnehmerseite und auch von Politikern kritisiert worden. Ein Grund für die Gehaltssteigerung ist auch das verbesserte Jahresergebnis des Konzerns. Kleinfeld hat ein Gehalt von 5,3 Millionen Euro plus Aktienvergütung erhalten nach 3,6 Millionen Euro im Jahr zuvor. Löscher verdiente in seinen ersten drei Monaten im Siemens-Konzern 1,7 Millionen Euro.

Quelle: F.A.Z., 29.11.2007, Nr. 278 / Seite 13
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